AW: Abgasanlage Cupra 280/290 ST
Chris: Danke für die Aufklärung. Habe das wie gesagt auch nur in einem sehr professionell gemachten Bericht über Auspuffanlagen gelesen. Aber da scheint auch nicht alles Gold zu sein was an Wissen im Internet glänzt.
Das war der Artikel:
was sagt ihr zu nachfolgendem Statement. Es geht mir nicht ums Recht haben, jedoch hasse ich nichts mehr als arrogante Klugscheisser, die auch noch Witzfiguren sind. Ich hatte nichtsahnend den rotmarkierte Text zum Besten gegeben. Wenn der Autor Recht hatte, ist das natürlich ok und seine Kritik angebracht:
Die Pauschale Behauptung, dass weniger Gegendruck hinter dem Turbo für mehr Leistung sorgt, ist definitiv falsch und widerspricht jeglicher Logik!
Die Druckverhältnisse vor und nach dem Turbo sind sehr wichtige Faktoren für die Effizienz.
Der Grund dafür ist eigentlich recht einfach:
Die Abgase verlassen den Motor ja nicht gleichmäßig, sondern pulsierend. Wenn ein Auslassventil öffnet, kommt für kurze Zeit ein hoher Druckimpuls der auf das Schaufelrad am Turbo trifft. Der Turbo kann dieser sehr hohen Frequenz an starken Druckimpulsen natürlich nicht folgen und läuft gleichmäßig weiter. Es entstehen also Druckschwankungen.
Im Idealfall ist es so, dass den Abgasen unmittelbar nach dem öffnen des Ventils ein leichter Widerstand entgegen wirkt. Dadurch entstehen weniger Verwirbelungen, die Abgase strömen gleichmäßig und kontrolliert zum Turbo, wodurch dieser je nach Betriebszustand die maximale Effizienz, erreicht.
Ein Beispiel:
In einem aufgeblasenen Luftballon ist Energie in Form von Druck gespeichert. Lasse ich diese Energie in Form von Luft (Abgas) langsam aber kontrolliert über die Öffnung auf ein Windrad (Turbolader) strömen dreht sich was. Lasse ich den Ballon zerplatzen entweicht die Energie schlagartig und unkontrolliert und nichts dreht sich oder nur ganz wenig. Der Vergleich passt vielleicht nicht so ganz, aber ich glaube das Prinzip dahinter wird damit deutlich.
Je nach Last / Drehzahl und Auslegung kann man es sogar so abstimmen, dass durch die Massenträgheit der Abgase und des Turbos am Ende des Auslasstaktes ein leichter Unterdruck entsteht wodurch die Abgase aus dem Brennraum „gesaugt“ werden oder Bedingungen entstehen, welche das einströmen der Frischluft im anschließenden Ansaugtakt begünstigen.
Durch einen falschen Gegendruck, können turbulente Luftströmungen also Verwirbelungen entstehen. Folge wäre z.B. dass weniger Energie auf den Turbo übertragen wird, sich der Gasaustausch im Brennraum verschlechtert, oder auch der Turbo erheblich darunter leidet, da die Druckimpulse ständig darauf einprügeln.
Eine Änderung dieser Druckverhältnisse egal ob vor oder nach dem Turbo oder am Turbo selber, ist also sehr wohl als kritisch zu betrachten.
Da jeder Hersteller diese Druckverhältnisse unterschiedlich abstimmt und das Wissen darüber in der Regel nicht bekannt ist, sind pauschale Aussagen über die Auswirkungen nicht möglich. Was davon zu halten ist, wenn pauschale XY PS Mehrleistung versprochen werden, kann sich jeder selber ausmalen.
Natürlich ist es denkbar, dass durch entsprechende Engriffe, bei gewissen Drehzahl und Lastzuständen eine Leistungs- oder Drehmomentänderung oder gar ein Steigerung erreicht werden kann. In der Regel sind die Systeme ab Werk aber bereits so gut abgestimmt, dass eine Verbesserung nur über den Auspuff kaum noch spürbar ist und an anderer Stelle für so große Nachteile sorgt, dass es kaum noch alltagtauglich wäre.