Ich kenne zwar die ADAC-Testkriterien nicht, aber sollte der NEFZ-6c-Golf problemlos ohne Umbauten WLTP-6d-Temp erfüllen (in allen Ausstattungsvarianten), bleibt die Frage offen, warum man extra einen OPF einbaut für das letzte Modelljahr.
Ich habe beim ADAC nur dieses Dokument gefunden:
https://www.adac.de/_ext/itr/tests/...Highline/VW_Golf_1.5_TSI_ACT_BMT_Highline.pdf
Darin gibt es keinen Hinweis auf irgendein Testverfahren und lediglich den Hinweis, dass "die Grenzwerte" (RDE-Konformitätsfaktor?) eingehalten werden.
Klick mal hier auf "Methodik und Hintergrund":
https://www.adac.de/infotestrat/tests/eco-test/default.aspx
Zugegeben, es ist eine Sache, irgendwann zufällig über Messwerte zu stolpern, daraus seine Rückschlüsse zu ziehen und sich diese zu merken, so wie ich das getan habe (schließlich ziehe ich mir meine Behauptungen nicht einfach aus der Nase), oder aber die Quellen dafür jederzeit wie aus der Pistole geschossen zur Hand zu haben. Sie wiederzufinden kostet manchmal Zeit, nicht immer findet man alles so leicht wieder. Und ehrlich gesagt nervt es manchmal auch, immer wieder und wieder den Zweiflern etwas beweisen zu müssen. Da fragt man sich, wenn sie auf ihren Vorurteilen beharren und nicht dazu lernen wollen, warum sollte ausgerechnet ICH sie überzeugen wollen? Wozu muss ich jetzt hier 5 min googeln und zusätzliche 20 min Dinge erneut lesen, nur um jemanden zu überzeugen, der gar nicht überzeugt werden will? Versteh mich nicht falsch, damit meine ich nicht dich persönlich, aber vielleicht verstehst du was ich meine. Mit vielen Leuten im Web ist es zwecklos, sich die Mühe zu machen. Immerhin, ich bin fündig geworden.
Dann guck mal hier:
https://www.adac.de/_mmm/pdf/28842_288648.pdf
Da findest du eine Grafik mit den zehn saubersten und den zehn dreckigsten Benzinern in Sachen Partikelausstoß. Und wie man auch sieht, der Golf 1,5 TSI unterbietet, ganz wie ich "behauptet" hatte, die Grenzwerte spielend. Oder halt, hier ist sogar die Grafik einzeln:
Das bedeutet auch, dass es statthaft ist, wenn man diese Bewertung so interpretiert, dass die Partikelgrenzwerte von 6c und 6d bereits ohne den OPF locker unterboten werden:
Die größeren Fortschritte wurden beim Schadstoffausstoß
erreicht; der CO-Ausstoß bei hoher Last
(Autobahn) wurde reduziert, aber vor allem konnten die
Partikelemissionen deutlich verringert werden. Einen
Partikelfilter setzt VW in dieser Variante noch nicht ein,
die Messwerte liegen allesamt trotzdem unter dem
Grenzwert. Auch bei den RDE-Messungen auf der Straße -
also im Realbetrieb - zeigt sich der Golf 1.5 TSI vorbildlich
sauber. Der verdiente Lohn sind 48 von 50 möglichen
Punkten im Bereich Schadstoffe. Zusammen mit den 30
Punkten für den CO2-Ausstoß ergeben sich 78 Punkte und
damit klar 4 von 5 möglichen Sternen im ADAC EcoTest.
Das ist aus dem von dir verlinkten Test des 1,5 TSI.
Und im Test des GTI Performance heißt es ganz ähnlich:
Positiv fällt der überarbeitete GTI bei den Schadstoffen
auf, vor allem seine Partikelwerte konnte der kompakte
Sportler reduzieren und liegt nun in allen
Messabschnitten unter dem Grenzwert von Euro 6c, selbst
außerhalb des Prüfzyklus - diese gute Leistung klappt auch
ohne Partikelfilter. Sonstige Schadstoffgruppen sind durch
die Bank unauffällig, der GTI - zumindest in der
Performance-Variante - damit ein sauberes Auto, das sich
48 der möglichen 50 Punkte verdient. Zusammen mit den
17 Punkten für den Schadstoffausstoß ergeben sich 65
Punkte und damit 3 von 5 möglichen Sternen im ADAC
EcoTest.
Da die Schadstoffwerte des GTI Performance mit der Note 1,2 bewertet werden kann er wohl kaum mehr Partikel emittieren als der 1.5 TSI.
Ich kenne zwar die ADAC-Testkriterien nicht, aber sollte der NEFZ-6c-Golf problemlos ohne Umbauten WLTP-6d-Temp erfüllen (in allen Ausstattungsvarianten), bleibt die Frage offen, warum man extra einen OPF einbaut für das letzte Modelljahr.
