DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung

Diskutiere DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung im 5F - Erfahrungsberichte Forum im Bereich Der Leon 3; Das Beschleunigungsstempeln (Rattern) ist es sicher nicht, denn das hat man beim Anfahren oder auch stärkeren Beschleunigen im 1. und 2. Gang...
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #541
Das Beschleunigungsstempeln (Rattern) ist es sicher nicht, denn das hat man beim Anfahren oder auch stärkeren Beschleunigen im 1. und 2. Gang, meist im Nassen, weil da die Räder schneller durchdrehen, wenn man genug Leistung hat (Cupra vielleicht sogar auch noch im 3. Gang.
Was hier beschrieben wird ist ein Knall bzw. ein dumpfer Schlag beim hochschalten vom 3. in den 4. Gang im obersten Drehzahlbereich.
Kann schon sein, dass es trotzdem irgendwie von der Motoraufhängung kommt, halte aber den Antriebsstrang, also auch Getriebe und Doppelkupplung, eher für die Quelle der Geräusche.
Ferndiagnosen sind immer schwierig, man müsste es mal selber hören.
Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, dass es bei meinem 280er ST Cupra mit dem 6. Gang DSG noch nie vorgekommen ist, dass beim Schaltvorgang etwas geschlagen oder geknallt hat (ausser dem DSG Ploppen natürlich).


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  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung

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  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #542
Das kommt dem halt aber ähnlich vom Geräusch her.

Vom Motorlager glaub ich eher weniger, da es dann im 2. und 1. noch eher kommen müsste aufgrund der höheren Raddrehmomente und da gar nichts war. Es war ja auch nich reproduzierbar.

Wenn beide Kupplungen zusammen schließen, was nich sein dürfte, denn könnte das doch passieren oder? Also Gang 3 und 4 gleichzeitig auf der Abtriebswelle laufen sollen. Dann würde der Antriebsstrang verspannen und es könnte mein Beschriebener Vorgang entstehen, oder sehe ich das falsch?
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #543
Hallo,
Motorlager glaube ich auch nicht, das muss aus Richtung Getriebe/Kupplung kommen.
Zu nicht reproduzierbar: an sich kann man es schon, denn es tritt nur beim Schalten vom 3. in de 4. Gang auf, unter hoher Last. Blöderweise passiert es halt nicht jedesmal, aber auch mein Werkstattmeister hat es gefühlt bei einer Testfahrt.
Da ich den Golf in 2 Monaten abgebe werde ich da weiter auch nicht suchen. Der "Fehler" ist dokumentiert, bei Fahrzeugübergabe lasse ich es nochmal aufschreiben und mehr kann ich ja auch nicht tun. Ach ja, der Ölwechsel und ein reset vom DSG bei 60.000 km haben an dem Verhalten auch nichts geändert. Das war die kleine Hoffnung vom Meister, aber es scheint nicht mit dem Öl zusammenzuhängen.

Gruß
Jan
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #544
Cpt Awesome
Wenn beide Kupplungen geschlossen werden, nimmt das Getriebe massiven Schaden. Dementsprechend ist es auch so konstruiert, dass dieser Fall eigentlich nicht eintreten kann. Die Kupplungen müssen mit einem permanent anliegenden hydraulischen Druck geschlossen werden. Schaltet das Getriebe die Kupplungsventile ab, öffnen die Kupplungen unverzüghlich. Für den Fall, dass dies nicht mehr funktioniert, gibt es noch zwei Sicherheitsventile, die den entsprechenden Getriebezweig komplett drucklos machen können, d. h. dann öffnet dort sofort die Kupplung und Gangstelleraktionen sind nicht mehr möglich.

