Sehr geehrte Damen und Herren,
am heutigen Donnerstag suchte ich um die Mittagszeit das Autohaus Seubert, Magnolienweg 32 in 63741 Aschaffenburg auf. Grund für meinen Besuch in dem Autohaus war, dass ich mich seit längerer Zeit für einen Seat Altea TDI interessiere und momentan versuche, die für mich richtige Modellvariante zu ermitteln.
Da ich annehme, dass Sie als Generalimporteur für Deutschland ein Interesse an einer zuvorkommenden Behandlung auch Ihrer Kunden haben, wenn diese ein Autohaus aufsuchen, das den Markennamen SEAT nach außen zur Schau trägt, möchte ich Sie über den Inhalt eines kurzen Dialogs zwischen Herrn Seubert persönlich und meiner Wenigkeit nicht im Unwissenden lassen.
Anfangs jedoch möchte ich Sie gerne über die „Vorgeschichte“ in Kenntnis setzen, um dem Sachverhalt einen Bezug zu geben.
Ich war von 2002 bis 2004 Eigentümer eines Seat Leon Topsport TDI, den ich im Rahmen eines innergemeinschaftlichen Erwerbs aus den Niederlanden bezogen hatte. Vor der Anschaffung dieses Fahrzeugs hatte ich natürlich auch meinem örtlichen Seat-Autohaus, Bruno Seubert, einen Besuch abgestattet, habe mit einem zugelassenen Vorführfahrzeug eine Probefahrt unternommen und mir auch ein unverbindliches Angebot für den Kauf eines Fahrzeugs erstellen lassen. Mehrfach habe ich bei der Erstellung dieses Angebots gefragt, ob der angegebene Preis den gesamten möglichen Barzahlungsrabatt beinhaltet. Dies wurde bejaht. Nachdem der Preis für den niederländischen Leon damals selbst nach Berücksichtigung des Rabatts noch über 5.000,- EUR günstiger war, habe ich mich zum Erwerb des Fahrzeugs in Holland entschlossen. Zugegebenermaßen ein auch wirtschaftliches Problem für ein Autohaus – für das der durchschnittliche Kunde jedoch nicht die Ursache setzt und mit dem auch andere Fahrzeughersteller zurechtkommen müssen – was sie offenbar auch schaffen.
In der Folgezeit habe ich mit dem Fahrzeug zur für mich selbstverständlichen Inanspruchnahme der europaweiten Seat-Werksgarantie mehrfach mein örtliches Autohaus, Bruno Seubert, aufgesucht. Bereits hier musste ich mir die mir teils gesetzlich zustehenden, teils vertraglich verbürgten Garantieleistungen oftmals mehr oder weniger „erkämpfen“, da Herr Seubert mich mehr als einmal mit den Worten „Lassen Sie es doch in Holland reparieren!“ loszuwerden versuchte. Teilweise wurde die Beseitigung von Mängeln, die „der Chef“ als „Kleinigkeit“ eingestuft hatte, ohne weitere Rücksprache mit Seat Deutschland abgelehnt.
Obwohl ich bereits zu dieser Zeit extrem verärgert war über das Verhalten des Herrn Seubert, habe ich keine weiteren Schritte unternommen, um eine möglichst friedliche Geschäftsbeziehung aufrecht zu erhalten. Auch habe ich trotz meiner Verärgerung mein Fahrzeug zur Durchführung der jährlichen Wartungsarbeiten, selbstverständlich gegen Bezahlung, zur Firma Seubert gebracht, um meinen örtlichen Händler wenigstens auf diese Art finanziell zu unterstützen. Herrn Seubert schien dies jedoch nicht zu beeindrucken.
Abgesehen davon besaß meine Mutter – ich bin sicher, dass Herrn Seubert die familiären Zusammenhänge bekannt sind und er die Personen zuordnen kann – zwölf Jahre lang einen Seat Marbella, den sie, noch am alten Sitz des Autohauses in der Platanenallee, bei der Firma Seubert als Neuwagen gekauft hatte und auch regelmäßig dort warten ließ. Merkwürdigerweise ist Herr Seubert auch meiner Mutter als tendenziell unfreundlich in Erinnerung geblieben, ohne hier näher auf Einzelheiten eingehen zu wollen.
