@Pope Ich antworte einfach auch mal und gleich vorweg im Kurzen und wie im Titel mit "(ALLGEMEIN)" gefordert: Bis jetzt im Allgemeinen mit dem Leon sehr glücklich und ich vermisse sehr wenig von BMW/Premium! Ich finde der Leon III ist einfach ein Preis-Leistungsgenie und ein sehr ausgereiftes Auto! Da du jetzt aber auch noch ein paar konkrete Dinge anfragst, will ich mal ein weeeeeeeenig ausführlicher werden. Keine Angst, ich schreibe nicht immer so viel, aber habe die Tage viel Zeit. Wenn's zu lang wird - und ich werde abschweifen

-... du weißt also: Ich bin wirklich zufrieden und bereue (besser: wir bereuen) den Kauf (bis jetzt) nicht.
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Also falls du Zeit hast, sehe alles Weitere als gute Unterhaltung garniert mit ein paar Infos

. Wir standen letztes Jahr nämlich vor einer ähnlichen Entscheidung. Und deshalb wird jetzt mal schön aus dem Nähkästchen geplaudert.
Du wirst merken, dass ich manche Dinge am Auto vllt. sehr sensibel wahrnehme, aber da bin ich am Anfang bei Autos immer so seltsam überaufmerksam und mit jedem Kilometer mehr, den ich fahre, desto weniger stören mich gewisse Dinge und nur grobe Schnitzer der Autobauer begleiten mich weiterhin aktiv.
Hintergrund für meine kommenden Aussagen: Was ich bisher an "Premium"-Fahrzeugen gefahren bin, ist im Wesentlichen BMW. Und alles natürlich nur persönliche Erfahrung und kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Gefahren bin ich einen 320d Touring mit EZ 2008 (E91 vor Facelift, manuell), über 9 Jahre und letztes Jahr mit knapp 280.000 km nach Litauen mit kaputtem Turbolader verkauft. Also wirklich viel (mit anderen Familienmitgliedern) gefahren und innigst geliebt. Als "Fremdfahrzeuge" seit ca. 3 Jahren den 220xd Active Tourer (von den "Schwiegereltern", daher vllt. nur so 20 mal im Jahr und Urlaubsfahrten bisher vllt. insgesammt 2000-3000 km). Vor dem 2er Active Tourer gab's bei den Schwiegereltern seit 2007 bis vor 3 Jahren jedes 520xd Touring Modell (inkl. Faceliftwechsel); also immer seit dem E39/5 (den noch als Benziner und noch manuell). Die 5er bin ich aber immer nur paar mal im Jahr gefahren. Im Schnitt vllt. 500km-1000km pro Auto. Ist am Ende jetzt ja auch nicht Leon-Größe und man rutscht ja schon langsam in die Oberklasse rein, aber wollte ich erwähnt haben. (Alle weiteren Premium-Fahrzeuge waren nur Mitfahren oder Mietwagen.)
Auf der "anderen Seite" des Vergleichs ziehe ich jetzt unseren Leon ST FR 150 PS 1,5L-Benziner mit DSG mit EZ Mitte 2019 heran - mit nun ca. 11000 km - und am Rande vielleicht mal den Skoda Fabia 1.2 TSI mit 86 PS und manuellem Getriebe, den wir letztes Jahr als Übergangsfahrzeug ein paar 1000 km gefahren sind. (Sonstige Nicht-Premium-Fahrzeuge (bescheuerter Begriff) wie VW-Bus T4 und alle möglichen Renaults, lass ich mal wegen mangelnder Vergleichbarkeit und Interesse weg.

)
Damit wir den Vergleich nicht zu sehr ausarten lassen, beziehe ich mich jetzt hauptsächlich immer auf den genannten 3er (und 2er für aktuelleren Stand) und unseren jetzigen Leon. Außerdem bleibe ich bei den grundlegenderen Dingen am Auto selbst, die ich aber im praktischen Alltag als mehr oder weniger offensichtliche Unterschiede zwischen "Premium" und "Normal" besonders im Hinblick auf unseren Leon ST im letzten guten halben Jahr ausgemacht habe. Zu allem drum herum, z.B. dem Service des VW-Konzerns, kann ich noch gar nichts sagen.
