LMM + Werkstätten
Entschuldigung erst mal für das doppelte Posting (schon im BS-Werkstätten-Thread), aber es passt hier einfach so gut. Gleich doppelt:
Ich komme gerade von Voets. Das ist ein VAG-Zentrum mit Audi, VW und Seat. Der Seat-Teil firmiert unter "Sebra". Es gehört aber alles zusammen.
Ich habe mir vor drei Wochen von privat einen 20VT gekauft und mittlerweile festgestellt, dass die GRA nicht funktionierte und offenbar der Luftmassenmesser defekt war.
Heute morgen bei der Übergabe habe ich dem Meister haarklein das Problem geschildert: "Der Motor macht beim Beschleunigen unter Vollast ab 4500 bis 5000 U/min kleine Denkpausen, bei Vollast auf der BAB zieht er nur bis 180 gut. Danach sehr zäh. Als ob er gegen eine Wand läuft. Ich habe ihm ganz klar erzählt, dass sich die Symptome 1:1 mit allem decken, was zu einem defekten Luftmassenmesser zu lesen ist. Und sie sollten ihn doch bitte tauschen, wenn nicht irgendwas klar dagegen spricht. Der Meister gab mir Recht, dass sich das nach dem LMM anhörte und ergänzte, dass die alle Nase lang kaputt gingen.
Heute Mittag kriegte ich einen Anruf. Erste Überraschung:
- "Haben Sie den Tempomat schon mal benutzt?"
Ich: "Nein. Ich habe den Wagen vor drei Wochen gekauft. Da war er schon defekt."
- "Der kann auch nicht funktionieren. Der Wagen hat nämlich gar keinen Tempomat, sondern nur den entsprechenden Lenkstockhebel."
Vermutlich wurde der Hebel irgendwann mal getauscht und ein solcher
eingebaut, ohne eine GRA nachzurüsten.
- "Da fehlt aber nur der Kabelbaum"
Ich: "Was würde das denn kosten, den Kabelbaum nachzurüsten?"
- "Etwa 3 Arbeitsstunden..."
Ich: "Ok, dann lassen Sie das erstmal. Das überlege ich mir dann noch mal."
Da hatte ich mich schon entschieden, dss lieber woanders machen zu lassen, wenn die mir für den Einbau eines Kabelbaumes 3h berechnen wollten.
"Bzgl. des Luftmassenmessers haben wir übrigens keinen Defekt gefunden. Wir haben noch einiges andere geprüft und es ist alles in Ordnung. Es kann aber sein, dass der vielleicht doch nicht mehr zu 100% ok ist. Das zeigt das Diagnosegerät nämlich nicht immer an."
Ich: "Das ist mir bekannt. Die Symptome lassen aber nach allem, was ich gelesen habe, darauf schließen, dass das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der LMM ist. Kann man den nicht testhalber wechseln. Das ist doch kein Aufwand. Wenn er es dann doch nicht war, bauen Sie ihn halt wieder aus und ich zahle die Arbeit..."
- "Nee, das dürfen wir nicht. Elektronikteile sind vom Umtausch ausgeschlossen."
Ich: "Na gut. Dann tauschen Sie ihn halt trotzdem."
Heute Abend. Ich will mein Auto abholen, bekomme die Rechnung... und traue meinen Augen nicht: 274,50 Euro!!!
Ich dachte erst, die wollen mich verarschen.
Als erstes haben sie 48,16 € verbraten, um festzustellen, dass mein Wagen keine GRA hat. Ob das nicht auch einfacher geht, als den Lenkstockschalter auszubauen, lasse ich mal dahin gestellt. Aber gut...
Der Hammer: Die haben alles mögliche in Zusammenhang mit den LMM-Symptomen geprüft:
1. den Druckregler des Turboladers
2. den Turbolader
3. den Ladedruck
4. dann den LMM (offenbar über das Diagnosegerät, 11,86€ netto)
Alles zusammen 110,09 € für diese Prüforgie. Bei einem Preis von 88,74 € für den LMM.
Ich habe erstmal ruhig versucht, denen beizubringen, dass ich nicht einsehe, warum ich soviel Geld bezahlen solll, wenn sie allen möglichen Kram prüfen, von dem nie die Rede war.
Leider hatte der Seat-Meister natürlich schon Feierabend. Ich bot an, den Rest der Rechnung sofort zu bezahlen und nächste Woche mit dem Meister zu reden. Die Dame an der Kasse meinte, das dürfe sie nicht machen, das müsste schon der Meister genehmigen, sonst stimme die Kasse nicht. Also, habe ich gesagt, "dann zahle ich halt erstmal gar nichts und Sie schicken mir eine neue Rechnung."
- "Ohne den vollen Betrag zu bezahlen, darf ich Ihnen den Schlüssel gar nicht geben. Fragen Sie doch mal Herrn X" [den Meister von VW, der noch da war].
Herr X war erst einmal leicht erschrocken, dass ich doch mittlerweile relativ aufgebracht war und meine Stimme etwas gehoben hatte. Ich beschrieb ihm den Vorgang. Er meinte, der LMM-Defekt sei aber auch schwer zu diagnostizieren, weil dass Diagnosegerät das nicht anzeige.
"Klar, das weiß ich. Ich habe die Symptome aber genau beschrieben und beim Auftrag sogar auf den LMM hingewiesen."
Er sah sich den Auftrag an (dort steht "Gaslöcher bei 4500-5000 U/min. ggf Luftmassenmesser ers."), woraufhin man merkte, dass er mir innerlich zu 100% Recht gab. Er sagte aber "dazu darf ich nichts sagen. Da bleibt Ihnen wohl nichts anderes übrig, als jetzt den vollen Betrag zu bezahlen und am Montag mit Herrn Dienemann zu reden. Dann können wir vielleicht was über eine Gutschrift machen."
Am Montag bin ich natürlich auf Dienstreise (bis Donnerstag). Sie wollen sich aber angeblich gleich darum kümmern und mich in Budapest anrufen. Auf meine Handyrechnung bin ich ja jetzt schon gespannt.
Ich hatte neulich noch überlegt, ob es sich mit dem Wagen überhaupt lohnt, zur Vertragswerkstatt zu fahren, wenn ich keinen LMM mehr auf Kulanz bekomme, weil er 5 Monate älter ist als 4 Jahre.
Diese Frage hat sich heute somit eindeutig geklärt.
Nur der Vollständigkeit halber: Auf dem Nachhauseweg habe ich den Wagen natürlich erst einmal getestet...
Es war der LMM. Jetzt dreht der Motor leicht und flüssig bis an den roten Bereich...