Zum Beispiel kann es sein das ich die durch das zusätzliche Bauteil höheren Kosten durch vereinfachte/vereinheitliche Fertigung/Administration/etc. wieder herraushole. Gerade im Automobilbereich wird da ganz scharf kalkuliert. Oder man will sich einfach die negative Presse ersparen, bei jedem (Vergleichs)Test würde man auf den fehlenden OPF hinweisen
Eben. Wie ich bereits oben sagte:
Für den OPF sprechen nur zwei Dinge: Erstens ist es einfacher umzusetzen als mit innermotorischen Maßnahmen (bspw. dualer Einspritzung), und 2. ist das Vorhandensein eines OPF einfachers fürs Marketing,.....
Die öffentliche Meinung oder, wenn man so will, der Zeitgeist fordert das Vorhandensein eines OPF. Alles andere ist sozusagen erklärungsbedürftig und damit unglücklich für den Hersteller. Allein aus technischer Sicht hingegen geht es ohne einen OPF - qed.
Nun, es kann durchaus sein das auch ohne OPF die Fahrzeuge welche jetzt 6c erreichen auch 6dtemp erreichen könnten.
Der Unterschied in den Werten ist lediglich das die Partikelmenge um 90% pro Kilometer gesenkt werden muss.
Dann stellt sich die Frage was ist einfacher. Nen OPF verbauen oder das komplette Einspritzsystem zu überarbeiten.
Eben.
Aber im Unterschied zwischen 6c und 6d muss ich dich korrigieren. Die Werte sind identisch. Der Unterschied liegt im Messverfahren:
Der ADAC-Test dieser beiden Gölfe (der 1.5 TSI mit 130 PS als dritter Golf mit 6c dürfte mittlerweile auch den Ecotest durchlaufen haben, wer will mag ihn suchen und lesen) erwähnt aber bereits, dass die Testwagen auch im realen Betrieb sauber sind. Nichts anderes ist letztlich der WLTP, zumindest soll er das sein.
tom und odin, the bruce hat behauptet, dass der derzeitige 6cNEFZer bereits 6d-(Temp)/WLTP erfüllen würde, somit keinerlei Maßnahme nötig wäre, man also einfach ohne Entwicklungskosten, Produktionsumstellung und zusätzliche Bauteile weiterfertigen könnte ... Und genau das würde man für ein allerletztes Modelljahr auch machen, wenn es möglich wäre.
Nun ja, zunächst hatte Kiter etwas behauptet. Nämlich pauschal, dass die 6d grundsätzlich nicht ohne OPF zu erreichen wäre. Und dem habe ich widersprochen, sowie mittlerweile für meine Behauptung auch den Nachweis erbracht. Zur Erinnerung, gschrieben hatte ich folgendes:
Wer sagt denn, dass sie die Typprüfung nach 6d und WLTP nicht auch schaffen? Der ADAC hatte sie doch bereits im Ecotest und demzufolge auch den Schadstoffausstoß gemessen. Die 6c-Werte wurden dermaßen spielend unterboten, da ist auch die 6d kein Problem. Und ich wiederhole, ohne einen OPF, denn das war ja der Punkt. Anders als von Kiter behauptet geht es auch ohne OPF.
Darüber hinaus ist wichtig zu wissen, dass Euro-6c-Modelle auch nach dem 1. September 2018 zulassungsfähig bleiben werden. Lediglich neu typgeprüfte Modelle müssen die Euro 6d temp erfüllen. Volkswagen konnte die zum Facelift neu eingeführten Motorvarianten auch noch gar nicht nach 6d typprüfen lassen, weil die Möglichkeit dafür vor dem 1.9.2017 schlichtweg noch nicht gegeben hat. Es wäre wohl zu teuer gewesen, die Typprüfung nach dem 1.9.2017 zu wiederholen, dann mit der 6d temp. Die Schuld liegt hierfür auch bei den Behörden, die die neue Norm erst spät und dann mit viel zu geringem Vorlauf umgesetzt werden. Das momentane Chaos liegt keineswegs nur allein an der Blödheit der Hersteller. Es ist ein gewaltiger Kraftakt, der wie ich aus erster Hand weiß, enorme Resourcen bindet. Glücklich ist damit niemand.
EDIT:
Das Problem mit der Zulassungsfähigkeit aller bisherigen Leon-Varianten ist ja, dass sie eben alle bislang noch NICHT die 6c erfüllen. Und wenn man jetzt schon neu typprüft, dann tut man das naheliegenderweise gleich nach 6d temp. Das bedeutet aber NICHT, dass ein Modell mit 6c ab dem 1.9.18 nicht mehr zulassungsfähig wäre. Irgendwie scheint hier ein weitverbreitetes Missverständniss vorzuherrschen.