Ich melde mich jetzt erst wieder mit meinem Dauerproblem „Störung Fahrzeugbeleuchtung“. Ich war nicht die ganze Zeit untätig. Ich war zwischendurch bei einem Codierer in der Nähe, der mir letztlich auch nicht helfen konnte. Er meinte abschließend, daß wohl das Steuergerät 9 fehlerhaft sein könnte. Hat mich nicht ganz überzeugt.
Dann fand ich einen weiteren Hinweis, daß nämlich beim Leon 5F (und Verwandten) oftmals die Kennzeichenbeleuchtung dieses Problem verursacht. Also habe ich beide Kennzeichenleuchten durch neue (keine originalen, sondern Nachrüstteile von Amazon) ersetzt. Ohne Erfolg.
Dann habe ich mich erneut mithilfe von OBD11 in das Steuergerät 09 begeben. Wie bereits früher erwähnt, verschwindet der Fehler, wenn man das Stg 09 anspricht. Ich bin in die Anpassungen gegangen. Dort findet man Einträge für alle Leuchten. Mein Ziel war es, die Überwachung aller Leuchten sukzessive auszuschalten, bis die Meldung nicht mehr kommt. In der Logik des MQB-Bordnetzsteuergeräts (Stg 09) ist der Eintrag „Fehlerort mittleres Byte“ der entscheidende Schalter für die Diagnosemeldung im Kombiinstrument. So unterdrückt man die Meldung:
In jedem der betroffenen Leuchten-Kanäle findet man die Einträge „Lampendefektposition“ und „Fehlerort mittleres Byte“. Um die Überwachung für diesen Kanal „blind“ zu schalten, müssen die Werte auf 0 gesetzt werden. Das Vorgehen beispielhaft für den Kanal „Blinker hinten links“:
Leuchte18BLK HLA13 -> Lampendefektposition -> auf 0 setzen.
Leuchte18BLK HLA13 -> Fehlerort mittleres Byte -> auf 0 setzen.
Mit dem Wert 0 sagt man dem Steuergerät: „Selbst wenn du eine Abweichung beim Widerstand mißt, gibt es keine Instanz (keinen Ort im Auto), an die du diesen Fehler melden sollst.“ Das Steuergerät verwirft die Fehlermeldung intern einfach, bevor sie an das Kombiinstrument oder das Gateway gesendet wird.
Ich hatte dann für einige Leuchten die „Lampendefektposition“ und den „Fehlerort mittleres Byte“ auf jeweils "0" gesetzt, und zwar für die Leuchten 30, 18, 19, danach 13 und 12, alles ohne Erfolg. Die Meldung "Störung Fahrzeugbeleuchtung" kam jedesmal zurück. Dann habe ich dasselbe für die Leuchten 3, 2, 1 und 0 gemacht. Seitdem kam die Meldung nicht mehr zurück.
Der Clou ist: Ich habe für alle genannte Leuchten die Originalwerte wiederhergestellt, und die Meldung kommt nicht mehr zurück. Ich habe es ein paarmal getestet: OBD-Dongle raus, OBD11 beendet, Zündung aus, zuschließen, aufschließen, Zündung wieder an. Die Meldung kommt eigentlich sehr schnell, nachdem ich die Zündung einschalte, meistens sofort. Jetzt kommt die Meldung nicht mehr. Auch am Folgetag, nachdem das Auto über Nacht im Tiefschlafmodus war, kam die Meldung nicht mehr. Nachmittags beim Rückweg von der Arbeit ebenfalls keine Meldung mehr.
Warum ist der Fehler jetzt weg, obwohl die Werte wieder original sind? Mögliche Erklärung: Anscheinend nennt man so etwas einen "Hard Reset durch Parameteränderung". Das Steuergerät 09 führt eine interne Plausibilitätsprüfung durch. Manchmal verharrt die Software in einem Zustand, in dem sie einen Widerstandswert als fehlerhaft gespeichert hat, diesen aber nicht als aktiven Fehler im Speicher ablegt (ein sogenannter statischer Software-Glitch).
Dadurch, daß die Leuchten 0, 1, 2 und 3 (das sind Abblendlicht und Blinker vorne) auf "0" gesetzt wurden, wurde das Steuergerät gezwungen, die gesamte Überwachungsmatrix für diese Kanäle neu zu schreiben. Beim Zurückschreiben der Originalwerte hat das BCM eine komplette Neukalibrierung durchgeführt und dabei den "Phantom-Fehler" gelöscht. Da die Meldung jetzt weg ist, hat das BCM offensichtlich seine internen Überwachungstabellen neu sortiert.
Ich bin genau zwei Jahre mit dieser Warnmeldung und einem gelben Warndreieck in der MFA herumgefahren und habe einen Haufen Geld für Teile und Serviceleistungen ausgegeben, ohne daß es was genützt hat. Vielleicht hilft das hier jemandem, der dasselbe Problem hat und nicht damit weiterkommt.
Mm.