- Erfahrungsbericht: Leon FR TDI gegen Golf V GTI DSG Beitrag #1
Hauser
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Hallo erstmal,
bin neu hier im Forum unterwegs und habe mir in den letzten Tagen einen 2008er Leon FR TDI zugelegt. Diesen würde ich hier gerne mit meinem vorherigen Fahrzeug, einem Golf V GTI DSG vergleichen und von meinen (z.Z. noch spärlichen) Erfahrungen mit dem FR berichten. Gerade was die Motoren angeht, ist ein Vergleich mit dem TFSI FR möglich und könnte evtl. als Entscheidungsghilfe dienen, auch was die Getriebewahl angeht.
Mein Leon
EZ 03/2008
Km-Stand 22 Tkm
Candy-White
Besonderheiten: Bi-Xenon inkl. Kurvenlicht (sonst nicht mehr viel... :] )
Äußeres
Aussehen ist ja bekanntlich Geschmackssache... Mir gefällt der Leon besser als der Golf. Er wirkt recht bullig und trotzdem sehr dynamisch und "schnittig". Ein klarer Vorteil gegenüber dem Wolfsburger-Einheitsdesign, obwohl mein GTI mit der Frontschürze & Seitenschweller des Edition 30 ausgestatten war und ein R32 Heck inkl. passendem ESD montiert war. Trotz allem gelang es dem Golf nicht, sich sonderlich von seinen "Standard-Brüdern" richtig abzusetzen. Dies hat Seat beim FR deutlich besser umgesetzt. Einzig und alleine die Fahrzeughöhe, gerade im Bereich der Hinterachse, sehen beim FR nicht so gut aus. Selbst die 18 Zoll Bereifung sieht mit dem gewaltigen Abstand vom Reifen zum Radlauf etwas mickriger aus, als sie in Wahrheit ist - doch wofür gibt es Tieferlegungsfedern...
Was mich etwas enttäuscht hat, sind Sparmaßnahmen wie der fehlende Motorhaubenlift.
Doch insgesamt macht der Leon den dynamischeren Eindruck. Es gibt eben Fahrzeuge, die schon im Stand "schnell" aussehen, zu denen gehört der FR ohne Zweifel...
Innere Werte
Bei der Verarbeitung kann ich keinen Vorteil für einen der beiden feststellen. Eigentlich sind alle VAG-Fahrzeuge (der neueren Generationen) dich ich bis jetzt gefahren habe solide verarbeitet. Die Spaltmaße sind ordentlich.
Der Punkt für die Materialanmutung und der Haptik geht an den GTI. Die Materialien machen einen etwas hochwertigeren Eindruck, wobei der FR keineswegs einen "Hartplastikwüste" ist. Gerade das Lenkrad fühlt sich im FR etwas mehr nach Plastik an, als nach Leder und es ist deutlich härter in der Haptik. Doch auch wenn das unten abgeflachte GTI Lenkrad einen sehr sportlichen Eindruck vermitteln will, der Leon wirkt für mich auch im Innenraum dynamischer. Das gesamte Armaturenbrett ist auf die Person zugeschnitten, um die es sich nunmal hauptsächlich beim Autofahren dreht: dem Fahrer.
Die Meinungen gehen gerade über die Mittelkonsole weit auseinander! Einige meiner Freunde & Bekannte finden sie im FR etwas zu wuchtig, andere (mich eingeschlossen) sehr schön. Das einzige was mir etwas negativ aufgefallen ist: Das Radio wirkt etwas verloren und hätte ruhig größer dimensioniert werden. Doch spätestens bei Dunkelheit und eingeschaltetem Licht, präsentiert sich der FR sehr sportlich, dank der roten Hintergrundbeleuchtung im Bereich Radio und Klima. Allerdings war sich die Mehrheit der Betrachter einig: Der GTI wirkt trotz der Alupedale sowie diversen Applikationen im Innenraum recht langweilig. Also auch hier ein klarer Punkte-Sieg für den FR!