Allgemein zu den Geräuschen:

Ich habe das an anderer Stelle schon mal erklärt. Beim DQ250 regelt ein Hauptdruckventil den an den Kupplungsventilen und Gangstellerventilen zur Verfügung stehenden Hauptdruck. Der Hauptdruck hängt hauptsächlich vom Kupplungsdruck ab, der in Abhängigkeit vom Motordrehmoment geregelt wird. Es gibt aber noch andere Faktoren, die den Hauptdruck beeinflussen, z. B. Motortemperatur und -drehzahl.
Bei starken Beschleunigungsmanövern bzw. dem hier dargestellten Kickdown kann nun folgendes passieren: Aufgrund der starken Beschleunigung bzw. der hohen Drehmomentanforderung wird der Hauptdruck hochgefahren, um die Kupplungen mit genügend Druck ansteuern zu können. Während dieser Phase werden auch die Gangsteller mit dem erhöhten Hauptdruck angesteuert. In Folge dessen kann es zu Schaltgeräuschen kommen.
VW weist auch extra darauf hin, dass im Falle eines Ausfalls des Hauptdruckreglerventils das Getriebe ständig mit maximalem Hauptdruck arbeitet, wodurch es zu Schaltgeräuschen kommen kann. Wer mal eine Getriebegrundeinstellung gemacht hat, weiß auch, dass dass bei der anschließenden Probefahrt anfangs in der Regel Schaltgeräusche hörbar sind, weil die Hauptdruckadaption noch nicht abgeschlossen ist. Wer genau hinhört, kann auch im S-Modus des DSG gelegentlich Schaltgeräusche vernehmen, vor allem in den unteren Gängen. Warum es bei einigen mehr klackt und bei anderen weniger, weiß ich aber auch nicht. Schaden tut es dem Getriebe aber meiner Meinung nach nicht, was auch das Fahrzeug von Dutchie beweist.

Das DQ500 ist in dieser Hinsicht gegenüber dem DQ200 verbessert worden. VW verbaut hier zwei zusätzliche Teilgetriebedruckreglerventile. Dadurch müssen die Gangsteller nicht Zwangsläufig mit Haupdruck betätigt werden, was insbesondere der Akustik beim Schalten zugute kommt. Ich vermute beim DQ381 verhält es sich genau so, denn das Getriebe ähnelt sehr stark dem DQ500.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #545
@ DSG-Pilot

Erstmal danke für deine technischen Ausführungen.

Klingt für mich ja auch plausibel.
Weil eben dann extreme Verspannungen im Getriebe entstehen. Aber welcher Zustand könnte sonst noch einen "Bremsruck" mit lautem Schlag verursachen beim hochschalten im D Modus?
Daher dachte ich daran. Aber wie du schon sagst, kann das ja eigendlich nicht sein.

Wenn das aber bei einigen auch öfters ist, finde ich dad nicht gut. Und irgendwas wird da deutlich stärker belastet, als von VW in der Situation gewollt.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #546
AW: Cupra 280 (55.000km): DSG verhält sich anders als sonst...

Kurze Frage mal zum DSG bzw. zum DQ200. Ist das trockene 7 Gang DSG von VW denn immer noch so anfällig wie man oft im Internet lesen kann? Oder sind die Probleme mit dem DSG denn zumindest mittlerweile einigermaßen gelöst?
Ich frage auch deshalb, weil für mich nach allem was rund um den Diesel passiert, Benzinmotoren wieder interessanter werden. Nur soweit ich weiß, sind eben bis auf die größer dimensionierten Motoren, alle anderen Fahrzeuge mit Benzinmotor aus dem VW Konzern, mit dem 7 Gang DQ200 ausgestattet. Auf ein DSG oder eine klassische Automatik möchte ich allerdings nicht mehr verzichten. Deshalb, überlege ich natürlich ein wenig was irgendwann mal nach meinem Leon kommen soll. ;)
Danke schon mal für eure Informationen.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #547
Kurze Antwort: Nein.
Was man liest sind meist ältere Fahrzeuge oder Einzelfälle, 100% sicher bist du auch mit einem Handschalter nicht.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #548
cavallo

