Es liegt an der geringeren Drehzahl und dem größeren Drehmoment.
Und der heftigeren Explosion beim Diesel pro Hub.
Die Gangsprünge sind nur das Ergebnis daraus.
In den oberen Gängen merkt man das nicht mehr so starkt weil die Übersetzung sehr groß ist.
Der Argumentationskette kann ich nicht folgen.
Diesel müssen aufgrund ihres begrenzten Drehzahlbandes länger übersetzt werden als Benziner um vergleichbare Geschwindigkeiten zu erreichen. Das ist so weit richtig. Was das aber mit unserem konkreten Beispiel zu tun hat, ist mir schleierhaft, denn der lang übersetzte letzte Gang ist ja nicht das Problem.
Das Problem sind vielmehr die kurz übersetzten ersten drei Gänge, insbesondere der extrem kurz übersetzte 1. Gang. Hier noch einmal die Übersetzungen:
14,257 (alt)
15,146 (neu)
Ich kann nicht genau sagen weshalb VW der Meinung war der 1. Gang müsse noch kürzer übersetzt werden. Die Radzugkraft beim Anfahren mit dem 184 PS TDI ist schon enorm, was einen feinfühligen Gasfuß voraussetzt. Vielleicht um beim Sprint von 0-100 km/h noch ein paar Zehntel herauszuquetschen.
Es ist also einfach eine Frage der Abstufung. Ein sehr kurz übersetzter 1. Gang in Verbindung mit einem relativ lang übersetzten 6. Gang, also eine für 6 Gänge außerordentlich hohe Spreizung, resultiert eben in relativ großen Gangsprüngen. Man sieht das auch anhand eines Vergleichs mit dem Handschalter. Hier liegt die Spreizung beim 184 PS TDI bei
6,22. Beim DSG mit dem gleichen Motor beträgt die Spreizung bei der gleichen Anzahl von Gängen
7,313! Die Kehrseite von der Medaille sind eben spürbarere Gangwechsel in den unteren Gängen. Wäre das DSG genauso abgestuft wie der Handschalter, hätte man einen spürbar höheren Schaltkomfort, aber gleichzeitig eine niedrigere Radzugkraft in den unteren Gängen, was Nachteilig im Hinblick auf das Anfahrverhalten und die Beschleunigung ist.
Und das ist die ganze Erklärung für das Phänomen. Leider sind mir die Übersetzungen des neuen 7-Gang DSG DQ381 bei den Dieseln noch nicht bekannt, ansonsten könnte man hier einen Vergleich anstellen. Ich traue mich aber wetten, dass durch den 7. Gang auch die Gangsprünge etwas verkleinert worden sind. Die Konkurrenz bietet nämlich mittlerweile fein abgestufte Wandlerautomaten mit 8 Gängen an. Will man da beim Schaltkomfort mithalten, muss man zwangsläufig die Gangsprünge verkleinern.
Das DSG mit seinen 6 Gängen ist einfach nicht mehr ganz auf Höhe der Zeit. Aber für mich ist es gut genug, vor allem in einem Land, in dem die überwiegende Mehrheit immer noch mit dem Schaltknüppel durchs Getriebe rührt. Dagegen ist das DSG fast schon High-Tech-Luxus.