Wenn ich recht kriege und davon geh ich jetzt nach diesen Telefonaten aus gibt es zwei Möglichkeiten. Wir werden jetzt mit dem Anwalt einen Brief an Seat aufsetzen. Wenn Seat sich entschließt zeitnah den Motor auf ihre Kosten zu tauschen lass ich es dabei bewenden und bin glücklich, dass ich endlich wieder mein Auto hab. Sollte Seat dies nicht tun wird ein Beweissicherungsverfahren eingeleitet. D.h. es wird ein absolut neutraler, vereidigter Gutachter vom Gericht beauftragt ein Gutachten zu erstellen. Da ich jetzt wirklich von mehreren Gutachtern und Fachmännern gehört habe, dass das Schadensbild nicht auf ein Überdrehen zurückzuführen ist sehe ich dabei auch sehr gute Chancen. Und wenn wir dann gewinnen und Recht kriegen darf Seat nicht nur einen neuen Motor bezahlen, sondern auch viele viele Wochen und Monate in denen ich kein Auto hatte. Ich hoffe jedoch, dass Seat zur Einsicht kommt.
Was überaus Interessant ist, jedoch rechtlich (leider) nicht relevant ist folgendes: Der Seat-Techniker hat sich ja mit meinem Vater über den Motorschaden unterhalten. Als erstes hat er gemeint, dass die Kerben auf den Kolben durch ein Verschalten entstanden sind (also Abdrücke von den Ventilen). Nur dass ich mich jetzt mit mehreren Fachleuten (darunter Werkstattmeister, Gutachter und Motorenfachmänner) unterhalten habe und mir diese alle versichert haben, dass diese Kerben serienmäßig so sind. Des weiteren hat der Techniker die Riefen in den Pleuellagerschalen auf ein kurzzeitiges Überhitzen beim Verschalten zurückgeführt. Dies halten die Fachleute mit denen ich mich Unterhalten hab auch für absoluten Blödsinn. Punkt 1 ist dass diese Riefen in dem Ausmaß absolut irrelevant sind und nichts zu sagen haben. Der wahrscheinlichste Grund für diese Riefen ist anscheinend der Zeitpunkt des Motorschadens, wo die Dreckpartikel in die Lager gekommen sein kann und die Riefen entstanden sind. Ein weiterer Interessanter Aspekt, der oft genannt wurde ist dass wenn man sich so verschaltet, die Ventile der Teil des Motors sind die kaputt gehen, da die Kolben eben auf sie Schlagen. Die Ventile sind aber was man auf den Bildern erkennen kann völlig intakt. Auch wurde mir gesagt, dass wenn die Ventile gestaucht wären der Motor extrem beschissen laufen würde. Da mir der Motor bei 210kmh auf der Autobahn in die Luft geflogen ist, kann man das also ausschließen, dass die Ventile einen Schaden ahben. Das ganze hört sich doch schon mal sehr komisch an. Ohne etwas unterstellen zu wollen kommt es einem doch wirklich so vor als wenn man von diesem Techniker zum Narren gehalten worden ist, wenn wirklich einige unabhängige Fachleute die getroffenen Aussagen als schlichtweg Falsch bezeichen. Da drängt sich doch der Verdacht auf, dass das einfach ein weiter Versuch Seiten Seats war um die Sache zu ihren Gunsten zu entscheiden. Erst lassen sie 6 Wochen keinen Ton von sich hören, bis sie merken, dass die Beweislast auf ihrer Seite ist und jetzt sowas. Das wäre wohl der Punkt wo jemand ohne Rechtsschutzversicherung spätestens aufgeben würde, könnte ich mir vorstellen.
MfG
Ripper