Nachdem ich also heute das Autohaus betreten hatte begab ich mich über eine Wendeltreppe in das Obergeschoss, wo mehrere Seat Altea ausgestellt sind. Bereits auf dem Weg nach oben wurde ich von Herrn Seubert, der sich zu diesem Zeitpunkt hinter dem Empfangstresen aufhielt, mit einem missbilligenden Blick bedacht.
Im Obergeschoss angekommen befasste ich mich mit einem Fahrzeug aus der Neuwagenausstellung und erlaubte mir, diverse Klappstellungen der Rücksitzbank an dem unverschlossenen Fahrzeug auszuprobieren. Als ich mich gerade im Fond des Ausstellungsfahrzeugs befand, erschien Herr Seubert am oberen Ende der Wendeltreppe und sah mich zunächst nur an.
Um das peinliche Schweigen zu brechen, begrüßte ich Herrn Seubert und wies ihn darauf hin, dass ich so frei gewesen sei, mich selbstständig mit der Variabilität des Altea zu befassen. Herr Seubert entgegnete daraufhin, allerdings ohne eine Begrüßung vorwegzuschicken:
„Ja, bei uns gucken und dann woanders kaufen!“
Als ich mir die Rückfrage erlaubte, was mir Herr Seubert mit diesem Satz zu sagen versuche, erwiderte er nur, dass das doch offensichtlich so sei. Ich erlaubte mir den Einwand, dass ich natürlich auch in seinem Autohaus ein Fahrzeug kaufen würde, wenn ein entprechendes, finanziell interessantes Angebot gemacht würde. Herr Seubert würgte mein Einlenken ab mit dem Einwand:
„Da haben wir ja schon ausführlich genug drüber gesprochen!“
Konfrontiert mit einer so unverhohlenen, persönlich ablehnenden Haltung sah ich mich zu dem Vorschlag gezwungen, dass ich, wenn nicht einmal eine bloße Besichtigung der Fahrzeuge im Ausstellungsraum durch meine Person gewünscht sei, natürlich gerne auch gehen könne. Herr Seubert quittierte dies mit dem Satz
„Dann machen Sie das!“
Selbstverständlich bin ich Herrn Seuberts Wunsch umgehend nachgekommen und habe das Autohaus verlassen. Auch werde ich mich in Zukunft davor hüten, nur einen Fuß über die Schwelle dieses Betriebs zu setzen. Leider sehe ich mich auch dazu gezwungen, jedem Bekannten, der sich ein Fahrzeug zu kaufen gedenkt, vom Besuch des Seat Autohauses Seubert in Aschaffenburg ausdrücklich abzuraten.Wäre heute ein vernünftiges Gespräch zu Stande gekommen, hätte ich übrigens im Autohaus Seubert nach der Möglichkeit des Erwerbs eines Seat Altea Limited Edition als sogenannte „Tageszulassung“ gefragt. Vergleichbare Fahrzeuge, die von deutschen Seat-Vetragshändlern aus dem südbayerischen Raum im Internet in relativ hohen Stückzahlen angeboten werden, unterbieten die Preise von EU-Import-Fahrzeugen deutlich und sind für mich durchaus interessant. Mein Gedanke war dahingehend, dass es Herrn Seubert ja auch möglich sein müsste, mir ein solches Fahrzeug zu einem ähnlichen Preis zu verkaufen, wie es in Südbayern von mindestens drei Seat-Vertragshändlern angeboten wird. Ich hatte also durchaus Interesse daran, beim Autohaus Seubert ein Fahrzeug zu erwerben. Dafür, dass dieses Interesse sich zwischenzeitlich erübrigt hat, bitte ich um Ihr Verständnis!
Überhaupt sind mir im Laufe des heutigen Tages Zweifel gekommen, ob ein Fahrzeug der Marke SEAT für mich nach dieser Erfahrung noch in Frage kommt. Zum stressfreien Betrieb eines Kraftfahrzeugs gehört für mich selbstverständlich auch eine gute Beziehung zur Werkstatt – selbst wenn ich den Wagen andernorts gekauft habe.