Und wirklich!!!! immer im Hinterkopf behalten, dass es sich nur auf genannte Fahrzeuge/Modelljahre/Motorisierungen bezieht und es mein ganz persönlicher Eindruck ist. Andere Menschen können manche Aspekte berechtigterweise auch komplett umgekehrt empfinden. Ich induziere hier, was immer gefährlich ist.
Klimaautomatik:
Da gibt es meiner Meinung nach spürbare aber feine Unterschiede. Ich weiß gar nicht, wie ich das jetzt Beschreiben soll.
Zum Beispiel war beim BMW die Temperatur des Luftstroms deutlich gleichmäßiger. Da gab es Änderungen immer nur Nuancen, die einen eigentlich nie groß aufgefallen sind. Im Leon (ebenso im Fabia) ist das nicht mehr so schön gleichmäßig und unauffällig über die Dauer. Da kommt plötzlich mal die nächsten 30 Sekunden relativ/fast schon unangenehm warme Luft. Dann merkt man wieder wie die Lüft kühler wird. Ich bilde mir ein es hat was mit der Motorlast zu tun oder wie ich fahre (plötzlich rein in die Stadt oder mal kurz abgestellt; passiert aber ebenso ab und zu auch nach einer Stunde Fahrt, wenn eigentlich nichts mehr groß akklimatisiert werden muss, etc.). Ich habe zwar noch keine wirkliche komplette Regelmäßigkeit erkennen können und auch beim 3er bin ich mir sicher, dass er das leicht hatte und auf den Motor reagiert hatte, aber eben nicht in diesem Ausmaß und mit der Häufigkeit und falls, dann hat er es mich deutlich weniger wissen und spüren lassen oder irgendwie gut versteckt. Würde ich so dem 2er auch so bescheinigen, um mal auch ein neueres Fahrzeug heranzuziehen. Der 5er spielt meiner Meinung nach in einer anderen Liga und da fange ich gar nicht an.
Um es vielleicht irgendwie noch praktischer zu formulieren: Im BMW hab ich mich viel weniger mit dem Thema Klima im Auto auseinander setzten müssen. Wie in einer Wohnung mit moderner Klimaregelung und Thermostaten; da hast du es einmal eingestellt und nie wieder angerührt. Bis auf mal eine 0,5°C-1°C Temperaturregelung oder vllt. bei extremen Bedingungen die Frontscheibe entfeuchtet. Im Vergleich zum Leon kann man alles viel variable, feiner einstellen. Einzelne Lüfter über das System ansteuern und regeln, getrennt eben auch z.B. die Lüfter zu den Füßen. Im Leon merke ich, dass es von der Konfigurierbarkeit einfach nicht herankommt und er nicht ganz den Komfort und das angenehme Gefühl erreichen kann. Ich muss öfter mal die Fußbelüftung ausmachen, weil die Füße eher kalt werden, obwohl oben herum sehr warm geblasen wird und unten nicht so richtig. Oder mal eine Lüfterklappe wegdrehen, etc. Ich habe im Leon schon so häufig in dem guten halben Jahr (besonders jetzt im Winter) die max. Frontscheibenbelüftungstaste drücken müssen, wie in wahrscheinlich allen BMWs über die Jahre zusammen nicht. Wirklich (fast ;-) ) keine Übertreibung. Ich habe die Klima ansonsten natürlich trotzdem im Leon meistens auf "Auto" und benutze auch nie den Eco-Modus des Autos, der ja auch die Klima beeinflusst. Ich regele im Leon einfach bissl mehr an der Klima rum, als ich es generell gewohnt war. Hört sich jetzt aber schlimmer an, als es ist, da ich mich auf meinen Fahrten natürlich anteilig wahrscheinlich nicht mal im Promillebereich mit der Klima beschäftige und sie generell genau das zufriedenstellend macht, wofür sie da ist. Aber es gibt meiner Meinung nach eben Komfortunterschiede. Vielleicht anfängliches leichtes Vermissen, das ist aber schon sehr abgeklungen, da wirklich eher marginal.