Kann solche Aussagen wirklich in keinster Weise nachvollziehen. Quer durch die VAG-Foren tauchen mit konstanter Regelmäßigkeit immer wieder neue Beiträge zu DQ200-Problemen auf, auch bei sehr jungen Fahrzeugen. Über die Fehlerhäufigkeit lässt sich allerdings mit solche Daten überhaupt keine Aussage treffen, geschweige denn, dass es sich um "Einzelfälle" handelt.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #549
Ok, ich sehe das man sich da hier im Forum durchaus uneinig ist ;). Ich lese halt nur immer wieder was von der Anfälligkeit des DQ200. Bisher in meinem Diesel mit dem DQ250 läuft alles wunderbar, und ich möchte natürlich gerade bei einem so teuren Bauteil nicht unbedingt riskieren, dass dieses ständig defekt ist. Teilweise gibt es wirklich Beiträge in Foren oder Autozeitschriften, wo innerhalb von 30.000-40.000 km bereits zwei teure Defekte vorgelegen haben. Deshalb bin ich auch sehr interessiert an persönlichen Erfahrungen der User, die das DQ200 verbaut haben und ggf. über langen Zeitraum eben keine Probleme haben.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #550
In einem VW-Forum kannst du da mit deutlich mehr Resonanz rechnen. Die Antriebsstränge sind ja, wie dir sicher bekannt ist, identisch.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #551
Klar, da werde ich sicherlich, wenn ich konkret überlege umzusteigen (je nachdem was mit den Dieseln noch so passiert), auch noch mal in einem VW-Forum fragen. Da ich sonst eigentlich nur hier unterwegs bin und es bestimmt auch einige DSG Fahrer mit dem DQ200 hier gibt, wollte ich diesen Versuch gerne erst mal starten. :)
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #552
Gonzo1985
Ich gehöre zu denen die mit dem Getriebe nur Ärger haben. Weiß nicht wie oft ich deswegen inzwischen in der Werkstatt war. 10 mal reichen sicher nicht. Jedesmal wurde etwas versucht bis hin zum Tausch sämtlicher Komponenten. Und sauber läuft es noch immer nicht. Es nervt mich einfach nur. Zugegeben. Es ist hier sehr ruhig um das DQ200 geworden.
Trotzdem. Das Risiko, das es nicht vernünftig läuft, ist mir zu hoch.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #553
purzelpurzel: Das ist natürlich für Dich extrem ärgerlich. Aber auf Deinen Fall kommen sicher 100 oder mehr, die keine Probleme mit dem DQ200 haben. Auch unser 1,8er gehört zu letzteren. Richtig ist allerdings wohl - leider - auch, dass das Risiko mit dem DQ200 Probleme zu bekommen deutlich größer ist als beim DQ250.

Ich denke es ist auch eine Frage der Leistung, die ans DQ200 gelegt wird. Bei den kleinen TSI bis zum 150PS sehe ich das Risiko eher gering an. Der 1,8er "kratzt" aber an der Leistungsgrenze des Getriebes, weil er das maximale Drehmoment von 250 NM lange hält und - wenn nach oben streuend - schnell dauerhaft übersteigt.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #554
Ok das stimmt natürlich. An das maximale Drehmoment habe ich in dem Zusammenhang bisher nur zweitrangig gedacht. Das mag auf jedenfall ein Argument sein, das man vor dem Kauf beachten sollte.
Ist trotzdem irgendwie ein ungutes Gefühl was man beim Gedanken an das DQ200 hat. Selbst wenn man die Garantieverlängerung abschließt und ggf. bis zu 5 Jahre keine Kosten zu befürchten hat, so ist es doch trotzdem nervig und Zeitaufwendig, ständig in der Werkstatt stehen zu müssen. Da kann ich den Ärger von purzelpurzel natürlich sehr verstehen. Zu mal ja anscheinend selbst der Komplettaustausch bei dir nicht geholfen hat.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #555
Kann solche Aussagen wirklich in keinster Weise nachvollziehen.

Ich habe fast vier Monate - vor meinem eigenen Kauf - diese Foren gewälzt.
Nach Schaltern mit Problemen und dem DQ200, butter bei die Fische, wie viele von 1000 verkauften Fahrzeugen haben denn Probleme?
Die vier Händler bei welchen ich mich vorm Kauf erkundigt habe, konnten auch nichts von besonderen Häufungen an Problemen berichten.

