Hallo Carpenter,
ich bin auch Leidgeplagter ST FR 2019 Besitzer und vermute inzwischen, dass es von der Dichtung auf dem "Mittelsteg" zwischen vorderem und hinterem Glasdeckel kommt.
Meine Theorie:
Die Dichtung auf dem Mittelsteg ist die einzige Dichtung, die kraftschlüssig eingeklemmt ist, wenn das PD geschlossen ist.
Allgemeine Knarzgeräusche:
Wenn das Dach geschlossen ist, und es zu Temperaturänderungen kommt, verformen sich Dichtung und berührende Metallteile unterschiedlich. Wenn die Dichtung aufgrund ihrer Sprödigkeit nicht mehr ausreichend gleitfähig ist, kann sie sich nicht mehr entspannen und aufgrund der Zwangsbeanspruchung der Dichtung infolge der unterschiedliche Verformungen kommt es zu Geräuschen. Oft hilft in diesem Fall ja auch, wenn man das Dach kurz öffnet und wieder schließt, um zumindest eine zeitweise Verbesserung zu haben.
Verwindungsgeräusche:
Wenn die Dichtung nicht mehr gleitfähig genug ist, und sich die Karosserie verwindet, "schrubbt" die Dichtung über die berührenden Metallteile von vorderem Glasdeckel und darunterliegendem Mittelsteg. Hierbei entstehen ebenfalls Geräusche. Die Geräusche sind recht laut, da der Glasdeckel als eine Art Resonanzkörper wirkt. Zur Geräuschentwicklung reichen Verformungen von nur wenigen Millimetern aus.
Bei mir kommen die Geräusche gefühlt aus dem "hinteren Bereich". Wenn das PD gekippt ist, gibt es keine Geräusche. Das würde die Theorie bestätigen.
Lösungsansatz:
Die Dichtung auf dem Mittelsteg ALLSEITIG (oben, unten, seitlich) gut einfetten, ebenso alle Flächen am vorderen Glasdeckel und dem Mittelsteg, die mit der Dichtung in Kontakt kommen wenn das PD geschlossen ist. Das hat bei mir zu einer deutlichen, aber nicht 100%, Verbesserung geführt.
Da mich die nun nur noch sehr selten auftretenden Geräusche bei stärkerer Verwindung der Karosserie immer noch sehr genervt haben, habe ich mir heute Nachmittag nochmals alle Dichtung genau angeschaut und geprüft, ob diese noch ausreichend gefettet sind. Dabei ist mir Folgendes aufgefallen: Die Dichtung auf dem Mittelsteg ist ein "B-Profil" (siehe Foto anbei, habe ich auf Motortalk gefunden).
Theoretisch kann sich die Dichtung bei Verformung aufgrund der Öffnungen also auch "gegen sich selbst" verschieben und dabei Geräusche erzeugen. Nun habe ich Silikonsprühfett genommen, und in beide Öffnung von jeder Seite aus ordentlich reingesprüht. Bei der darauffolgenden Probefahrt auf einer Straße wo das Dach häufig geknarzt hat, war es dieses mal absolut geräuschfrei. Ob das langfristig Abhilfe schafft muss ich allerdings beobachten.
Die 6 Schrauben festzuziehen (genau auf 5 Nm gemäß Anleitung) habe ich auch schon versucht, Erfolg hat dies allerdings keinen gebracht.
Ebenso war ich beim Freundlichen (Seat Niederlassung Stuttgart), der das Dach ebenfalls "neu justiert" hat. Nach ca. 3 Tagen waren die Geräusche wieder unverändert da. Nach Aussagen des Freundlichen kann man nicht mehr machen und muss bei einem beweglichen Teil damit leben. Dass Verspannungen der Karosserie die Ursache sind, kann ich mir nicht vorstellen. In den Foren haben zudem viele berichtet, bei denen das Dach komplett ausgetauscht wurde, dass es nach einer Weile wieder das selbe war. Meine Vermutung ist daher die altersbedingte und/oder temperaturabhängige Versprödung des Dichtungsgummis. Ob ich richtig liege, wird sich in den nächsten Tagen / Wochen zeigen.
Auf jeden Fall würde es mich freuen, wenn du uns hier auf dem Laufenden hältst, wenn du die Ursache oder noch besser die Lösung für das Problem findest

.
Dieses Dach hat mich schon so viel Zeit und Nerven gekostet
