Wegen den angeblichen "Super-Dieseln:
Leistungsvorteile, Grund für den Trend?
Hier gibt es in der Öffentlichkeit die meisten Fehlinterpretationen.
Verursacht durch unqualifizierte Aussagen über dieses Thema von Fachjournalen, Fachpresse der Autohersteller, Kfz-Verkäufer usw. Slogans wie "hohes Drehmoment" oder "bulliger Anzug" haben sich eingebürgert wie das Unwort "Stundenkilometer".
Hervorgehoben werden im Vergleich zu dem Benziner das "hohe Drehmoment" und der "rasche Drehmomentanstieg" und "viel Kraft auf die Räder". Vorweggenommen, das meiste davon ist Unsinn, wie auch eine der Schlussfolgerungen, der Diesel wäre besonders als Caravan-Zugwagen zu empfehlen. Sehen Sie selbst:
Für die maximale Leistung eines Autos ist die maximale Leistung des Motors ausschlaggebend. Und Leistung ist physikalisch proportional dem Produkt aus Drehzahl mal Drehmoment.
Leistung ~ Drehzahl x Drehmoment
Das Drehmoment ist somit nur die halbe Wahrheit. Erreicht ein Motor die doppelte Drehzahl wie ein Vergleichsmotor, so braucht dieser Motor nur das halbe Drehmoment um die gleiche Leistung zu erbringen.
Oder glaubt jemand, dass zwei nebeneinander berganfahrende Radfahrer unterschiedliche Leistungen vollbringen nur weil der eine mit hoher Kraft im 5. Gang langsam tritt und der andere leichter und schneller im 1. Gang tritt?
Für den Diesel bedeutet das, dass er seine geringere Drehzahl mit einem höheren Drehmoment kompensieren muss.
Beispiel: Für ca.125 kW braucht der Benziner mit 6.000 U/min 200 Nm
und der Diesel mit 4.000 U/min 300 Nm
Diese Tatsache wird nirgendwo erwähnt. Alle üblicherweise abgedruckten Drehzahl- und Drehmomentkurven lassen somit einen direkten Vergleich der Motoreigenschaften nicht zu und sind irreführend, sie sollten in dieser Art nicht publiziert werden.
Ein Vergleich wird erst möglich, wenn z. B. bei einer Leistungs-, Drehzahlkurve eine Normierung auf die Drehzahl eines bestimmten Motors durchgeführt wird.
Im Beispiel also auf der Abszisse des Diagramms der Punkt für 4.000 bzw. 6.000 Umdrehungen gleichgesetzt wird.
Will man auch den Drehmomentverlauf vergleichbar machen, so muss man einmal die Drehzahl normieren und das Drehmoment entsprechend dem Verhältnis der maximalen Drehzahlen umrechnen.
So werden aus 300 Nm bei 4.000 U/min »» 300 x 4.000 / 6.000, d.h. 200 Nm.
Damit kommt bei beiden die gleiche Leistung auf die Straße.
Diese Aufgabe der Umrechnung übernimmt im Auto das Getriebe.