Es sind immer wieder einzelne Fälle, oft kann man im gleichen Forum auch den Fahrstil der Besitzer herausbekommen, verfolge es mal selbst - bei so manchem wundert mich nichts.
In jedem Fall reicht es aktuell nicht um generell vom DQ-200 abzuraten, es ist nicht anfälliger als andere Getriebe.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #556
cavallo
Ich nehme Deine Aussage bezüglich des Fahrstiles nicht persönlich.
Aber bestimmt kannst du näher erläutern was der Fahrstil mit einem ordnungsgemäß funktionierenden Getriebe zu tun hat. Insbesondere dann, wenn es eine Automatik ist.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #557
Nach Schaltern mit Problemen und dem DQ200, butter bei die Fische, wie viele von 1000 verkauften Fahrzeugen haben denn Probleme?
Die vier Händler bei welchen ich mich vorm Kauf erkundigt habe, konnten auch nichts von besonderen Häufungen an Problemen berichten.
Wie ich bereits sagte liegen mir diesbezüglich keine genauen Informationen vor. Dir wohl? Die vier Händler tun das, was alle Verkäufer tun: Sie reden ein Produkt, mit dem sie großen Umsatz generieren, auf keinen Fall schlecht.

Es sind immer wieder einzelne Fälle, oft kann man im gleichen Forum auch den Fahrstil der Besitzer herausbekommen, verfolge es mal selbst - bei so manchem wundert mich nichts.
In jedem Fall reicht es aktuell nicht um generell vom DQ-200 abzuraten, es ist nicht anfälliger als andere Getriebe.
Woher hast du die Informationen, dass du solche Aussagen treffen kannst?

Die Sache mit dem Fahrstil habe ich in der Form bisher nicht feststellen können. Daher würde ich mich der Frage von purzelpurzel anschließen. Der Fahrstil und das Fahrprofil hathöchstwahrscheinlich einen Einfluss auf die Haltbarkeit einiger Getriebekomponenten, aber in einer ganz anderen Art und Weise als du es dir wahrscheinlich vorstellst.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #558
Bevor es hier in die falsche Richtung geht - ich fragte nach der Statistik, weil es eben keine gibt.
Und genau deswegen ist es völlig falsch, dass man permanent mit dem Gespenst der so überaus schlechten Getriebe verfolgt wird.
Die Händler hätten mir auch einfach einen Schalter verkaufen können, einhellig rät aber niemand von der Automatik ab, nur im Internet - da kennt jeder einen Schwager vom Neffen eines Freundes, der schon das dritte kaputte Getriebe hat.

Wenn es wirklich so schlecht wäre, würde man es nicht mehr verbauen, immerhin werden die meisten Probleme via Kulanz oder Garantie behoben, das kann sich auf Dauer nicht rechnen.

Die Frage war:
Ist das trockene 7 Gang DSG von VW denn immer noch so anfällig wie man oft im Internet lesen kann? Oder sind die Probleme mit dem DSG denn zumindest mittlerweile einigermaßen gelöst?
Und die Antwort ist eindeutig: Nein, die Getriebe sind nicht mehr so anfällig wie man es überall ließt, es gab mit den Modellen vor 2014, teilweise wohl noch 2015 ernsthafte Probleme, davon ließt man überall.
Und zum zweiten Teil: Heute hat man die Probleme einigermaßen gelöst und wie ich ebenfalls schrieb - dennoch gibt es beim Schalter und beim DSG immer wieder mal Probleme, das hat man meiner Meinung nach aber in der Ausprägung dann auch bei anderen Herstellen.

Zum Fahrstil, ich fürchte deine Probleme lagen nach meinem Autokauf - deswegen habe ich die nicht verfolgt und selbst wenn sie davor lagen, war mein Fokus beim 1.4er Motor.
Da hast du um mal nur ein mir in Erinnerung gebliebenes Beispiel zu nennen, den Polo GTI Piloten der permanent im Rennstreckenmodus unterwegs ist, über Ampelstarts und den scheinbar fehlenden 7. Gang im S-Modus diskutiert und plötzlich ein defektes Getriebe hat.
In unserem Firmenfuhrpark wahren es genau diese Spezialisten, die immer wieder defekte an ihren Fahrzeugen hatten, normale Belastung vs. digitalem Gasfuß schadet nunmal einem Fahrzeug.
 