Funktion & Ausstattung
Von der Ausstattung her, sind sich die beiden Fahrzeuge relativ identisch.
Was dem Leon gegenüber dem GTI fehlt, sind der fehlende Regen- und Lichtsensor sowie Sitzheizung und das VW-Soundsystem, auf welches ich hier besonders eingehen möchte. Es musste damals unbedingt dieses Soundsystem im GTI verbaut sein, obwohl ich einige negative Meinungen dazu im Netz gefunden hatte. Doch der "Zauber" dieses Systems verflog nach relativ kurzer Zeit. Kratzende Hochtöner - dumpfer Mid-Bereich sowie schwammiger und dank fehlender oder falsch dimensionierter Isolierung scheppernder und knarziger Bass. Das CD2 im FR macht dies alles deutlich besser! Nach einer kurzen Anpassung der Einstellungen (Trb + 1 / Mid 0 / Bass +3 / Rear +1 / li-re 0) liefert das Leon Radio um Welten (!!) bessere Klangqualität. Einem "High-End-Car-Hifi-Sound-Jünger" dreht sich wahrscheinlich der Magen um, wenn ich Eigenschaften wie "pegelfest" oder "ausreichender Bassbereich" nenne, doch genau dies trifft im direkten Vergleich zu. Der GTI (inkl. VW-Soundsystem) kommt da auf keinen Fall ran. Bei etwas Bass-lastiger Musik dröhnte und schepperte es gewaltig aus dem Bereich der Türen, sodass eine hohe Lautstärke wie Leon nur mit den genannten Störungen erkauft werden konnte. Ich wahr völlig überrascht als ich das CD2 das erste Mal intensiver getestet habe! Kein Knarzen und Scheppern aus der Türverkleidung, halbwegs sauberer Bass und für mich aussreichender High- sowie Mid-Bereich und das auch bei relativ hoher Lautstärke! Musik hören im Auto macht endlich wieder Spass!
Ansonsten bietet die Bedienung im Leon keine Rätsel und so mancher Hebel und Schalter kommen einem beim Umstieg sehr bekannt vor.
Fahrwerk
Das GTI Fahrwerk ist sehr viel harmonischer ausgelegt und teilt einem nicht jeden kleinen Stein auf der Fahrbahn so direkt mit. Doch auf der anderen Seite, hat mich die Wankbewegung der Karosserie im GTI etwas enttäsucht ohne das diese die Fahreigenschaften negativ beeinflusst hätte. Der GTI ist einfach weicher als der FR, der sich keine merkliche Seitenneigung in Kurven erlaubt und gerade auf der Autobahn und Landstraßen mit seinem genialen Grip überzeugt. Auf etwas schlechteren Straßen wünscht man sich ab und an doch etwas von der Weichheit des GTI zurück, doch das ist in der nächsten zügig gefahrenen Kurve wieder vergessen.
Wie auch einige Testberichte kam ich zu dem gleichen Ergebnis: Beide nehmen sich in Hinsicht auf die mögliche Kurvengeschwindigkeit nichts! Der eine (FR) ist eben etwas sportlicher ausgelegt, der andere (GTI) etwas "Massentauglicher", aber da ich erst mitte 20 bin und mein Rücken sowei i.O. ist, geht für meinen Geschmack der Punkt klar an den FR!
Motor & Getriebe
Mir ist klar, dass man den 2.0 TFSI nicht mit dem 2.0 TDI direkt vergleichen kann (Äpfel & Birnen), doch möchte ich es trotzdem versuchen. Der TFSI ist ein sehr guter Motor und eine perfekte Mischung aus starkem Antritt und Drehwilligkeit. Doch diese Eigenschaften erkauft man sich mit einem, selbst für diese Leistungsklasse, extremen Verbrauch! Bei "normaler-zügiger" Fahrweise flossen meist zwischen 9,5 und 10,5 Liter durch die Düsen. Bei Vollgas auf der AB waren es auch schon mal 15,8 Liter von der teueren Plörre. Wenn man mal den "Sonntagsmorgens-Brötchen-holenden-Renter" rausgelassen hat, dann waren auch Verbräuche um die 7,5-8 Liter drin. Aber wofür sich dann einen GTI kaufen... Da sich mein jährlichen Fahrleistungen von 12 tkm zu über 20 tkm geändert haben, war dies finanziell einfach nicht mehr tragbar. Daher jetzt ein Diesel!
