Nachdem mir mein Kenwood-MP3-Receiver jetzt endgültig den letzten Nerv geraubt hat (stürzt ab, Display geht aus...), hab ich mich an diesen Thread hier zurückerinnert. Da mein Aura ohnehin schon seit fast 1,5 Jahren im Schrank herumliegt, hab ich mich spontan gegen die Restgarantie entschieden.
Ich habe das gut Stück also zunächst feinsäuberlich in seine Einzelteile zerlegt. Leider ist in meiner Revision der angesprochene TDA7340G und etliche andere Bauteile nicht mehr zu finden. Dafür gibt's aber einen TDA7402. Mit Hilfe dessen
Datenblatts war es auch kein Problem, die richtigen Pins zu finden. Leider führte nicht jede Leiterbahn an einem Messpunkt vorbei, so dass ich micht entschlossen habe, die Leitungen an das jeweils erste im Signalweg liegende Bauteil zu löten. Da es sich dabei jeweils um einen Widerstand handelt, kann man auch nicht so viel kaputt machen. (Nichtmal, wenn man wie ich noch nie SMD gelötet hat...)
Da an der Rückwand des neuen Aura eine kleine Platine senkrecht von der Hauptplatine aus in die Höhe ragt, konnte ich keine Cinchbuchsen einbauen. Stattdessen habe ich eben eine Kabelpeitsche gebaut.
Nachdem etwas Heißkleber geflossen, das Aura wieder verschlossen und letztendlich eingebaut war, funktionierte zunächst sogar alles.
Leider war dem aber nicht auf dauer so. Ich hatte auf die vorderen Kanäle meine Mittelhochton-Endstufe und auf die hinteren meinen Monoblock gelegt. So konnte ich weiterhin den Basspegel steuern. Die hinteren Lautsprecher laufen ohnehin nur sehr leise mit, um ein klein wenig Räumlichkeit zu erzeugen. Nach einiger Zeit kam dann nichts mehr aus dem Sub (siehe shimmy!). Durch meinen Subsonicfilter habe ich nur gelegentliches Ploppen aber keine langsamen Schwingungen gesehen. Daraufhin bin ich erst mal entmutigt ins Bett.
Heute Morgen ging wieder alles wunderbar. Bis heute Mittag - das gleiche Spiel. Also Aura wieder raus und rumprobiert. Der Sub ging an keinem Kanal, die Lautsprecher an allen. Praktischerweise hat meine Mittelhochton-Endstufe noch einen Line-Out, der die beiden Kanalpaare zusammen wieder ausgibt. Daran funktioniert der Sub ohne Probleme.
Erklärungsversuch: Durch die höhere Eingangsempfindlichkeit/den kleineren Eingangswiderstand, auf den der Monoblock eingestellt war in Kombination mit der Tatsache, dass Bässe höhere Pegel erfodern als Höhen, wird der Monoblock zu viel Strom aus dem DSP im Aura gezogen habe. Daraufhin wird dieser sich erwärmt haben bis die Spannung an dem Ausgang komplett eingebrochen ist. Dadurch dass der Line-Out der Mittelhochton-Endstufe die Kanalpaare nicht auch rückwärts brücken darf, wird das Signal über vielleicht Spannungsfolger oder irgendwelches andere OPAMP-Gedöns entkoppelt. Der Monoblock kann also nicht mehr den DSP platt machen.
Vorteil der jetzigen Lösung: Man kann, so denn hinten mal jemand meckert, diesem Personenkreis auch mal etwas mehr Mittelhochtöne zukommen lassen. Nachteil: Der Basspegel ist nicht mehr übers Aura zu regeln. Ist aber nicht so schlimm - wenn der erst mal richtig eingestellt ist, wird der ohnehin nicht ständig wieder verstellt. Im Einzelfall kann man sich mit der normalen Bass-Einstellung des Aura behelfen.
Ich habe also wieder ein Radio dessen Optik mir besser gefällt, als jegliches Aftermarket-Gerät (speziell Nachts) und trotzdem einen Klang, der (meinem Empfinden nach) z.B. denen meiner bisherigen 3 (scheinen begehrt gewesen zu sein

) Kenwood PS-Teile nicht wirklich nachsteht.
Vielleicht kauf ich mir demnächst noch dieses IceLink-Teil und einen Ipod in der U2-Edition (der schwarze mit dem roten Rad, passend zur
R-Innenausstattung). Dann brauch ich auch mit Aura nicht mehr mit CDs rumfummeln.
Und es zeigt sich immer wieder: Ohne Infos und (wie hier) Denkanstöße aus diesem Forum geht gar nix...
Bei dieser Gelegenheit mal wieder ein Lob an die Macher!