Navigation und System:
Weiß nicht warum, aber kein Autohersteller kriegt Navigation und System wirklich sehr gut hin. Was aber die Bedienung angeht (vor allem, wenn man das BMW-Steuerrad mit hinzuzieht) klarer Sieg für BMW und da waren wir noch nicht mal bei der Menüführung. Ich bin was UX und UI angeht ein bissl bewandert und erlaube mir das Urteil, dass da BMW die Sache recht ordentlich macht. Was bei Seat/VW da aber los war, als sie das designt und programmiert haben? Da ist wenig mit Intuition und Ordnung und viele kleine Details sind nicht gut gemacht. Um es mal harsch auszudrücken: Ein UX/UI-Typ wie Steve Jobs würde sich im Grab umdrehen. Es ist jetzt aber kein Komplettunfall und es funktioniert. Da haben wir aber leider noch nicht darüber geredet, ob touch-only gut ist. Gerade bei solchen Sachen merkt man die Auswirkungen von (verständlichen und logischen) Einsparungen in dieser Klasse auf Komfort und Qualität besonders stark. Also die Bedienbarkeit und Durchdachtheit hat mich wirklich anfangs bei diesem System ein bisschen schockiert. Das muss ich ganz ehrlich zugeben. Aber ich kann damit leben und man lernt sein Auto ja auch kennen, man kompensiert und es geht dann flotter von der Hand.
Was das Navi selbst angeht. Ich benutze es immer, genauso wie im BMW. All-in-all, ein typisches Auto-Navi eben. Auch das BMW-Navi neigt zum voreiligen Umfahren und Anpassen der Route bei dynamischer Führung und zum Anzeigen aller möglichen Gefahren, die ich dann vergebens suche. Das Seat-Navi scheint mir aber (mit egal welchen Navi-Routenoptionen) noch mal ne Nummer hibbeliger zu sein. Was das Ding während der Fahrt alles aktualisiert und umleiten will. Da wird auch schon mal eine Autobahnsperrung angezeigt, wo gar keine ist. Klar, das sind wohl zumeist zentrale Infos (TMC denke ich), aber das Seat-Navi scheint manchmal seltsam zu interpretieren. Ich höre da schon nicht mehr groß hin und checke nur noch selten die angezeigten Verkehrsmeldungen, wenn es was vor sich hinbrabbelt. Ich stand deshalb aber eben auch schon mal in einer Vollsperrung. Klar das Ding hatte mich gewarnt, aber bei den anderen 3 Vollsperrungen in den Monaten davor war halt nix. Ich sollte mich mal mit Android Auto und FullLink beschäftigen :-D.
Um diesen Punkt abzuschließen: Hier gibt es meiner Meinung nach sehr deutliche Unterschiede und man sieht besonders bei der Bedienbarkeit, wo gespart wird. Obwohl ich touch-only überhaupt nicht mag und mich immer drüber aufregen könnte, hat bei mir dieses ganze Infotain-Bedienungszeug-Zeugs aber überraschenderweise wenig Gewicht im Auto, da es am Ende irgendwie funktioniert. Allerdings vermisse ich wirklich die stimmigere Menüführung und das geniale Drehrad für die Steuerung.
Innenraumverarbeitung:
Da entdeckte ich immer mal den ein oder anderen Unterschied. Z.B. das Handschuhfach fand ich schon arg kahl. Habe ein dickeres Tuch rein und jetzt klappert der Inhalt auch nicht mehr. Man entdeckt häufiger mal irgendwo nicht so schicke Flächen aus Hartplastik und besonders der Kofferraum mit der Bodenplatte ist jetzt wirklich kein Meisterwerk. Kofferraumwanne für unten und originale wendbare Kofferraummatte für oben haben es erträglicher gemacht. Da ist bei BMW vieles hochwertiger und weniger wackelig. Aber hey, es ist der Kofferraum. Was ich allerdings als echt nervig empfinde, ist der Einzugmechanismuss der Kofferraumabdeckung, der ist schon recht lumpig und da zweifel ich an der Langlebigkeit. Das sind so Dinge, die fallen dir in der Premiumklasse in Summe einfach gar nicht auf, weil es meist hochwertiger gemacht ist. Aber ich kann damit leben und richtig vermissen tue ich nichts. Mir gefällt die Optik im Innenraum echt gut und das ist für mein Wohlbefinden fast wichtiger. Anders als z.B. bei Renault. Da fühle ich mich irgendwie ein wenig gequält ;-) .
