Hi @Gast28876, zunächst mal wünsche ich allen ein gesundes neues Jahr!
Was mich an den inneren Werten des Golf 8 stört habe ich
hier erörtert. Der Golf musste sich oft vorwerfen lassen "langweilig" zu sein, wirklich Anstoß hat aber eigentlich kaum jemand am Design genommen. Der Golf war eben schon immer ein Auto, das es allen irgendwie recht machen konnte ohne dabei viel Emotion zu versprühen.
Die 8. Generation des Golf hingegen polarisiert - innen wie außen. Da scheinen sich die Enthusiasten in Foren genauso einig zu sein wie viele Autojournalisten. Außen durch seine eigenwillige Front, innen durch das eigenwillige Bedienkonzept, welches "Digital" ohne Rücksicht auf Verluste durchpeitscht. Viele Lösungen erscheinen mir wenig praktisch, alltagstauglich oder zeitlos. Gerade letzteres war stets eine Stärke des Golf. Bei den vielen schwarzen Hochglanzoberflächen im direkten Sichtbereich und im Bereich der Touch-Tasten wird man sich in wenigen Jahren fragen was VW sich dabei eigentlich gedacht hat. Dieses Cockpit ist selbst mit maximalem Pflegeaufwand kaum schön zu halten.
Der Golf 6 war für mich in Sachen Qualität und Design der Höhepunkt der Golf-Geschichte. Innen wie außen hatte man die wesentlichen Kritikpunkte des Golf 5 beseitigt (im Wesentlichen kein minderwertiger Softlack mehr im Inneren und weniger Einsatz von unlackierten Kunststoffteilen am Heck). Im Innenraum wurde das Qualitätsempfinden an den richtigen Stellen gesteigert, z. B. durch ausgekleidete Türfächer. Die Geräuschdämmung war spürbar besser als beim Vorgänger. Nennenswerte Entfeinerungen gab es auf der anderen Seite nicht.
Beim Golf 7 ging es dann meinem Empfinden nach bereits abwärts. Zwar gab es natürlich einige Verbesserungen, allerdings waren die eher auf den technischen Fortschritt zurückzuführen (den man bei einem Generationswechsel einfach erwarten darf) und weniger auf qualitätssteigernde Maßnahmen. Dafür gab es hier und da bereits die ersten deutlich wahrnehmbaren Entfeinerungen: schlechter lackierter Motorraum, Entfall diverser Abdeckungen, Türverkleidungen hinten aus Hartplastik, polternde Mehrlenkerachsen usw. Trotzdem muss man sagen, dass das Wesentliche nach wie vor stimmte. Das Design war Golf-typisch gefällig und das Bedienkonzept im Inneren ebenfalls gelungen. Und antriebstechnisch hatte der Golf 7 gegenüber dem Golf 6 im Nachhinein betrachtet sogar die Nase vorn. Abgesehen vom Dauerproblem DQ200 gab es beim Golf 7 wenig zu beklagen, während der Golf 6 motortechnisch bei den Volumenaggregaten mit seinen steuerkettengeplagten TSIs und den "Schummeldieseln" rückblickend ein Totalreinfall war.
Das größte Problem des Golf 7: Während er auf der Stelle trat und sich in einigen Bereichen gar rückwärts entwickelte, legte die hauseigene Konkurrenz spürbar zu. Und das fällt leider beim Golf 8 deutlicher auf denn je.