Der FR ist prinzipbedingt genügsamer, ohne auf Fahrspass verzichten zu müssen. Der Motor zieht ab 1.500 Umdrehungen sauber hoch und ab 2.000 Umdrehungen geht es ordentlich nach vorne. Ich war selber überrascht, wie lange der Motor (für einen Diesel) das hohe Drehmoment halten kann. Auf der Autobahn ist man sehr zügig auf Tacho 210 km/h - danach wird es etwas zäher.
Ab dieser Geschwingigkeit schlägt die Stunde des GTI, der etwa bis Tacho 230 gut zieht, bis auch ihm so langsam die Puste ausgeht.
Von der reinen Beschleunigung her (nicht 0-100 km/h, denn wann macht man das schon und wenn wie oft ?) nehmen sich beide gefühlt nicht sonderlich viel. Ich behaupte mal, dass ein GTI, der einem FR folgen will seine Gänge schon ordentlich ausdrehen muss um dran zu bleiben. Während der FR dabei noch relativ schaltfaul bewegt werden kann.
Doch insgesamt gesehen fahre ich mit dem FR jetzt wesentlich entspannter auf der AB, denn ein tritt aufs Pedal bei 120 km/h im 6. Gang und der FR geht zügig voran. Und selbst unter Volllast auf der AB genehmigt sich der FR nicht mehr als 10 l! Im Schnitt fahre ich ihn mit 7-7,5 l wobei auch Verbräuche um 6-6,5 l durchaus drin sind. Sportlich (GTI-like) bewegt, begnügt sich der FR mit gerade mal 7,5-8 l! Klar ist das auch nicht sonderlich wenig, aber als Ex-GTI Fahrer ein wahrer Traum!!!
Ich habe für mich einfach erkannt, dass ich mehr der TDI-Typ bin: Schaltfaules Fahren mit ordentlich Druck bei 1.500 - 2.500 Umdrehungen.
Zum Getriebe sei gesagt, dass ich anfangs ein sehr großer DSG Fan war. Doch einiger Zeit fing es mich doch iregendwie an zu langweilen und teilweise zu nerven. Man hat einfach nichts mehr zu tun - logisch bei einem Automatikgetrieb - aber es langweilte mich trotzdem. Ich spielte sogar mit dem Gedanken, meinen GTI zu verkaufen und einen anderen GTI mit Handschaltung zu kaufen. Es ist zwar wahnsinnig entspannend in der Stadt und beim Rangieren, doch nervte es manchmal auch mit einer doch eigenartigen Schaltcharakteristik. Man will z.B. bergauf beschleunigen, man gibt etwas zögerlich Gas und das Getriebe schaltet schon bei 2.000 Umdrehungen in den nächsten Gang, sodass der arme Turbo sich fast totdrehen muss um genügend Ladedruck bei den niedriegen Drehzahlen aufzubauen. Der Momentanverbrauch schnellt dabei auf Werte von 40-45 Liter. "Handgeschaltet" per Lenkradwippen habe ich im Schnitt einen halben Liter weniger verbraucht. Der "S"-Modus war für mich völlig unbrauchbar, zwar schön sportlich, aber es macht einfach keinen Spass mit 5.000 Umdrehungen im 2. Gang hinter einem LKW herzufahren und auf eine Lücke zum Überholen zu warten. Außerdem waren mir die Gangwechsel über die Wippen am Lenkrad zu langsam (Wippendruck - dann dauerte es 2 oder 3 Wimperschläge und dann kam erst der Wechsel - in der Zeit schalte ich auch bei einem manuellen Getriebe...)