Geräusche im Innenraum:
Selbst den 3er als Diesel (ohne irgendwelche Akustikverglasung) empfand ich als etwas leiser oder gedämpfter. Und auch den 2er halte ich am Ende innen ruhiger, obwohl der gar nicht soooo ruhig ist. Man hat bei BMW irgendwie das Gefühl, dass die Wand um einen herum massiver ist und besser schallisoliert. Den 5er lass ich wieder mal bewusst weg. Hat bei meiner Autowahl schon ein klein wenig Gewicht und ich finde, der Leon könnte manchmal etwas ruhiger innen sein, vor allem bei Stadtfahrten. Auf der anderen Seite, hat mich wirklich positiv überrascht, dass es bei 170 km/h (bin halt schon immer mit mindestens 140 km/h unterwegs) noch so ruhig bleibt. Das ist toll! Deshalb vermisse ich nicht wirklich was, vor allem, da ich auch Autos fahre, da ist mit Unterhalten ab 140 km/h Schluss.
Fahrwerk:
Habe ich mit rein genommen um hier zu erwähnen, dass sich der Leon super fahren lässt (ohne DCC als FR vllt. etwas zu hart und rumpelig.) Er fühlt sich vor allem als Benziner irgendwie so fluffig leicht und doch fest in der Spur an. Und ich habe noch nicht einmal die Mehrlenkerhinterachse! Besonders Landstraßen sind hammer nice. Für mich ist der 3er noch ne Nummer souveräner und fühlt sich aufgrund des Heckantriebs irgendwie auch stimmiger an im Fahrgefühl. Und trotz der Straffheit und Sportlichkeit irgendwie noch deutlich komfortabler. 5er lass ich weg, da sich der ganz anders fährt. Wer einmal mit Luftfederung bei 230 km/h über die Autobahn gleitet, denkt er fährt 160 und sein latloses Handy vibrieren hört, weiß was ich meine. Ich will gar nicht wissen, wie es in einer S-Klasse ist. Wieder zurück zum Thema: Ich bin der Meinung, dass der 3er (selbst der F30) auf dem Gebiet in dieser Autogröße absolut ungeschlagen ist und absolut meinen Geschmack trifft. Ich hoffe da irgendwann mal den G20 fahren zu können. Aber umso überraschender ist es, dass ich im Leon, bezogen auf diesen Punkt, so gut wie nichts vermisse. Ich bin der Meinung, dass der Leon sich überdurchschnittlich geil für den Preis anfühlt. Aber ist natürlich auch sehr Geschmack.
Automatik, Antrieb:
Da Oberklasse/Premium (Sportwagen mal bei Seite gelassen) gerade bei BMW eher Wandlerautomaten hat und der Leon jetzt DSG. Könnte man vllt. sagen: DSG vs Wandler. Das ergibt aber wenig Sinn
und für mich gibt es da auch keinen Gewinner und wäre wieder ein Hammer-Thema für sich. Da ich zumindest die Wandler im BMW ganz gut kenne, vermisse ich vielleicht ein bisschen die allgemeine Souveränität und das Gelassenheitsgefühl eines Wandlers, besonders beim Rangieren und Stop-and-Go. Aber obwohl ich nur das kleine, alte, trockene, nicht auf Haltbarkeit konstruierte, fehleranfällige DQ200 im Leon habe, macht es mir irgendwie trotzdem richtig Freude und fühlt sich nicht schlecht an. Ganz im Gegenteil: Ich weiß ja nicht, was du jetzt genau fährst und ob überhaupt DSG, aber das DQ381 ist, glaub ich, relativ komfortabel für ein DSG und ich würde den Wandler wahrscheinlich noch ein bisschen weniger vermissen. Das DQ381 wird ja praktisch auch in Premium verbaut. (OT: Ich habe in meinem Leben so viel handgeschalten und eigentlich macht es mir auch Spaß, aber Autofahren ist mittlerweile eher Arbeit und ich will beim eigenen Auto nie wieder selbst schalten müssen: ob DSG oder Wandler ist mir am Ende relativ wurscht!)
