AW: Das alte "Wasser in Türen Problem" selbst beheben
Hab mal meine "Abdichtungsaktion" kurz zusammengefaßt. Evtl. hilft das ja dem einen oder anderem.
Also eigentlich ist die Abdichtung keine große Sache, wenn man etwas handwerkliches Geschick und das passende Werkzeug besitzt.
Zunächst muß die Türverkleidung ab. Dazu muss am Innengriff die Abdeckung runtergehebelt werden. Da sitzen dann 2 große Kreuzschlitzschrauben, die müssen raus. Dann auch die ganzen kleinen Schrauben, die den Griff mit der Verkleidung verbinden, rausdrehen und den Betätigungszug für den Türöffner aushängen. Unten sitzen dann noch zwei Schrauben (Torx!). Wenn die raus sind, kann die Verkleidung, von unten beginnend, abgehebelt und schließlich nach oben weggehoben werden. Dann hängen aber noch die ganzen Kabel dran; die an den Steckern lösen. Dann den Schalter für die E-Fenster aus der Verkleidung ausbauen und wieder an den Stecker anklemmen (das jeweilige Fenster muß nachher noch mal in ´ne passende Stellung gebracht werden).
Wenn man die Tür öffnet, sitzt da oberhalb des Schlosses (Innenseite der Tür) ´ne kleine, schwarze Abdeckkappe. Die "prockelt" man raus. Darunter sitzt wieder ´ne Torxschraube. Diese sichert den festen Teil des äußeren Türgriffes. Diese Schraube löst man soweit, bis sich dieses kleine Teil (sitzt in Fahrtrichtung gesehen hinten am Griff) bei leicht gezogenem Türgriff rausnehmen lässt.
Die Schraube keinesfalls ganz rausdrehen!!!!!!!!! Wenn man den Griff nun ganz rauszieht, sieht man da einen kleinen Bowdenzug, den man aus dem Griff aushängt. Achtung bei den hinteren Türen: wenn man beim Zusammenbau den Bowdenzug nicht wieder einhängt und die Kindersicherung aktiviert ist, bekommst man die Tür nicht wieder auf. Ich habe drei Stunden gebraucht, um irgendwie von innen an den Mechanismus dranzukommen! Am Schloß (wieder Innenseite der Tür) sind noch zwei große Innenvielzahnschrauben, die raus müssen.
Nun geht´s an den Ausbau des Türinnenbleches: ca. in der Mitte sind zwei große Gummikappen. Diese öffnet man und fährt nun das Fenster so weit runter, daß man durch diese Löcher an die Schrauben kommt, die die Scheibe mit dem Fensterheber verbinden. Hinten sind da nur Plastikteile drin, die man mit ´nem passenden Dorn nach innen treiben muß (da schon mal viel Spaß beim Wiedereinbau!). Die Scheibe schiebt man nun per Hand ganz hoch und fixiert sie oben mit Klebeband. Nun noch alle Kabel vom Blech lösen (das Kabel der ZV kann man erst vom Blech wegbekommen, wenn dieses gelöst ist. Sitzt von hinten an ´nem Stecker) und alle Sechskantschrauben rausdrehen. Nun kann man das Blech ringsherum lösen (klebt mit der Möchtegerndichtung an der Tür fest) und es aus der Tür "rausprockeln". Erst etwas anheben, bis die Schienen des Fensterhebers unten über die Kante gehen und dann leicht schräg nach vorne rausziehen (der Mechanismus der ZV sitzt sehr weit hinten am Blech).
Jetzt kann man sich überlegen, wie man da abdichten will. Entweder mit "echter" Karosseriedichtmasse oder, so wie ich, mit Silkon auf Wasserbasis. Gibt´s z.B. bei OBI. Keinesfalls normales Sanitärsilikon nehmen! Da ist Essig drin, der in Verbindung mit der Luftfeuchtigkeit Essigsäure bildet und dann den Lack (und später das Blech) angreift (heißt es jedenfalls).
Da wo die Dichtnaht hinkommt, alles schön sauber machen, auch die Tür (z.B. mit Spiritus). Ich habe aber nicht ringsherum ´ne Naht gelegt, sondern nur ca. bis auf Hälfte des Bleches. Und vorsichtshalber auch gleich noch den Lautsprecherausschnitt mit abdichten. Da kam bei mir auch etwas Wasser durch. Ich habe die Dichtnaht oberhalb der Originaldichtung gesetzt. Nun muß es einigermaßen zügig gehen: Kabelverbindung der ZV wieder herstellen, Blech wieder in die Tür "einfädeln" (also wieder schräg von vorne, etwas anheben wegen der Fensterheberschienen) und dann die Sechskantschrauben reindrehen. So kann die Dichtmasse überall bündig anliegen und sich entsprechend "hindrücken".
Na ja, und nun halt alles wieder in umgekehrter Reihenfolge zusammenbauen. An den Bowdenzug im Türaußengriff denken! Hinten wird´s wie gesagt etwas prockelig mit dem zweiteiligen Plastikclip am Fensterheber. Da hab ich bald ´ne Stunde gesessen, bis der wieder drin war. Lag natürlich zwischenzeitlich auch mal wieder in der Tür drin, wo ich ihn erst wieder rausfischen musste. Und nach Möglichkeit sollte der Wagen ein bis zwei Tage im Trockenen stehen, damit die Dichtmasse erst mal trocknen kann.
Hoffe, ich habe nichts vergessen und meine Beschreibung hilft. Leider habe ich die Größe der jeweiligen Schraubenköpfe nicht mehr im Kopf, sonst hätte ich die gleich mit angeführt.