Straßenlage, was beachten bei Kurven

Diskutiere Straßenlage, was beachten bei Kurven im 5F - Erfahrungsberichte Forum im Bereich Der Leon 3; Denke mal die Frage passt nicht in "Cupra 300 4Drive - Straßenlage verbesserungswürdig" da ich ja kein 4Drive habe. Und wahrscheinlich ist es...
  • Straßenlage, was beachten bei Kurven Beitrag #1

HessischerBub

Beiträge
698
Reaktionen
367
Denke mal die Frage passt nicht in "Cupra 300 4Drive - Straßenlage verbesserungswürdig" da ich ja kein 4Drive habe. Und wahrscheinlich ist es auch egal ob Cupra oder FR?

Ich möchte mal Erfahrungen hören zum Thema Straßenlage.



Wenn man hier von der A3 Richtung Aschaffenburg am Seligenstädter Dreieck auf die A45 abfährt, kommt vor der Kurve ein Tempo 60 Limit und in der Kurve sind einige Querfuge (meine ich jedenfalls) zu spüren und wenn ich die Kurve dann fahre merke ich wie das Heck immer wieder leicht zum Kurvenaußenrand zieht. Ausbrechen tut da aber nichts, ich merke halt das nach dem Überfahren der Querfuge am Popometer 😀.

Ob ich das jetzt auch mit dem Opel Astra-H so gespürt habe weiß ich nicht.


Hier bei 3:30 sagt der Fahrer das Querfugen auf einer Autobahnabfahrt den Cupra nicht stören.

Was ist bei einem Fronttriebler im Hinblick auf Lastwechselreaktionen zu beachten?

BTW: Ich fahre im Straßenverkehr Kurven nur so schnell das ich immer noch bremsen kann.


Die Freude über das hohe Tempo auf Landstraßen kommt mir komisch vor. Mit dem Cupra könnte ich wohl Tempo fahren was dann im Ernstfall Null Toleranz mehr verzeiht, wenn da ein Hindernis am Kurvenausgang auftaucht. Sämtliche Abfahrten hier in der Gegend könnte ich mit höherem Tempo durchfahren als ich einsehen kann, die Grenze ist da IMHO nicht das Fahrzeug sondern das ich rechtzeitig bei einem Hindernis zum Stehen komme.
 
  • Straßenlage, was beachten bei Kurven Beitrag #2
Naja.....Querfugen sind ja immer son Thema. Entweder sind es Vertiefungen, in denen der Wagen tatsächlich versetzt oder die Fugen sind aus reinem Bitumen, wodurch der Wagen einfach zur Seite wegschlittert. Das wird man niemals unterbinden können ;) ...und hat auch mit dem Antrieb nichts zu tun.
Hatte ähnlich heute auf einer Ausfahrt mit dem Motorrad auch.

Egal ob mit dem MX5 damals, mit dem Cupra vor einiger Zeit oder aktuell mit dem A4. Es gibt einige Auf- /Ausfahrten, die ich kenne, wo ich genau weiß, "hier geht der Wagen weg".

Was den Lastwechsel angeht, so ist das gerade mit dem Cupra mit seiner Sperre ein riesen Vorteil. Einfach voll reinlatschen. Also wirklich. Antriebsbedingt zieht der Wagen immer ins "Innere". Um ihn durch Lastwechselreaktionen hinten ausbrechen zu lassen, da gehört schon einiges zu. Das muss man wirklich wollen und vor allem wissen, wie es geht. Selbst wenn man den Cupra im Grenzbereich fährt, so ist er besonders durch die Sperre sehr genügsam.
Wenn es rutscht, dann rutsch es.....das ist klar. Aber durch die Sperre hast du eben den Antrieb dort, wo du ihn brauchst, am kurvenäußeren Rad. Und dadurch zieht er dich immer rein.....wenn du dennoch nach außen gleitest, dann ist es halt so oder so zu viel des Guten (Gases). ;) …..kann aber mit ESP nicht so schnell passieren.
 
  • Straßenlage, was beachten bei Kurven Beitrag #3
Alleine durch panisches vom Gas gehen oder Bremsschlag in einer Kurve rutscht man in den Gegenverkehr, dreht sich aber nicht, oder?

