Die Förderung sollte in meinen Augen ein Ziel haben: die Umwelt entlasten und dafür Sorgen, dass die Hybride bei den richtigen Leuten landen. Und das sind nunmal nicht die Vertreter bzw. Geschäftswagenfahrer, die mit der Dienstwagenbesteuerung einfach nur Geld sparen, ohne sich tatsächlich mit dem Thema Hybrid auseinanderzusetzen.
Die anderen Förderungen hingegen sind in meinen Augen "sauber":
Durch die Prämie wird der Hybrid attraktiv, da bei der Anschaffung nicht mit enormen Mehrkosten zu rechnen ist. Man hat also eine faire Wahl zwischen Benzin, Hybrid und Diesel und kann sich entsprechend seines Fahrverhaltens entscheiden. Jemand, der jeden Tag Langstrecke fährt wird sich dann auch nicht für den Hybrid entscheiden, da es sich einfach finanziell nicht lohnt.
Durch die Dienstwagenversteuerung fällt diese Entscheidung weg, denn die Ersparnis gleicht jegliche Mehrkosten durch Betrieb aus. Man darf nicht vergessen, da geht es schnell mal um 300-500€ im Monat.
Dazu kommen noch die Förderungen für Versicherung und Steuer (Förderungen, Nachlässe, wie auch immer). Die senken den Unterhalt zusätzlich deutlich unter das Niveau eines Diesels oder Benziners in der gleichen Leistungsklasse, aber auch diese gleichen nicht den Mehrverbrauch bei Langstrecke bzw. nicht-Verwendung des Elektro-Motors aus.
Als Beispiel: Für den Nachfolger meines Leons zahle ich trotz 292PS Hybrid-PS in der Versicherung (Vollkasko) nicht mal 100€ mehr als für meinen Leon, da ich sozusagen nur die 184 Benzin-PS versichern muss. In der KFZ-Steuer ist er auch billiger (logisch, da Emissionen). Für einen vergleichbaren Benziner oder sogar Diesel wird sowohl die Versicherung wie auch die Steuer wesentlich teurer. Beim Fahrzeugpreis kann man dann die ca. 5000€ Prämie abziehen und kommt damit auf ca. 4-5% mehr Rabatt, was die Preisdifferenz zum Benziner fast ausgleicht, der Diesel kostet Liste ungefähr gleich viel und ist mit Prämie damit auch teurer - besonders mit Unterhalt. Für einen Benziner würde ich also etwas weniger zahlen, dafür etwas mehr im Unterhalt. Der Diesel ist ein gutes Stück teurer, lohnt sich damit erst bei vielen gefahrenen Kilometern.
Für den Hybrid habe ich mit entschieden, weil ich damit 80-90% meiner Strecken komplett emissionsfrei (dank 100% Ökostrom in der TG) fahren kann, dabei aber dennoch ein sehr sportliches und trotzdem sparsames Fahrzeug habe, dass mich auch in technischer Hinsicht absolut überzeugt.
In einer perfekten Welt werden also viele Leute dazu animiert, einen Hybriden zu kaufen, den sie dann immer mit 100% Ökostrom laden und somit der Umwelt etwas gutes tun. Wie uns allen klar ist, macht eben genau die Dienstwagenversteuerung das kaputt und zerstört das Image des Plugin-Hybriden. In meinen Augen ist die verringer Dienstwagenbesteuerung nichts anderes als ein Flottenverbrauchssenker für die Hersteller. Auf dem Papier top und in großen Mengen verkauft sehr effektiv, in der Praxis schlimmer als eine Dieselflotte

Bei Elektroautos und E-Bikes sieht das wieder anders aus, von der E-Bike-Versteuerung bspw. profitiere ich selbst auch und mit dem Elektroauto kann man nicht "tricksen".