Original von Mirco
PS.: die angeblichen 460 nm, sind die vom Prüfstand ? Das sind Werte, die nicht mal ein 3 Liter-Diesel von BMW erreicht, wie lange wird das überhaupt halten --> Standfestigkeit ? :O
Vielleicht mal ganz Interessant der Artikel, die BMW Turbo-Diesel sind nicht standfester weil sie mehr Hubraum haben:
"Chip-Tuning an Turbodiesel-Motoren verspricht theoretisch billige Mehrleistung. Die Praxis sind teure Motorschäden, wenn bei der Auswahl der Tuningmaßnahmen gepfuscht wurde.
Beim Stichwort Chip-Tuning bekommt Richard Bauder, der Entwicklungsleiter der erfolgreichen TDI-Motorenfamilie von VW und Audi, ein Gesicht wie ein Fußballfan nach einer Heimniederlage: "Da wird viel Schrott gebaut. Meine Werksingenieure sind die besten Tuner. Sie wissen, was optimiert werden muss."
Der Audi-Serviceleiter Anton Heindl unterstreicht diese Abneigung: "Rund eine Million unserer TDI-Motoren laufen weltweit. Mit nur 120 gemeldeten Motorschäden sind sie sehr standfest, zumal bei 100 dieser Motorschäden der begründete Verdacht auf unsachgemäß ausgeführtes Chip-Tuning besteht."
Das Problem der Kundendiensabteilungen: Die Tuningmaßnahmen am TDI sind sehr unauffällig auszuführen. Ein paar elektronische Bauteile in Verbindung mit einer elektrischen Schaltung reichen aus, um den TDI-Motor von 90 auf 110 PS zu bringen. Dabei wird dem Motormanagement oft nur eine etwas höhere Luftmenge im Brennraum vorgegaukelt. Die Einspritzung reagiert folgerichtig mit einer größeren Einspritzmenge, und Richard Bauder weiß: "Ein wenig mehr Leistung und bedeutend mehr Ruß sind die logische Folge."
3D-Ansicht des Russkennfelds eines 1.9TDI Motortunings Auch wenn der Chip-Tuner eine kundige Hand beim Umgang mit der Rußgrenze haben sollte, bleiben noch viele Möglichkeiten, dem flotten Diesel den Garaus zu machen. Die Audi-Ingenieure verwenden für ihren 110-PS-Serienmotor einen größeren Ölkühler, größere Einspritzdüsen, einen anderen Lader mit verstellbaren Leitschaufeln und eine veränderte Einspritzcharakteristik.
Solche Umbaumaßnahmen würden die Möglichkeiten eines Tuners bei weitem sprengen. Doch auch so sind die Tuningangebote, die bis zu 30 Mehr-PS für rund 1.300 Mark versprechen, großzügig kalkuliert. Der VW-Entwicklungsingenieur Hanno Jelden sagt: "Die Steuergeräte der Tuner enthalten Bauteile im Wert von knapp 20 Mark. Nur die Gehäuse der Tuningkits, die häufig zwischen Kabel und Stecker des Motormanagements eingesteckt werden, stammen aus dem Ersatzteillager. Mit VW-Prägung sehen sie seriös aus."
Gängiger Fehler der Chip-Tuner: Sie wollen zu viel Leistung. Deshalb spritzen ihre Tuningprogramme zu lange ein. Dabei erwischen die Einspritzstrahlen der Düse den Kolben, der im Arbeitstakt nach unten gleitet. Die folgenden Detonationen direkt an der Kolbenoberfläche zerstören den Motor.
Den BMW-Kundendienst plagen die gleichen Probleme: Das elektronische Motormanagement, das seit Baujahr 1988 für den Turbodiesel verwendet wird, lässt sich durch einfache Kits gründlich austricksen. Die Tuner versprechen in Anzeigen bis über 170 PS.
BMW-Entwicklungsingenieur Helmut Halbmeyr: "Dabei ignoriert der Tuner schlicht, dass Motoren bei Leistungserhöhung tief gehend modifiziert werden müssen. Allein um den 2,5-Liter-Turbodiesel von 260 auf 280 Newtonmeter zu steigern, verwenden wir Ventile mit höherem Nickelgehalt und einen Zylinderkopf mit optimierten Wasserkanälen."
Wer die Mehrleistung konsequent nutzen möchte, der ist nur mit dem stärkeren Werksmotor richtig bedient
BMW hat das Chip-Tuning ab Werk ebenso verboten wie Audi und VW. Anders als bei den TDI-Motoren steht hinter dem BMW-Tuningverbot ein technischer Grund: Der 2,5-Liter-Turbodiesel ist bereits in serienmäßigem Zustand mit einer Nennleistung von 143 PS nicht ganz unproblematisch. Vor Jahrgang 1995 haben diese Motoren immer wieder Schwierigkeiten mit der Kopfdichtung, auch tiefe Risse im Kopf sind keine Seltenheit.
Renommierte Tuner wie AC Schnitzer in Aachen lassen deshalb die Finger vom BMW mit tds-Motor. Das unterscheidet sie von den TDI-Spezialisten bei VW und Audi: Wenn der Tuner hier gefühlvoll vorgeht, kann er ein paar mechanische Reserven der TDI-Motoren aktivieren, die in der Serienversion ungenutzt bleiben.
Richard Bauder: "Wenn die höhere Leistung des Tuningmotors nur gelegentlich genutzt wird, kann der Motor sogar halten. Wer die Mehrleistung jedoch konsequent für höheres Durchschnittstempo nutzen möchte, der ist auf Dauer nur mit dem stärkeren Werksmotor richtig bedient."
Durch Chip-Tuning hingerichtete Motoren werden zuverlässig entlarvt und aussortiert
Der Fahrer eines getunten TDI könnte jetzt den Tuning-Chip mit wenigen Handgriffen wieder ausbauen - der vorübergehende Eingriff wäre nicht nachweisbar.
Doch die Kundendienst-Ingenieure kennen alle Anzeichen für Chip-Tuning so gut wie das Kachelmann-Team die Großwetterlage: Sobald ein rauchender TDI-Motor in einer Vertragswerkstatt auftaucht, wird der Schaden zuerst an den zentralen Kundendienst gemeldet, noch bevor zur Diagnose die Haube geöffnet ist.
Der VW-Kundendienstchef Hermann Wohlleb berichtet, "dass wir bei den wenigen Motoren, die durch Montage- oder Einstellfehler eingehen, sehr großzügige Garantieleistungen anbieten können. Durch Chip-Tuning hingerichtete Motoren werden jedoch zuverlässig entlarvt und aussortiert." Folgekosten für den Besitzer: Ein TDI-Tauschmotor kostet bis zu 8000 Mark."
Quelle: Autouniversum.de