Arzt im Praktikum soll ohne Übergangsfrist abgeschafft werden
Deutlicher Schlussstrich macht Arztberuf wieder attraktiver
Münster, 29.04.2004 [äk04/04kd]
„Endlich gibt es klare Verhältnisse für alle Medizinstudierenden“: Die Ärztekammer Westfalen-Lippe begrüßt das Votum des Bundestags-Gesundheitsausschusses, den „Arzt im Praktikum (AiP)“ zum 1. Oktober endgültig und ohne Übergangsfristen abzuschaffen. „Wenn jetzt noch der Bundestag diesem Beschluss folgt, wovon ich ausgehe, dann ist eine alte Forderung der Ärzteschaft erfüllt“, ist Kammerpräsident Prof. Dr. Ingo Flenker zufrieden. „Der Arztberuf wird für junge Menschen wieder attraktiver.“
Noch im März hatte Flenker dem Gesundheitsausschuss als Vertreter der Bun-desärztekammer verdeutlicht, dass die AiP-Zeit dringend einen deutlichen Schlussstrich brauche: Die 18 Monate dauernde „Arzt im Praktikum“-Phase, die sich bislang an das Medizinstudium anschloss, wird mit der Reform der ärztlichen Ausbildung überflüssig. Eine neue Approbationsordnung und mit ihr neue medizinische Stu-dienordnung gewährleisten auch ohne diese Phase einen größeren Praxisbezug der ärztlichen Ausbildung als bisher.
Die zunächst vom Gesetzgeber geplanten Übergangsfristen für den „Arzt im Praktikum“ hätten jedoch die Medizinstudierenden nach dem Examen in diesem Jahr in zwei Gruppen geteilt: Solche, die vor dem 30.09.2004 noch die Zeit als „Arzt im Praktikum“ hätten antreten müssen – und solche, die nach dem 1. Oktober gleich als approbierte Ärzte ihre Weiterbildung im Krankenhaus beginnen können. Es gab deshalb Sorgen, Studierende hätten deshalb ihr Examen hinausschieben können, um unter die neu Regelung zu fallen und sich die AiP-Phase zu ersparen. „Das hätte den bestehenden Ärztemangel nur noch verschärft.“