Interessant, dass sich hier einige die Köpfe einschlagen, obwohl sie im Prinzip gar nicht so unterschiedliche Sachen behaupten, sondern sich nur an Begrifflichkeiten aufhalten...
Ich möchte daher mal die Funktionsweise eines (einfachen, der 1.8t weicht da teilweise ab,) Turbomotors zusammenfassen:
Wie sich bis jetzt wohl rumgesprochen hat, gibt's da eine Abgasseite, die an das Turbinengehäuse und eine "Luft-" oder Druckseite (oder sonstwie zu benennenden Seite), die an das Kompressorgehäuse vom Lader angeschlossen ist.
Da ein Lader für einen modernen Ottomotor in der Regel schon vor der Maximaldrehzahl seinen maximalen Ladedruck haben soll, dieser aber proprotional zur Abgasenergie und somit zur Drehzahl steigt, muss er irgendwie begrenzt werden. Dafür gibt's die Druckdose, die auf der einen Seite mit der Druckseite verbunden ist und bei Erreichen des vorgesehenen maximalen Ladedrucks auf eine auf der anderen Seite befindliche Stange wirkt, welche wiederum das Wastegate steuert. Das Wastegate tut nichts anderes, als die Abgase an den Turbinenrädern vorbei zu führen, wenn entsprechend angesteuert. "Dampfräder" funktionieren übrigens einfach so, dass in den Schlauch von Druckseite zu Druckdose ein Magnetventil eingebaut wird, was je nach Radstellung offen ist, oder mehr oder weniger schnell getaktet wird, wodurch sich dann an der Druckdose das volle oder ein reduziertes gemitteltes Druckverhältnis einstellt. (Es gibt natürlich auch noch andere (modernere) Formen von "(Multifunktions-)Dampfrädern".) Nun gibt es Lader, die haben ein internes Wastegate schon eingebaut, und welche, die haben keins. Damit die aber nicht Druck bis sonstwo aufbauen, baut man ein externes Wastegate ein. Dazu kommt vor den Lader eine Abzweigung in den Krümmer und nach dem Lader eine in die Downpipe. Hier gibt es wiederum z.B. solche draufgeschickten Amerikaner, die sich die Abzweigung in die Downpipe schenken und mit einem offenen externen Wastegate fahren. Das macht aber nicht lauter "Zisch" sondern einen Heidenlärm, so ähnlich wie wenn man halt ganz ohne Auspuff fährt. Wenn ich das von dem TÜV-Mensch richtig verstanden habe, sprach er hierbei von einem Pop up. (Ob ich das jetzt so bezeichnen würde, sei mal dahingestellt.) Die Todesstrafe mag ein wenig drastisch gewählt sein, von grobem Unfug kann man imho sicher sprechen. Die variable Turbinengeometrie wird, soweit ich das weiß, ähnlich wie ein Wastegate angesteuert. Ob zusätzlich ein (dann wohl internes) Wastegate erforderlich ist, kann ich auch nicht sagen. Auf jeden Fall sind VTG-Lader ob der bei Benzinmotoren höheren Abgastemperatur (noch) nicht für diese geeignet.
Um was es uns aber hier geht, ist die Druckseite. Wenn ich Broncos richtig verstanden habe, wurde hier früher eine Art Überdruckventil in der F1 eingesetzt, um Motorplatzer in Folge einer mangelhaften/nicht vorhandenen Ladedruckbegrenzung durch ein Wastegate auszuschließen. Für uns interessant ist aber nur das Problem, dass, wenn man vom Gas geht und sich die Drosselklappe schließt, den Lader "gegen eine Wand laufen" lässt. Das bremst diesen natürlich unnötig ab, so dass er erst wieder langsamer auf Drehzahl kommt. Weiterhin wird er dadurch wohl auch stärker belastet. So weit ich weiß, hatte z.B. der Audi S2 keine Möglichkeit, sich des überschüssigen Ladedrucks zu entledigen und daher öfter Laderschäden. Jetzt ist natürlich die einfachste (und früher wohl zunächst eingesetzte) Möglichkeit, den Druck einfach abzublasen. Dazu bemüht man ein Ventil, dass auf der einen Seite auf der Druckseite nach der Drosselklappe und auf der anderen Seite vor der Drosselklappe angeschlossen ist. Ist der Druck infolge einer geschlossenen Drosselklappe nun an der einen Seite geringer als auf der anderen, öffnet das Ventil den Anschluss vor der Drosselklappe nach außen. Ist der Druck auf beiden Seiten gleich, wird es von einer Feder geschlossen gehalten. Jetzt hat z.B. der 1.8t das Problem, dass die Luft schon gemessen ist und der Motor kurzzeitig zu Fett läuft, wenn sie weg ist. Daher schließt man das offene Ende von dem Ventil einfach kurz nach dem LMM an und lässt die Luft lustig zirkulieren. Ende der Vorstellung.
Ob und wie man jetzt dieses oder jenes Ventil bezeichnet, ändert aber nichts an der Tatsache, dass durch das letztgenannte, von Herstellerseite als Schubumluftventil bezeichnete, theoretisch nur angesaugte Luft und sonst nichts kommt. Spitzfindige könnten jetzt Sachen wie AGR anführen, diese sitzt z.B. afaik aber hinter der Drosselklappe. Von daher dürfte auch ein offenes nicht gegen die drei vom TÜV-Mensch genannten Punkte verstoßen.
Allerdings hinkt die Theorie hier ein wenig. Z.B. wird gerade ein älterer Lader nicht 100%ig dicht sein. Das heißt, hier kann Öl in die Druckseite geblasen werden, und das findet der Gesetzgeber und somit der TÜV udn die Rennleitung gar nicht toll, wenn irgendwo Öl rauskommt, wo's nicht soll... (Einem Bekannten ist neulich erst der Lader geplatzt, der war aber schon länger vorher nicht mehr annähernd dicht...(also der Lader

)
In diversen Ami-Turbo-Foren bin ich übrigens auf folgende Begriffe gestoßen:
offenes Schubumluftv. - Blow off
geschlossenen SUV - Pop off
Lader-Bypass - Wastegate (was auch sonst)
Es soll sich jetzt bitte niemand durch diese Zusamenfassung auf die Füße getreten (/in seiner Kompetenz unterschätzt/...) fühlen, vielleicht ist ja auch hier noch irgendwo ein Fehler drin.
Ich hoffe aber, dass das zur Klärung ein wenig beiträgt...
Und jetzt seit lieb und lasst es zischen (wie auch immer).

rost: