Im Grunde ist diese Berechnung eh Blutwurst, da ja selbst dieser großzügige ULT nicht gehalten werden kann. WLPT ist meiner Meinung nach keine Ausrede da es ja 2 Jahre bekannt war. Das Seat den 2.0er auch in der ersten September Woche zertifiziert hat zeigt doch das es möglich war.
Diese ganzen Verzögerungen können nur gewollt gewesen sein. Die Frage ist nur wer profitiert davon ?
Klar kam WLTP nicht aus dem Nichts, aber da der VW-Konzern seit nunmehr drei Jahren in seiner Arroganz geglaubt hat, Dieselgate klein halten zu können, waren die Ressourcen anderweitig gebunden.
Es ist auch in gewissem Maße nachvollziehbar, dass nur wegen WLTP dann eben nicht Ressourcen aufgebläht werden, die danach so nicht mehr notwendig sind, sondern stattdessen eben erst mal die Modellpalette bereinigt wird, und die Brot und Butter Konfigurationen zuerst zertifiziert werden. Dass andere Modelle noch nicht verfügbar sind bedeutet (hoffentlich) ja nicht, dass Seat (/VW) damit noch nicht angefangen hat.
Ich verfolge dieses Forum jetzt seit Anfang des Jahres. Die Informationen gehen zwar oft auseinander, aber es gibt einen Kern, der von einer Mehrheit der Leserschaft als "gesichert" angesehen wird. Diesen Informationen folgend hatte Seat immer einen guten Grund, gerade ein anderes Auto (vor meinem) zu bauen:
-Wegfall der hinteren Seitenairbags -> Priorisierung der Bestellungen, bei denen diese noch verbaut werden können/müssen. (Damit Abbau Restlagerbestand, schlankere Produktion etc.)
-Lieferengpässe bei Alcantara -> Priorisierung der Bestellungen mit Stoff oder Leder.
-Wegfall von Krosserie- Motor- Getriebekombinationen wegen fehlender WLTP-Zertifizierung -> Abbau des Backlogs an z.B. Cupra SC, Cupra Fronttriebler, Handschalter, Performance-Pakete etc.
-Diverse andere Engpaskomponenten, mal VC, mal bestimmte Felgen...
Und jetzt laufen gestaffelt die Modelle an, für die bereits WLTP Zulassungen vorliegen.
Aus Sicht des Produzenten macht das alles absolut Sinn. Wenn Du so willst, profitiert Seat davon, weil zu jedem Zeitpunkt gebaut wird was gebaut werden kann, die Bänder also abgesehen von den Werksferien nicht stillstehen. Wirtschaftlich scheint sich das selbst dann noch zu rechnen, wenn der eine oder andere Kunde eine nicht unerhebliche Mobilitätspauschale eingeräumt bekommt.
Wer leidet ist trotzdem der Kunde, denn von offizieller Seite gibt es kein belastbares Statement. Wenn ich die Informationen nicht hier aus dem Forum hätte, würde ich auf Nachfrage von meinem Händler hören "Fehlermeldung im System, rufen Sie mich doch Ende nächsten Monats nochmal an..."
Wenn man aus einer Branche kommt, in der in Minuten abgerechnet wird, dann geht sowas garnicht..