Zum Antrieb, kann man eh nix sagen, da so unterschiedlich von Modell zu Modell, von Jahr zu Jahr, von Auto zu Auto.
Möchte aber hinzufügen, dass ich mit dem 1.5l im Großen und Ganzen zufrieden bin. Ich hab ab und zu dieses sehr leichte Ruckeln bei Teillast und kälterem Motor (das hoffentlich problemlösende Update kommt irgendwann mal drauf). Es ist einfach ein ganz normaler nicht sehr emotionaler Motor mit dessen Verbrauch ich aber mehr als zufrieden bin. Denn da war mir eben wichtig, dass er in möglichst vielen Situationen relativ sparsam ist. Mit geplanten 20-25000 km im Jahr mit diesem Auto sind wir eher Vielfahrer für Benziner und er sollte auch bei 170 auf der Autobahn sowie in der Stadt den Verbrauch im Rahmen halten. Das tut er wirklich gut und gönnt sich (außer kalt) keine Ausreiser. Im Nachhinein hätten wir vllt. doch den 2.0l Leon nehmen sollen mit dem DQ381, da auch dieser Motor bei 170 km/h noch nicht allzu seeehr den Mund auf machen soll. Und man gerade bei Eigentum mit dem 2.0l und dem besseren DSg vllt. das "bessere" Auto hat. Aber hätte hätte.
Fazit bei diesem Punkt: Bin mit dem "nicht-premium" Leon recht zufrieden mit einer sehr leichten und ab und zu aufflammenden Sehnsucht nach dem Wandler und vielleicht ein paar mehr PS auf der Autobahn. Die PS kannst du aber auch im "nicht-premium" (immer noch ein Scheißbegriff) Cupra haben. Und da verlässt du dann sogar ein wenig den Bereich des "Nutzfahrzeuges" und kommst in die Passion-Sparte, wo Premium oder nicht noch weniger Bedeutung hat, da anderes an Bedeutung gewinnt. (Zusatz zu diesem Punkt: Ich war übrigens vom genannten Fabia echt positiv überrascht, wie der sich fahren lassen hat. Wenn ich das mit dem Renaul Grand Modus vergleiche ...)
Langlebigkeit:
Ähnlich wie Antrieb, kann ich das nicht richtig beurteilen. Man hört tendenziell "bei Premium besser", aber das weiß man persönlich immer erst danach.