  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #559
Ich habe hier zwar schon einiges zu den technischen Hintergründen der DQ200-Probleme geschrieben und meiner Auffassung nach gängige Fehlvorstellungen diskutiert, habe mich aber dennoch entschieden das an dieser Stelle nochmal zu tun. Auch auf die Gefahr hin, dass der Beitrag zu lang wird und kaum jemand ihn liest. Aber manche Probleme lassen sich halt nicht mit zwei bis drei Sätzen und einer handvoll nicht belegter Behauptungen abhandeln.

Zunächst einmal zur grundlegenden Steuerung von Doppelkupplungsgetrieben (DKG), denn diese funktionieren eigentlich unabhängig vom Hersteller meines Wissens nach alle sehr ähnlich. Anders als bei einem Handschaltgetriebe wird der 1. Gang bei einem DKG ausschließlich zum Beschleunigungsaufbau genutzt und nicht als Fahrgang. Beim Beschleunigen mit wenig Gas wird sobald wie möglich in den 2. Gang geschaltet. Beim konstanten Fahren bei niedriger Geschwindigkeit wird ebenfalls nicht der 1. Gang genutzt, sondern grundsätzlich der 2. Gang. Erst kurz vor dem Stillstand wechselt das Getriebe wieder in den 1. Gang. Damit beim Fahren im 2. Gang die zulässige Drehzahl nicht unterschritten wird, muss die Getriebesteuerung die Kupplung des 2. Ganges unterhalb einer bestimmten Motordrehzahl/Geschwindigkeit mit Schlupf betreiben.

Warum machen die Hersteller das überhaupt, anstatt so lange den 1. Gang zu nutzen, bis der 2. Gang voll eingekuppelt werden kann, also die Kupplung kraftschlüssig ist? Aus Komfortgründen!

Zum einen müssen DKGs hinsichtlich ihres Komfortverhaltens mit Wandlerautomatikgetrieben konkurrieren und sollen sich gerade beim Anfahren und Kriechen bzw. beim Fahren im niedrigen Geschwindigkeitsbereich auch annähernd so verhalten. Das Verhalten einer hydrodynamischen Kupplung (wie der Drehmomentwandler eine ist) bei niedrigen Geschwindigkeiten lässt sich nur mit einer schleifenden Kupplung realisieren. Würde man im kritischen Geschwindigkeitsbereich den kurz übersetzten 1. Gang voll einkuppeln, wäre der Komfort weitgehend dahin. Jede geringste Gaspedaländerung würde vom Auto sofort mit einem Kopfnicken quittiert werden. Durch das Kupplungsschleifen im länger übersetzten 2. Gang werden Gaspedalbewegungen deutlich besser gedämpft. Von LuK, dem Hersteller der DQ200-Mehrfachkupplung, heißt es dazu:
Ein wesentlicher Unterschied von Anfahr- und Schaltvorgängen mit automatisierten Systemen im Vergleich zum manuellen Fahren liegt darin, dass zur Steigerung des Fahrkomforts der Zustand, in dem die Kupplung mit Schlupf betrieben wird, deutlich länger gehalten wird (Kriechfunktion).

Zum anderen weisen DKGs ein anderes NVH-Verhalten als normale Handschaltgetriebe mit lediglich einer Kupplung auf. Hierzu schreibt LuK:
Da speziell in den kleineren Gängen 1, 2 und Rückwärtsgang fast immer die Eigenfrequenz des Antriebsstrangs während des Schlupfzustandes durchfahren wird, können kleinste Drehmomentenschwankungen am Ausgang der Kupplung zu spürbaren Schwingungen oder Geräuschen am Fahrzeug führen. Verstärkt wird dies noch dadurch, dass beim Doppelkupplungsgetriebe während des Anfahrvorganges nur ein Teilgetriebe durch das Drehmoment vorgespannt wird und das inaktive Teilgetriebe frei schwingen kann. Damit können zusätzliche Geräusche entstehen.
Durch die nicht kraftschlüssige Verbindung zwischen Motor und Getriebe wird die Schwingungsdämpfung verbessert und unschöne Klapper- oder Rasselgeräusche minimiert, sowie ein Kupplungsrupfen vermieden. Gerade beim DQ200 zeigt sich aber immer wieder, dass dies trotzdem lange nicht so gut gelingt wie bei den nasslaufenden DSGs, da die nasslaufende Lamellenkupplung effektiver Schwingungen dämpfen kann als die trockene Variante. Dadurch neigt das DQ200 deutlich stärker zum berüchtigten "Losräderrasseln" als die nasslaufenden DSG-Varianten (das ist auch hier im Forum dokumentiert).