Kann man sagen das man in einer schnell gefahrenen Kurve wenn ein Hindernis auftaucht ohne Probleme für die Stabilität vom Gas gehen kann und wenn es ganz eng aussieht Bremsschlag? Rutscht man dann Richtung Gegenfahrbahn Bremse lösen damit die Reifen Seitenführungskraft aufbauen können und beten das es dann noch bis zum Hindernis reicht? Sollte aber durch ABS bei griffiger Fahrbahnoberfläche keine Notwendigkeit bestehen das man von der Bremse muss, damit die Reifen noch Seitenführung aufbauen können?

Irgendwie fehlte mir bei den beiden Fahrsicherheitskursen ein Dokument wo das in der Theorie behandelt und wo ich das nach Wochen/Monaten nachlesen kann.

BTW: Bei welchen Fahrzeugkonzept ist es dann "tödlich" vom Gas zu gehen, damit das Heck nicht quer kommt? Mittelmotor und ESP ausgeschaltet?
 
  • Straßenlage, was beachten bei Kurven Beitrag #4
Richtig. Solange ABS und ESP aktiv sind, muss man sich schon richtig Mühe geben um das Fahrzeug davon zu überzeugen auszubrechen. Und wenn das mit aktivierter Technik passiert gibt auch kaum einen Grenzbereich mehr in welchen man das Fahrzeug abfangen könnte.

Die Reifen können nur ihrer Haftung entsprechend Kräfte übertragen. Und da spielt es keine Rolle welche. wenn du stark auf die Bremse trittst, kannst du weniger lenkkräfte übertragen. Die Hinterachse sorgt für die spurführung. Wenn diese die Haftung verliert, bricht er aus. Beim starken Bremsen verlagert sich das Gewicht auf die Vorderachse, die Hinterachse wird leichter und die Räder haben weniger Haftung, können also weniger lenk und bremskräfte übertragen.

Wenn du mit Absicht ausbrechen möchtest, so musst du dafür sorgen das die Vorderräder lenkkräfte übertragen und die Hinterräder die Haftung verlieren. ESP aus - ordentlich in die Bremse treten und ein gut getimter Lenkeinschlag(beim Lastwechsel auf die Vorderräder). Und schon wird dich dein Heck überholen.

Wenn du lange Federwege an der Hinterachse hast, ist aufschauckeln auch eine verlässliche Methode zum Ausbruch des Hecks.

Wenn man am schnell durch die Kurve fährt, ist Bremsen eine der dümmsten Sachen die man machen kann. Wenn man ein Hindernis ausweichen muss, und einem nichts andere übrig bleibt, dann nicht zu stark auf die Bremse. Den sonst passiert genau wegen ABS und selbst mit ESP das was keiner will. Das Fahrzeug bricht aus. Und weil viele sich dann erschrecken und wieder von der Bremse gehen, das Fahrzeug dann plötzlich wieder lenkkräfte übertragen kann, klappert es in der Kurveninnenseite.

Mein Fahrsicherheitstrainer empfiehlt: Reserven schaffen und halten!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Straßenlage, was beachten bei Kurven Beitrag #5
Wenn man am schnell durch die Kurve fährt, ist Bremsen eine der dümmsten Sachen die man machen kann. Wenn man ein Hindernis ausweichen muss, und einem nichts andere übrig bleibt, dann nicht zu stark auf die Bremse. Den sonst passiert genau wegen ABS und selbst mit ESP das was keiner will. Das Fahrzeug bricht aus. Und weil viele sich dann erschrecken und wieder von der Bremse gehen, das Fahrzeug dann plötzlich wieder lenkkräfte übertragen kann, klappert es in der Kurveninnenseite.
Dieser Tipp ist wahnsinnig fahrlässig und meiner Meinung nach schlichtweg falsch. Das A und O in jeder Gefahrensituation ist der Abbau von Geschwindigkeit.
Daher heißt es mit ABS und vor allem bei ESP: voll bremsen. Das gehört sicher nicht "zu den dümmsten Sachen, die man machen kann".
Die richtigen Entscheidungen (Stichwort: Ausweichen) treffen in so einer Situation die wenigsten Fahrer. Die Entscheidung zum Bremsen kommt dann oftmals zu spät.
 
  • Straßenlage, was beachten bei Kurven Beitrag #6
Mit dem Ausweichen ist auch manchmal so eine Sache, da auf der Gegenfahrbahn im schlimmsten Fall Fahrzeuge entgegen kommen.
 
  • Straßenlage, was beachten bei Kurven Beitrag #7
Ich würde auf einer Landstraße erstmal voll auf die Bremse gehe und nur wenn ich Null Zweifel habe überhaupt an Ausweichen auf die Gegenfahrbahn nachdenke.