Als positives Premium-Beispiel kann ich dir unseren 3er nennen. Bei ca. 230/240000 Kilometern kamen die Stoßdämpfer und Federn. Hatten da zu lange gewartet und Feder ist gebrochen. Der Kabelbaum (irgendwann 250000 km) zur Kofferraumklappe war "angebrochen", konnte aber gelötet werden. Zum Zeitpunkt des Verkaufs gab es hinten innen bei der Kofferraumklappe leichte oberflächliche Roststellen und und er hatte sich ein paar mal beschwert, er wolle einen neuen Rußpartikelfilter. Die Wartungszyklen wurden bis zum Ende eingehalten (bei freie Werkstätten) und das gemacht, was für notwendig erachtet wurde (immer Verschleißteile, bzw. einmal irgendein Austausch am Auspuff oder Abgasskanal wegen Haarriss bei Kilometer 2xxxxxx). Der Lack sah wirklich noch richtig gut aus, trotz nur 2 Wäschen im Jahr und fehlender Garage. Die Stoffsitze innen sahen überraschend wenig abgenutz aus (auch beim Fahrer!). Zweimal im Jahr wurde das Auto von innen geputzt. Alle Schalter, Knöpfe und Hebel funktionierten ohne jemals ausgefallen zu sein. Die Amaturen sahen noch gut aus. Das Lenkrad wenig abgegriffen (wenn ich dass mit dem T4 meiner Eltern vergleiche... das ist aalglat). Dieses Auto hatte in der ganzen Zeit 4 ungeplante Werkstattbesuche, wenn man den nicht mehr reparierten Turbolader am Ende dazuzählt und den Wildunfall weglässt. Und das Beste: in den insgesamt 260.000 km über die knapp 10 Jahre, in denen wir dieses Auto besessen haben und in denen wir mit unterschiedlichen Fahrern der Familie das Ding geschrubbt haben, war nichts, nada, niente, nullzig mit dem Motor. Und dazu noch stets verbrauchsarm trotz Pacen über die Autobahn (wirklich!!!). Ich bin sicher, dass es positive Tendenzen bei Langlebigkeit für Premium-Fahrzeuge gibt und sich "hinten raus" der Mehrpreis trotz höherer Servicekosten amortisiert/amortisiren kann. Da gibt es Geschichten aus dem Benz-Lager, dagegen ist hier unser 3er ein Witz, aber um diese Qualität vermissen zu können, muss man es eben durchziehen. Vorher weißt du das nie. Und es gab auch schon Generationen von Premium-Fahrzeugen, die hätte man besser nie gekauft.
Du weißt beim (Neu-)Kauf halt nur rudimenänter, was du hinten rauskriegst.
Da ist z.B. beim VW T4 VR6 Baujahr 1998 mit mittlerweile 270000km deutlich mehr gewesen, aber das ist auch generell keine Spezialität des VW Busses ;-) . Aber ich schweife ab, was ich eigentlich damit sagen will: Planst du nicht ein Auto 20 Jahre zu fahren, kannst du auch keine Langlebigkeit der Premiumklasse vermissen. Laut Plan geht unser Seat nach ca. 4-5 Jahre und 100.000 km (soweit die Garantie) an den nächsten und ich kann dann in weiteren 5 bis 10 Jahren in Foren wie diesem hier lesen, wie sich der Seat Leon mit dem 1.5l geschlagen hat und wie viel DQ200 er verschlissen hat ;-p. Vielleicht hätte man ihn behalten sollen und er hätte den 3er als bisher "billigstes" Auto abgelöst oder vielleicht auch nicht.
Einzelne Kleinigkeiten am Ende (nicht unbedingt Premium vs. Normal):
- Handbremse bei BMW: mit den "automatischen" Handbremsen jetzt im 5er und 2er habe ich das Gefühl/hoffe es ist besser geworden, aber sowohl beim 3er als auch beim E39/5 mit manuellen Handbremsen musste bei jedem Servicetermin ordentlich nachgezogen werden. Vorerst bleibe ich dabei: BMW und Handbremse ist wie England und Elfmeterschießen! ;-)
- Ich finde die Frontscheibe beim Leon wird in der Mitte bei mehr Dreck (Salz, etc) nicht so richtig ordentlich gewischt. Müsste dann eher am vorderen Teil des linken Wischers liegen. Die Blätter sind ok. Keine Ahnung woran es liegt. Wenn nur leichter Dreck, dann tip top, nur scheint er da irgendwie nicht ausreichend Druck auf die Scheibe zu bringen. Weiß aber nicht, ob das nur bei unserem ist, aber das haben selbst Twingo, Modus, Laguna und VW-Bus hinbekommen. Also wahrscheinlich eher kein Unterschied zum Premiumsegment.
- Wenn wir schon beim Scheibenwischen sind. Was mir im direkten Vergleich zum 3er am Leon besser gefällt. Die Regensensorik reagiert besser und passender zur gewählten Stufe. Da hatte der 3er so seine Eigenheiten manchmal. Beim neueren 2er oder bei den ganzen 5ern ist es mir jetzt aber nix Negatives aufgefallen.