Weiterhin müssen von der Getriebemechatronik fortlaufend die sich über die Laufzeit hinweg ständig verändernden Kupplungsparameter adaptiert werden, damit ein konstantes Schaltverhalten über die gesamte Lebensdauer überhaupt realisierbar ist. Gerade bei Trockenkupplungs-DKGs gestaltet sich dies aber unter Umständen als schwierig:
Hier sind zwar bereits unterschiedliche Adaptionsverfahren bekannt, allerdings steigen die Anforderungen an derartige Adaptionsverfahren bzw. an Kupplungskennlinienadaptionsverfahren, insbesondere die Anforderungen an die Kisspointadaption an, da insbesondere aufgrund des sehr hohen „Stop- and Go-Anteils" bei Fahrzyklen in sogenannten „Mega-Cities" sich in relativ kurzer Zeit ein hoher Verschleiß an den Reibelementen/Reibflächen einer Kupplung einstellen kann, wodurch dann der Fahrkomfort vermindert wird. [...]
Bei den aktuell im Stand der Technik bekannten Adaptionsverfahren werden insbesondere aufgrund von zeitlich geringen Konstant-Fahranteilen der Kraftfahrzeuge, sowie aufgrund von jeweiligen länderspezifischen Fahrweisen (der dortigen Benutzer) auch häufig die derzeit im Stand der Technik bisher geltenden Adaptionsbedingungen verletzt bzw. nicht erfüllt [...].
aus:
In wie fern dieses noch sehr junge Patent in absehbarer Zeit in die Serienfertigung einfließt weiß ich nicht, inbesondere, da die mit den Schleppmomentverlusten einhergehenden Verbrauchsnachteile nasslaufender DKGs durch eine bedarfsgerechterer Ölförderung immer weiter in den Hintergrund treten.

Was heißt das zusammengefasst? DKGs müssen hinsichtlich der Kupplungssteuerung anders geregelt werden als ein Handschaltgetriebe. Die Schleifphasen (insbesondere im 2. Gang) werden deutlich verlängert. Daraus ergeben sich folgende Probleme:
- durch das häufige Kupplungsschleifen steigen die Anforderungen an die Kupplung, da hierbei viel Wärme entsteht, wodurch der Materialverschleiß ansteigt und das tribologische Verhalten des Reibbelags sich verändert
- die Kupplungsregelung und -adaption muss äußerst exakt funktionieren, da ansonsten der Verschleiß noch weiter ansteigt, wodurch langfristig Schäden am Getriebe enstehen können und die Schaltqualität spürbar abnimmt
- durch die enstehende Wärme werden auch die restlichen Getriebekomponenten stärker belastet, inbesondere die empfindliche Getriebemechatronik und ggf. das ATF

Nasslaufende DKGs können diese Anforderungen ohne Probleme erfüllen. Erstens kann die in der Kupplung enstehende Wärme vom Kühlöl sehr effektiv abtransportiert werden. Zweitens wird das Getriebe selbst durch die Mehrwärme nicht belastet, da nasslaufende DKGs über einen Ölkühler verfügen, der das Getriebeöl immer im optimalen Temperaturbereich hält. Anhand der aus der Doppelkupplung austretenden Öltemperatur kann das Getriebe außerdem direkt auf die Kupplungstemperatur schließen und den Kühlölstrom entsprechend einstellen. Der Kühlölstrom wird darüber hinaus je nach Fahrsituation geregelt, um ein Überhitzen der Doppelkupplung gleich von vorherein zu unterbinden. Sollte die Kupplung dennoch einen kritischen Temperaturbereich erreichen, kann die Getriebesteuerung zumindest durch ein spontanes Öffnen der Kupplungen ein Überhitzen verhindern.