Das 6-Gang Getriebe des Leon ist präzise und recht knackig zu führen. Einzig die gewöhnungsbedürftige Form des Schaltknaufs fiel mir auf. Recht klobig, obwohl mit dem richtigen Griff liegt er sehr gut in der Hand!
Licht & Sicht
Da ein Vergleich mit den Halogenscheinwerfern des GTI nicht fair wäre, lass ich den Vergleich mal weg. Doch auch die Scheinwerfer des GTI haben mich nie enttäuscht, doch kommen sie prinzipbedingt nicht an die Xenonscheinwerfer des FR heran. In Verbindung mit dem Kurvenlicht kommen einem die konventionellen Lichtsysteme wie bessere Kerzen vor. Das beste Licht was ich bis jetzt hatte. Auch der Faktor des "gesehen werdens" gerade auf der AB ist nicht zu unterschätzen und man bekommt sehr viel öfter und früher Platz gemacht (was nicht heißen soll, dass ich ein Drängler oder Raser bin!).
Fazit
Anfangs habe ich meinen GTI sehr schwerenherzens abgegeben und bin davon ausgegangen, dass ich ihm noch eine gehörige Weile nachtrauern werde, doch davon merke ich nichts! Die Begeisterung über den Leon wiegt dies mehr als doppelt auf!!!
Kleine Anmerkung: Dieser "Testbericht" soll nicht darlegen, dass der GTI ein schlechteres Auto ist, doch passt der Leon mit seinen Fahreigenschaften deutlich besser zu mir und so mancher eingefleischter TFSI- und im allgemeinen Benzinfahrer sollten mal eine Probefahrt eines 170 PS TDI ausmachen und sich selber von den Qualitäten überzeugen! Mich hat es mehr als überzeugt - ich bin begeistert!!!
bin neu hier im Forum unterwegs und habe mir in den letzten Tagen einen 2008er Leon FR TDI zugelegt. Diesen würde ich hier gerne mit meinem vorherigen Fahrzeug, einem Golf V GTI DSG vergleichen und von meinen (z.Z. noch spärlichen) Erfahrungen mit dem FR berichten. Gerade was die Motoren angeht, ist ein Vergleich mit dem TFSI FR möglich und könnte evtl. als Entscheidungsghilfe dienen, auch was die Getriebewahl angeht.
Mein Leon
EZ 03/2008
Km-Stand 22 Tkm
Candy-White
Besonderheiten: Bi-Xenon inkl. Kurvenlicht (sonst nicht mehr viel... :] )
Äußeres
Aussehen ist ja bekanntlich Geschmackssache... Mir gefällt der Leon besser als der Golf. Er wirkt recht bullig und trotzdem sehr dynamisch und "schnittig". Ein klarer Vorteil gegenüber dem Wolfsburger-Einheitsdesign, obwohl mein GTI mit der Frontschürze & Seitenschweller des Edition 30 ausgestatten war und ein R32 Heck inkl. passendem ESD montiert war. Trotz allem gelang es dem Golf nicht, sich sonderlich von seinen "Standard-Brüdern" richtig abzusetzen. Dies hat Seat beim FR deutlich besser umgesetzt. Einzig und alleine die Fahrzeughöhe, gerade im Bereich der Hinterachse, sehen beim FR nicht so gut aus. Selbst die 18 Zoll Bereifung sieht mit dem gewaltigen Abstand vom Reifen zum Radlauf etwas mickriger aus, als sie in Wahrheit ist - doch wofür gibt es Tieferlegungsfedern...
Was mich etwas enttäuscht hat, sind Sparmaßnahmen wie der fehlende Motorhaubenlift.
Doch insgesamt macht der Leon den dynamischeren Eindruck. Es gibt eben Fahrzeuge, die schon im Stand "schnell" aussehen, zu denen gehört der FR ohne Zweifel...
