Hallo zusammen,
nochmal zur Klarstellung: Wenn der Sport- oder CUPRA-Modus über die FPA gewählt wird schaltet das Getriebe automatisch in den Modus S. In diesem Modus wird permanent ein niedriger Gang gewählt um die Motordrehzahl im mittleren bis höheren Bereich zu halten, d. h. einem Bereich, in dem sofort ohne vorheriges Herunterschalten eine hohe Motorleistung abrufbar ist.
Man kann aber im Sport- oder CUPRA-Modus durch einmaliges Zurückziehen des Wählhebels das Getriebe wieder in den Normal- bzw. D-Modus schalten. Das Getriebe schaltet anschließend wieder frühzeitig hoch und wählt den höchstmöglichen Gang sobald die Beschleunigung abgeschlossen ist. Zum Abrufen von Leistung muss das Getriebe allerdings ggf. zurückschalten. Erhalten bleibt die sportlichere Gaspedalkennlinie des jeweiligen Fahrprofils.
Das Thema Schaltgeräusche ist etwas komplizierter und bedarf einiger Erläuterungen. Zunächst einmal, diese sind beim automatisierten Schaltgetrieben (zu welchen das DSG gehört) in bestimmten Situationen normal. Die Entstehung liegt im Bereich der Schaltgabeln/Schiebemuffen/Synchroneinrichtung, der Schaltverzahnung und den Rastierungen der Schaltgabeln.
Zwei Besonderheiten begünstigen das Auftreten von Schaltgeräuschen beim DQ250: Die Drucksteuerung der Gangsteller und der Multiplexer. Beim DQ250 werden die Gangstellerventile mit dem Hauptdruck angesteuer. Dieser richtet sich nach dem benötigten Kupplungsdruck, welcher hauptsächlich auf Grundlage des Motordrehmoments errechnet wird. Die Gangstellerventile selbst sind Ein/Aus-Ventile, welche den vorgesteuerten Öldruck zu den Gangstellern weiterleiten. Das klingt nun so als könnte das DQ250 die Gänge im Allgemeinen nur mit einem viel zu hohen Druck schalten. So ist es allerdings nicht. Es gibt nämlich noch zwei Sicherheitsventile, mit deren Taktung sich der Schaltdruck beeinflussen lässt. Deutlich besser gemacht hat VW das beim neueren DQ381 (und beim verwandten DQ500): Dort handelt es sich bei den Ganstellerventilen um Proportionalventile, welche die Gangsteller bedarfsgerecht und unabhängig vom Hauptdruck ansteuern können. Dadurch lassen sich Schaltgeräusche besser minimieren. Die Technik schreitet eben voran.
Die zweite Besonderheit ist der Multiplexer. Achtung, jetzt kommt's: Jede der vier Schaltgabeln im Getriebe benötigt zwei Hydraulikzylinder, sodass eine Bewegung in beide Richtungen möglich ist. Das DQ250 hat aber nur vier Gangstellerventile. Wie steuert man also acht Hydraulikzylinder mit nur vier Gangstellerventilen? Mit einem Multiplexer! Je nachdem ob das Multiplexer-Magnetventil bestromt ist oder nicht leitet der Multiplexer den Öldruck in unterschiedliche Druckkanäle. So können immer zwei von vier Gangstellern betätigt werden. Um alle Gangsteller ansteuern zu können muss der Mutiplexer ständig hin und her bewegt werden. Auch das kann Geräusche verursachen, allerdings wohl kaum hörbare.
Um wieder auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Schaltgeräusche sind bei automatisierten Schaltgetrieben normal. Aufgrund des Getriebeaufbaus kann man sie beim DQ250 unter Umständen stärker wahrnehmen als bei anderen DSGs. Im normalen Fahrbetrieb hört man sie eigentlich kaum bzw. nur wenn im Auto absolute Stille herrscht (Lüftung und Radio aus, keine externen Geräuschquellen). Im Getriebemodus S kann man sie aber teilweise deutlich hören. Wer das mal provozieren möchte, dem empfehle ich mal mit offenen Fenstern zwischen Hauswänden/Mauern auf den Schaltvorgang 2 -> 3 zu achten.