Momentan fahre ich einen Ford Focus ST, den ich im Fahrzeugalter von vier Monaten von einem Werksangehörigen aus Köln erworben habe. In unserem örtlichen Ford-Autohaus werde ich jederzeit sehr freundlich begrüßt, Garantiearbeiten werden anstandslos und mit einem Lächeln im Gesicht ausgeführt, eine nette Dame ruft mich zwei Wochen später an und fragt, ob ich mit dem Service zufrieden war.
Mit meinem Alfa Romeo, den ich vor dem o. g. Leon besaß und den ich ebenfalls in den Niederlanden erworben hatte, habe ich beim örtlichen Alfa-Vertragshändler gleichfalls ausnahmslos positive Erfahrungen gemacht, wenn es um Garantiearbeiten oder Wartungen ging. Es geht also durchaus auch anders!
Nur bei einem Fahrzeug der Marke SEAT scheint das offenbar nicht zu bewerkstelligen zu sein, wenn man in oder um Aschaffenburg wohnt. Ich würde – vorausgesetzt, ich würde das Autohaus Seubert überhaupt noch betreten – auch dann nur mit einem unguten Gefühl zu Herrn Seubert fahren, wenn ich ein deutsches Fahrzeug bei einem der o. g. Vertragshändler kaufen würde! Aus meiner Sicht kann es nicht angehen, dass ein Seat-Vertragshändler einen Kunden nur dann freundlich behandelt, wenn er in den letzten fünf Jahren einen Neuwagen bei ihm gekauft hat. Stattdessen jedoch aus einem SEAT-Autohaus hinausgeworfen zu werden, weil man vor vier Jahren die Dreistigkeit besaß, ein Fahrzeug nach Beratung, Probefahrt und unverbindlichem Angebot nicht im selben Hause zu kaufen, setzt der Sache meines Erachtens die Krone auf!
Abschließend würde mich selbstverständlich brennend interessieren, wie Sie als Importeur zu einem solchen Verhalten eines Ihrer Vertragshändler stehen, ob Sie in dieser Angelegenheit mit dem Autohaus Kontakt aufnehmen und ob und, falls ja, welche Maßnahmen Sie ergreifen, um eine Rufschädigung für die Marke SEAT durch solcherlei Verhalten in Zukunft zu verhindern. Diesbezüglich bin ich so vermessen, eine Antwort bzw. eine Reaktion Ihrerseits auf mein Schreiben zu erwarten.
Von meiner Seite bleibt mir ansonsten nur, den frommen Wunsch zu äußern, dass Herr Bruno Seubert als Seat-Vertragshändler in Aschaffenburg in absehbarer Zukunft von jemandem abgelöst wird, der über einen ausgeprägteren Geschäftsinn und über ein Mindestmaß von Freundlichkeit verfügt.
Als realistische Vorstellung wäre aus meiner Sicht auch ein zweites Seat-Autohaus in der Umgebung denkbar – aus diversen Gesprächen unter anderem in einschlägigen Internet-Foren ist mir bekannt, dass auch andere Kunden der Firma Seubert durchaus bereit wären, einmal den Service eines anderen Seat-Betriebs zu testen, an Kunden würde es einem etwaigen Pächter somit höchstwahrscheinlich nicht mangeln.
Fairerweise möchte ich Sie darüber in Kenntnis setzten, dass ich dieses Schreiben sowohl dem Autohaus Bruno Seubert als auch der Redaktion der Zeitschrift „AutoBild“ in Abdruck zukommen lassen werde. Unter Umständen interessiert sich ja die Motorpresse dafür, wie in Autohäusern der Marke SEAT mit mündigen Kunden umgegangen wird, die sich erlauben, von den wenigen Vorteilen des europäischen Marktes profitieren zu wollen, indem sie Preise vergleichen und entsprechende Konsequenzen daraus ziehen.
Mit freundlichen Grüßen
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Diplom-Verwaltungswirt (FH)