Innere Werte
Bei der Verarbeitung kann ich keinen Vorteil für einen der beiden feststellen. Eigentlich sind alle VAG-Fahrzeuge (der neueren Generationen) dich ich bis jetzt gefahren habe solide verarbeitet. Die Spaltmaße sind ordentlich.
Der Punkt für die Materialanmutung und der Haptik geht an den GTI. Die Materialien machen einen etwas hochwertigeren Eindruck, wobei der FR keineswegs einen "Hartplastikwüste" ist. Gerade das Lenkrad fühlt sich im FR etwas mehr nach Plastik an, als nach Leder und es ist deutlich härter in der Haptik. Doch auch wenn das unten abgeflachte GTI Lenkrad einen sehr sportlichen Eindruck vermitteln will, der Leon wirkt für mich auch im Innenraum dynamischer. Das gesamte Armaturenbrett ist auf die Person zugeschnitten, um die es sich nunmal hauptsächlich beim Autofahren dreht: dem Fahrer.
Die Meinungen gehen gerade über die Mittelkonsole weit auseinander! Einige meiner Freunde & Bekannte finden sie im FR etwas zu wuchtig, andere (mich eingeschlossen) sehr schön. Das einzige was mir etwas negativ aufgefallen ist: Das Radio wirkt etwas verloren und hätte ruhig größer dimensioniert werden. Doch spätestens bei Dunkelheit und eingeschaltetem Licht, präsentiert sich der FR sehr sportlich, dank der roten Hintergrundbeleuchtung im Bereich Radio und Klima. Allerdings war sich die Mehrheit der Betrachter einig: Der GTI wirkt trotz der Alupedale sowie diversen Applikationen im Innenraum recht langweilig. Also auch hier ein klarer Punkte-Sieg für den FR!
Funktion & Ausstattung
Von der Ausstattung her, sind sich die beiden Fahrzeuge relativ identisch.
Was dem Leon gegenüber dem GTI fehlt, sind der fehlende Regen- und Lichtsensor sowie Sitzheizung und das VW-Soundsystem, auf welches ich hier besonders eingehen möchte. Es musste damals unbedingt dieses Soundsystem im GTI verbaut sein, obwohl ich einige negative Meinungen dazu im Netz gefunden hatte. Doch der "Zauber" dieses Systems verflog nach relativ kurzer Zeit. Kratzende Hochtöner - dumpfer Mid-Bereich sowie schwammiger und dank fehlender oder falsch dimensionierter Isolierung scheppernder und knarziger Bass. Das CD2 im FR macht dies alles deutlich besser! Nach einer kurzen Anpassung der Einstellungen (Trb + 1 / Mid 0 / Bass +3 / Rear +1 / li-re 0) liefert das Leon Radio um Welten (!!) bessere Klangqualität. Einem "High-End-Car-Hifi-Sound-Jünger" dreht sich wahrscheinlich der Magen um, wenn ich Eigenschaften wie "pegelfest" oder "ausreichender Bassbereich" nenne, doch genau dies trifft im direkten Vergleich zu. Der GTI (inkl. VW-Soundsystem) kommt da auf keinen Fall ran. Bei etwas Bass-lastiger Musik dröhnte und schepperte es gewaltig aus dem Bereich der Türen, sodass eine hohe Lautstärke wie Leon nur mit den genannten Störungen erkauft werden konnte. Ich wahr völlig überrascht als ich das CD2 das erste Mal intensiver getestet habe! Kein Knarzen und Scheppern aus der Türverkleidung, halbwegs sauberer Bass und für mich aussreichender High- sowie Mid-Bereich und das auch bei relativ hoher Lautstärke! Musik hören im Auto macht endlich wieder Spass!
Ansonsten bietet die Bedienung im Leon keine Rätsel und so mancher Hebel und Schalter kommen einem beim Umstieg sehr bekannt vor.
