Waldix
"Ein Kaltstart bedeutet für den Motor eine Extrembelastung". Wenn das Auto steht, hält diese starke Belastung umso länger an, da das Triebwerk bei Leerlaufdrehzahl deutlich langsamer warm wird als während der Fahrt.
Das begünstigt schnelleren Verschleiß - aus mehreren Gründen: Das noch dickflüssige Öl gelangt nicht an alle Schmierstellen. Dann reiben beispielsweise Gleitlager ungeschmiert aufeinander, was die Bauteile leiden lässt. Bei einem kalten Ottomotor kondensiert zudem immer etwas Treibstoff im Ansaugtrakt oder an den Zylinderwänden. Damit der Motor überhaupt starten kann, muss ihm deshalb mehr Kraftstoff zugeführt werden. Dieser verbrennt aber nicht vollständig, was zu einer Ölverdünnung führt. Auch der Auspuff kann schneller rosten, weil sich Kondenswasser im kalten Abgastrakt sammelt.
Desweiteren läuft der Katalysator, im Stand, des Autos noch nicht mit. Er muss erst auf eine Mindesttemperatur erwärmt werden, um effizient arbeiten zu können. Bis es soweit ist, stößt das Auto bis zu 70 Prozent mehr Schadstoffe aus als bei warmem Motor.
Damit ein Verbrennungsmotor bei kalten Temperaturen überhaupt starten kann, fettet dessen Elektronik das Kraftstoff-Luft-Gemisch stark an. Das heißt, es wird deutlich mehr Sprit in den Zylinder eingespritzt als bei einem warmen Motor. Zu erkennen ist dies an der höhreren Leerlauf-Drehzahl. Bei einem warmen Motor liegt diese bei etwa 800 Umdrehungen pro Minute, ein kalter Motor dreht etwa 1200 bis 1500 Touren. Dieses Drehzahlplus bedeutet mehr Lärm und einen erhöhten Spritverbrauch. Hochgerechnet kann ein Benzinmotor auf diese Weise 25 bis 30 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Und das, obwohl das Auto nur steht. Fährt man direkt los, ist der Verbrauch anfangs ebenfalls noch hoch.