Hallo,
habe das Thema bei Google gefunden und möchte als der Chiptuner der an Franz' Auto war gerne meine Version der Geschichte darstellen.
Um über jemanden zu urteilen, sollte man die Grösse besitzen sich beide Versionen der Geschichte anzuhören bevor man ein Urteil fällt.
Mir geht es dabei nicht um irgendeine Art Schuldzuweisung oder Entschuldigung für die "Minderleistung", danke nach so langer Zeit ist das bei den beteiligten Personen 'abgehakt'.
Was aber unschön ist, ist der fade Beigeschmack, der beim Lesen dieses Themas über meine Firma entsteht, das kann ich so nicht unkommentiert stehen lassen.
Angeboten hatte ich:
http://web.archive.org/web/20071013.../product_info.php/cPath/37_41/products_id/280
Motorsport Tuning-Stufe 1d für die TDI Motoren ARL, BUK und BPX (150/160 PS) mit Pumpe-Düseeinspritzung. Auch für ASZ oder BLT möglich, wenn ein großer Ladeluftkühler nachgerüstet wird!
Gegen einen Aufpreis von 1500 EUR inkl. MwSt. kümmern wir uns um den kompletten, fahrfertigen Einbau in Ihr angeliefertes Wettbewerbsfahrzeug.
Kurzdaten: 162kW (220PS) / 400 Nm
Das Tuning-Set enthält folgende Positionen:
neuer Turbolader
Umbau der angelieferten Pumpe-Düse Elemente auf größere Fördermengen
Dichtsatz Turbolader / PD Umbau
angepasste Steuergerätesoftware
fahrzeugspezifische Abstimmung mit Leistungsmessung
Die entgültige Fahrzeugabstimmung erfolgt bei uns im Haus.
Diese Motorsportversion ist ohne Strassenzulassung aber dennoch AU tauglich. Es sind Reifen mit Geschwindigkeitskennung 'V' sehr empfehlenswert.
Offensichtlich gab es hier ein Missverständnis, wie "AU tauglich" zu verstehen ist und was ein Wettbewerbsfahrzeug ist.
AU tauglich bedeutet, eine Abgasuntersuchung würde bestanden werden. D.h. nach den in Deutschland damals geltenden Regeln, kein exzessiver Russausstoss.
Es bedeutet
nicht, dass das Fahrzeug die bei seiner Zulassung im Strassenverkehr entsprechende Abgasnorm, also z.B. EU2 erfüllt und man einfach so damit durch die Gegend (öffentlicher Strassenverkehr) fahren kann!
Nachdem mit Franz vorab abgesprochen war, sein "
Wettbewerbsfahrzeug" zu tunen, machte ich mich fleissig an die Arbeit, besorgte die benötigten Teile, Lader, Rohre etc. um den Umbautermin flott über die Bühne zu bekommen.
Bisher alles prima. Dann klingelt es, Franz steht an der Tür und wir besprechen das weitere Vorgehen. Nun ist plötzlich die Rede davon, dass das Fahrzeug ganz normal im öffentlichen Strassenverkehr gefahren werden soll, der Umbau möglichst
unauffällig sein soll und eine funktionierende AGR besitzen soll um jederzeit durch den TÜV zu kommen.
Das war
SO nie abgesprochen. Was nun? Alle speziell für dieses Fahrzeug vorbereiteten Teile ab in die Tonne? Wäre, im Nachhinein betrachtet sinnvoll gewesen, insofern habe ich aus der Sache gelernt, Kundenaufträge mit plötzlich wechselndem
Anforderungprofil konsequent abzulehnen.
Leider versuchte ich die Aktion zu retten, indem ich darauf hinwies nun andere Teile verwenden zu müssen und den Kunden auf eine "leichte" Leistungsminderung gegenüber den ursprünglich veranschlagten 220PS für die Wettbewerbsversion einstimmte.
Bei der Probefahrt des Fahrzeugs, fiel mir ein gravierender Riss in der Frontscheibe auf, welcher sich im Verlauf der Abstimmungsmassnahmen ständig vergrösserte. Nach Meinung von Franz war der Riss kein Sicherheitsproblem für Testfahrten, meiner Meinung nach schon.
Nun wurde der Umbau des Motors begonnen, aber ziemlich schnell dadurch gestoppt, dass die rechte Motorhalterung an zwei Schrauben abgerissen und verbogen war.
Unglück im Unglück, dass der Motor bei der Testfahrt mit Franz nicht einfach herausgefallen war, denn dann hätte sich das Drama erledigt.
Bilder der Motorhalterung und Scheibe suche ich evtl. später noch heraus, diese hatte ich zu Dokumentationszwecken archiviert. Franz hat sie damals auch per Email erhalten.
Auf meine Kosten besorgte ich neue Schrauben / Teile zur Motorbefestigung und fuhr mit Laderumbau und PD-Umbau fort.
Nach Abstimmungsfahrten (mit weiter vergrösserndem Scheibenriss) fiel mir die zu geringe Leistung als auch der zu geringe Luftmassendurchsatz des Motors auf.
Weder ein neuer Kraftstoffilter noch neuer Luftfilter brachten eine Lösung, so dass die Fehlersuche weiter ging.
Die Ursache für den geringen Luftmassendurchsatz wurde dann doch gefunden, Franz hatte dazu ein Bild des völlig verkokten Ansaugkrümmers von mir per Email erhalten.
Ebenso stellte sich die Abgasanlage als Hemmschuh heraus, welche aber aufgrund der von Franz geänderten Anforderung "unauffällig duch den TÜV" im Serienzustand belassen werden musste.
Letztendlich wurde versucht, das Maximum aus dem leidlich gepflegten Fahrzeug zu holen, irgendwann muss man aber beim erbrachten Aufwand und den Kosten die Notbremse ziehen. Ebenso ist es
nicht möglich, beim geforderten Belassen sichtbarer Teile auf "Serienlook" dann "Wettbewerbsleistung" zu erzielen.
Das geht nicht, aus einem Kreis macht man kein Quadrat.
Im obigen damaligen Angebotstext steht auch weder, dass die Reparatur defekter Motorbefestigungen im Preis inbegriffen ist (was ich aus Kulanz erledigte), noch riskante Testfahrten mit gerissenen Frontscheiben, noch die extrem schmutzverursachende Reinigung total versiffter Ansaugkrümmer.
Insofern finde ich die negative Stimmungsmache von Franz mehr als bedenklich, besonders in Anbetracht der erheblichen finanziellen Zugeständnisse an ihn
unfair.
Den Tuner, der eine komplette Woche Arbeitszeit für ein schlecht gewartetes Fahrzeug versenkt, ursprünglich zu nutzende Teile im Wert von über 1000 EUR sinnlos rumliegen hat da speziell für dieses Fahrzeug gefertigt weil der Kunde doch gerne "auf der Strasse mit dem Auto fahren möchte", der x-Stunden Fehlersuche am Auto macht und letztendlich den Preis für ein günstiges Tuning von der Stange abrechnet, denn zeigt ihr mir mal. :roll:
So, das war meine Version der Geschichte, soll sich nun jeder selber ein Bild darüber machen.
LG, Rainer Kaufmann