Das alles ist bei einem trockenen DKG überhaupt nicht möglich. Eine Ölkühlung der Kupplung gibt es nicht. Das ganze Getriebe ist ausschließlich luftgekühlt. Die Getriebesteuerung kann die Kupplungstemperatur nicht messen, sondern lediglich über ein Rechenmodell grob schätzen. Es ist bislang niemandem gelungen einen Temperaturfühler in einer Trockenkupplung unterzubringen. Hyundai hatte beim hauseigenen DCT mal mit einem batteriebetriebenen Temperaturfühler experimentiert, aber das ganze nicht zur Marktreife gebracht.

Das wirft die Frage auf, ob Trockenkupplungen für DKGs überhaupt geeignet sind. Je nach Fahrprofil können sie den Anforderungen unter Umständen nicht gerecht werden. Damit meine ich nun übrigens nicht diejenigen, die hin und wieder mal einen schnellen Ampelstart hinlegen. Betroffen sind meiner Meinung nach vor allem diejeningen, die häufig im dichten Verkehr anfahren oder mit niedrigen Geschwindigkeiten fahren oder kriechen müssen, also ausgerechnet diejenigen, für die sich eine Automatikgetriebe ganz besonders lohnt. Diese grundlegende Problematik bei trockenen DKGs lässt sich aus meiner Sicht auch nicht ohne weiteres lösen.

Daher meine abschließende Frage: Wenn hier immer wieder darauf verwiesen wird, dass Probleme angeblich nur bis zu einem bestimmten (augenscheinlich willkürlich gewählten) Baujahr aufgetreten seien und das Getriebe inzwischen absolut zuverlässig wäre, welche konkreten Änderungen hat VW denn am Getriebe vorgenommen, die das Potential hätten diese Problematik in den Griff zu bekommen und die Zuverlässigkeit des DQ200 signifikant zu steigern? Mir sind nämlich keine bekannt (außer diversen Softwareupdates, die das Problem höchstens mildern, aber aus meiner Sicht nicht lösen können).

Und wie gehen eigentlich andere Hersteller mit diesen grundlegenden Problemen um? Die meisten DKGs sind vom Typ nasslaufend. Einer der größten Hersteller von DKGs (Getrag) entwickelt keine neuen DKGs mit trockener Doppelkupplung mehr, selbst die kleinste Variante bis 190 Nm hat nun eine nasslaufende Lamellenkupplung. Daraus möge bitte jeder seine eigenen Schlüsse ziehen und die Frage nach der Lösbarkeit der bekannten Probleme für sich selbst beantworten.

Dennoch wünsche ich jedem DQ200-Fahrer, dass sein Getriebe so lange wie möglich halten möge und VW die Probleme doch irgendwie in den Griff bekommen hat! Grundsätzlich weniger Bedenken haben müssen logischerweise diejenigen, die ihr Auto mit 5-jähriger Anschlussgarantie kaufen und es danach abgeben oder leasen. Ganz ohne Risiko ist aber auch das nicht, wenn man wie purzelpurzel bis zuletzt mit nicht vollständig abstellbaren Probleme leben muss.

Wer sich damit näher auseinandersetzen will, dem kann ich folgende Lektüre empfehlen, aus der ich auch einige meiner Informationen zu den grundlegenden Herausforderungen eines Trockenkupplungs-DKG habe:
Kimmig, Karl-Ludwig et al.: In. Schaeffler Kolloquium.
 
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  • DSG - Erfahrungen / Fragen zur Benutzung Beitrag #560
1A Post DSG-Pilot.
Auch wenn man keine Statistik hat, die schlechten Beiträge im Internet sind nicht grundlos da.
Ich habe auch nicht von einer Verbesserung des DQ200 gehört. Die Sache mit dem Rückruf ging ja nur um das synthetische Öl, welches gegen mineralisches Öl getauscht wurde um Kurzschlüsse wegen dem Schwefelanteil zu verhindern. An den Kupplungen hat sich denke ich nie was getan. Das Getriebe wurde nun mal gebaut und die Kunden haben die A.. Karte. Man kann eigentlich nur noch versuchen schonend mit dem Getriebe umzugehen. So wenig wie möglich schleifen lassen, beim Ausrollen N rein machen statt die Gänge nacheinander schalten zu lassen oder das Getriebe häufiger manuell benutzen um den 1 Gang etwas höher drehen zu lassen und allgemein die Anzahl der Gangwechsel zu minimieren.
 
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