Und das habe ich auch so in der Praxis gemacht als mich vor Jahren jemand überholte und dann voll auf die Bremse ging. Ich hatte da keine Chance, Autoheck kam immer näher, aber ich war mir nicht sicher warum er so hart vor mir einlenkte und voll bremste. Handicap war bei mir Winterbereifung und natürlich auch die Reaktionszeit.

"Gegner" hat den Schaden voll beglichen, Risiko war im dann doch zu hoch das sein plötzlich am Strassenrand auftauchendes "Etwas" für sein Führerschein gefährlich werden könnte, wenn man vorher überholt, wo ein Schild Wildwechsel steht.
 
  • Straßenlage, was beachten bei Kurven Beitrag #8
Grundsätzlich ist die Kurvenfahrt optimal, wenn man langsam hinein und schnell heraus kann. Die „Krux“ ist das „langsam hinein“, denn es soll ja nicht zu „langsam“ sein.

Der FWD Cupra macht es einem leicht. In der Kurve „aufs Gas“ und die Sperre sorgt dafür, dass sich der Wagen in die Kurve dreht, solange die Haftung das kurvenäußeren Rads reicht. Ist diese erreicht oder überschritten, „untersteuert“ der Cupra.

Beim AWD wird auch „Gas gegeben“, nur der Effekt ist ein leicht anderer, wenngleich das Ergebnis ebenfalls sein sollte, dass der Wagen in die Kurve dreht. Beim AWD geht das über die Lastenverteilung. Durch den Gasstoß wird mehr Drehmoment auf die Hinterachse übertragen, was zur Folge halt, dass der Wagen leicht „übersteuert“. Das Problem ist das „leicht“, hat man zu viel Gas gegeben kann das Übersteuern heftiger ausfallen und vor allem plötzlicher kommen, als das untersteuern des FWD.

Beides wird durch das ESP gut kontrolliert, doch macht es der FWD einfacher. Aber was tun, wenn es zu schnell in die Kurve ging:

bei „untersteuern“?…..grundsätzlich: Die Geschwindigkeit muss weg, damit die Vorderräder wieder Grip bekommen. Das geht durch „leichtes“ bremsen oder - besser - durch öffnen des Lenkwinkels. Letzteres aber nur - natürlich - wenn noch Platz ist. Aber keine harten Lastwechsel provozieren. Steht der Gegenverkehr im Weg, hilft nur allerdings eines: Bremsen!

bei „übersteuern“?….grundsätzlich: Schnell reagieren, Lenkwinkel öffnen und den Schwung des Hecks nach außen einfangen bzw. ausgleichen. Steht der Wagen wieder gerade, gerne auch mal kurz aufs Gas um einen Impuls in Fahrtrichtung zu geben.

Jeder Cupra ist sehr schnell in Kurven bewegbar. Durch das Mehr an Gewicht an der HA ist der AWD aber nicht so empfindlich für Lastwechsel in der Kurve.

Eine Querfuge in der Kurve ist nichts anderes als ein kurzfristiger Gripverlust. War man vorher nicht zu schnell, ist man es nachher auch nicht. Allenfalls ein leichtes - unangenehmes - Zucken sollte sich ergeben. Wenn der Wagen nach der Querfuge dennoch über- oder untersteuert….s.o..
 
  • Straßenlage, was beachten bei Kurven Beitrag #9
Dieser Tipp ist wahnsinnig fahrlässig und meiner Meinung nach schlichtweg falsch. Das A und O in jeder Gefahrensituation ist der Abbau von Geschwindigkeit.
Daher heißt es mit ABS und vor allem bei ESP: voll bremsen. Das gehört sicher nicht "zu den dümmsten Sachen, die man machen kann".
Die richtigen Entscheidungen (Stichwort: Ausweichen) treffen in so einer Situation die wenigsten Fahrer. Die Entscheidung zum Bremsen kommt dann oftmals zu spät.

Vielleicht habe ich mich etwas ungünstig ausgedrückt. Wenn natürlich ein Hindernis in der Kurve ist und ein Unfall unausweichlich gibt es nur die Bremse, und zwar mit aller Kraft.

Ich wollte aufzeigen was fahrphysikalisch passiert und nicht wie man in einer Gefahrensituation richtig reagiert.
So habe ich die Fragestellung im Thema auch verstanden.
 
Thema:

Straßenlage, was beachten bei Kurven

Oben