- Bei der sensorischen Einparkhilfe der neueren BMWs (2er und 5er) habe ich das Gefühl, dass sie die Umgebung feiner wahrnehmen als der Leon, da kann ich mich aber täuschen. Der 3er damals war auf exakt dem selben Niveau wie der Leon jetzt. Und das meine ich nicht negativ. Fühle mich im Leon sogar bissl wohler, weil es früher auslöst. Manchmal zu früh, aber ich find's fast gut so.
Preis, Leistung:
Das nächste komplizierte Thema, aber das letzte; ich habs ja mit Langlebigkeit bereits indirekt angerissen und es gibt da ja noch viele weitere Faktoren. Aber hier kann ich es wirklich sehr einfach recht kurz machen, denn das ist es eben, was ich sehr vermisse und diesmal allerdings am Premiumsegment: ein zumindest etwas besseres Preis-Leistungsverhältnis.
Und das zeigt unsere Autosuche des letzten Jahres am Besten. Wir wollten wenigstens einmal im Leben :-D selbst einen Neuwagen und hatten jetzt nicht ewig Zeit zu suchen und zu recherchieren. Aber ein bissl umgeguggt hatten wir uns und natürlich aufgrund der Liebe zum 3er auch bei BMW.
Mit dem Ergebnis: Wenn ich beim Leon, den von uns in anspruchgenommenen Barzahlerrabatt mit einberechne, einmal unfairerweise diesen auch bei weitem nicht mehr so großen Rabatt bei BMW weglasse, und eine grob ähnliche Ausstattung und Motorisierung annehme: Wir hätten uns für das Geld eines 3ers - bis auf ein paar Tausender - wir hätten uns den Leon, so wie er gerade im Hof steht, ZWEIMAL kaufen können. ZWEIMAL. FAST ZWEIMAL! Und wir sprechen hier nicht über irgendeinen Vergleich zwischen einem Auto, welches als Sparmaßname auf alles verzichtet, nur noch aus Blech und 4 Rädern besteht, nur noch dazu da ist von A nach B zu kommen und von LKWs überholt wird mit einem anderen Auto, welches per se das absolute Überauto ist. Selbst wenn da 50000-55000 Euro "rumliegen" würden, frei für den Autokauf... wirklich nicht. Mittlerweile nicht mehr. Ich weiß im Premiumbereich ist wirklich vieles qualitativer und leistungsstärker und es ist am Ende eine Frage der Priorität, der Vorliebe und des Kontostands, aber manchmal frag ich mich schon, wer da draußen die vielen 3er kauft, die da rum fahren; von anderen größeren und teureren Autos, wollen wir lieber erst mal gar nicht anfangen. Ich vergönne es aber den Fahrern/Besitzer wirklich nicht. Aber vielleicht ändern sich einfach meine Prioritäten zum Thema "Autofahren" und vieles aus der Premium- und Oberklasse beeindruckt mich persönlich einfach nicht mehr so und finde ich unnötig. (Auf dem Papier und als Ingenieursleistung bin ich trotzdem oft beeindruckt, da man irgendwie doch immer ein kleiner technikverliebter Autonarr bleibt.)
Außerdem, es gibt auch Dinge, die mir in/an einem "Nicht-Premium-Fahrzeug" besser gefallen (Dieses Thema könnte man mal rumdrehen ;-) .)
Um abzuschließen: Klar kann man was vermissen, wenn man "Premium" gewohnt ist und aufmerksam ist, wie oben beschrieben (vgl. 3-Sterne-Restaurant mit normalem guten Restaurant), aber in meinem Fall (mit unser Seat Leon ST), weiß ein Nicht-Premium-Auto viele nicht-premium-induzierte "Mängel" echt gut zu kompensieren und es schmeckt immer noch verdammt gut beim Lieblingsspanier

. Und etwas weiß ich jetzt schon: Beim nächsten Fahrzeugwechsel werde ich mit Sicherheit einige Dinge aus dem Leon vermissen, selbst wenn ich wieder auf "Premium" umsteigen werde, was ich aber stark bezweifle und das liegt an genau solchen Autos wie dem Seat Leon!
Vielen Dank für's Lesen!