Du kannst aus meiner Sicht an alle diese Gründe glauben, denn alle sind richtig. Ich kann sogar noch einen Nennen: Ein Händler in meiner Nähe nannte mir im Mai sechs Monate als Mindestwartezeit - wenn ich das Dynamik-Paket dazu nehmen würde, würde das nochmal +3 Monate bedeuten wegen Lieferschwierigkeiten. Ich habe dann letzten Endes nicht bestellt, sondern kürzlich eine Tageszulassung gekauft.
Autos werden "Just in Sequence" produziert - das bedeutet, dass die Produktion in der Regel chaotisch geplant ist (d.h. es gibt keine erkennbare Reihenfolge). Aufträge bei Zulieferern werden in diesem System so gestellt, dass Komponenten genau zum Produktionszeitpunkt des Autos in der Fabrik eintreffen. Es gibt keine Zwischenlager am Produktionsstandort, denn Lagerplatz kostet Geld. Das hat nun den Effekt, dass wenn ein Zulieferer nicht liefern kann, Aufträge für das selbe Fahrzeug bei anderen Zulieferern ebenfalls nach hinten verschoben werden. Das Produktionsdatum ergibt sich also aus dem frühestmöglichen Zeitpunkt, zu dem alle erforderlichen Zulieferer gleichzeitig liefern können.
"Just in Sequence" Produktionen sind durch Corona stark unter Druck geraten, nicht nur durch geschlossene Fabriken. Nur eingeschränkt arbeitende Seehäfen sind ein weiteres Problem. Schaut mal nach "Long Beach", dort liegen Schiffe aktuell teils wochenlang vor Anker, um auf Abfertigung zu warten. Dazu kam der Ever Given Zwischenfall. Aktuell steht der Welthandel durch den Teils geschlossenen Hafen Yantian (China) unter Druck (Ursache: Coronaausbruch).
Wer die genannten Beispiele nicht kennt und sich ein wenig für Welthandel interessiert, kann diese ja einfach mal googeln.