Fahrwerk
Das GTI Fahrwerk ist sehr viel harmonischer ausgelegt und teilt einem nicht jeden kleinen Stein auf der Fahrbahn so direkt mit. Doch auf der anderen Seite, hat mich die Wankbewegung der Karosserie im GTI etwas enttäsucht ohne das diese die Fahreigenschaften negativ beeinflusst hätte. Der GTI ist einfach weicher als der FR, der sich keine merkliche Seitenneigung in Kurven erlaubt und gerade auf der Autobahn und Landstraßen mit seinem genialen Grip überzeugt. Auf etwas schlechteren Straßen wünscht man sich ab und an doch etwas von der Weichheit des GTI zurück, doch das ist in der nächsten zügig gefahrenen Kurve wieder vergessen.
Wie auch einige Testberichte kam ich zu dem gleichen Ergebnis: Beide nehmen sich in Hinsicht auf die mögliche Kurvengeschwindigkeit nichts! Der eine (FR) ist eben etwas sportlicher ausgelegt, der andere (GTI) etwas "Massentauglicher", aber da ich erst mitte 20 bin und mein Rücken sowei i.O. ist, geht für meinen Geschmack der Punkt klar an den FR!
Motor & Getriebe
Mir ist klar, dass man den 2.0 TFSI nicht mit dem 2.0 TDI direkt vergleichen kann (Äpfel & Birnen), doch möchte ich es trotzdem versuchen. Der TFSI ist ein sehr guter Motor und eine perfekte Mischung aus starkem Antritt und Drehwilligkeit. Doch diese Eigenschaften erkauft man sich mit einem, selbst für diese Leistungsklasse, extremen Verbrauch! Bei "normaler-zügiger" Fahrweise flossen meist zwischen 9,5 und 10,5 Liter durch die Düsen. Bei Vollgas auf der AB waren es auch schon mal 15,8 Liter von der teueren Plörre. Wenn man mal den "Sonntagsmorgens-Brötchen-holenden-Renter" rausgelassen hat, dann waren auch Verbräuche um die 7,5-8 Liter drin. Aber wofür sich dann einen GTI kaufen... Da sich mein jährlichen Fahrleistungen von 12 tkm zu über 20 tkm geändert haben, war dies finanziell einfach nicht mehr tragbar. Daher jetzt ein Diesel!
Der FR ist prinzipbedingt genügsamer, ohne auf Fahrspass verzichten zu müssen. Der Motor zieht ab 1.500 Umdrehungen sauber hoch und ab 2.000 Umdrehungen geht es ordentlich nach vorne. Ich war selber überrascht, wie lange der Motor (für einen Diesel) das hohe Drehmoment halten kann. Auf der Autobahn ist man sehr zügig auf Tacho 210 km/h - danach wird es etwas zäher.
Ab dieser Geschwingigkeit schlägt die Stunde des GTI, der etwa bis Tacho 230 gut zieht, bis auch ihm so langsam die Puste ausgeht.
Von der reinen Beschleunigung her (nicht 0-100 km/h, denn wann macht man das schon und wenn wie oft ?) nehmen sich beide gefühlt nicht sonderlich viel. Ich behaupte mal, dass ein GTI, der einem FR folgen will seine Gänge schon ordentlich ausdrehen muss um dran zu bleiben. Während der FR dabei noch relativ schaltfaul bewegt werden kann.
Doch insgesamt gesehen fahre ich mit dem FR jetzt wesentlich entspannter auf der AB, denn ein tritt aufs Pedal bei 120 km/h im 6. Gang und der FR geht zügig voran. Und selbst unter Volllast auf der AB genehmigt sich der FR nicht mehr als 10 l! Im Schnitt fahre ich ihn mit 7-7,5 l wobei auch Verbräuche um 6-6,5 l durchaus drin sind. Sportlich (GTI-like) bewegt, begnügt sich der FR mit gerade mal 7,5-8 l! Klar ist das auch nicht sonderlich wenig, aber als Ex-GTI Fahrer ein wahrer Traum!!!
Ich habe für mich einfach erkannt, dass ich mehr der TDI-Typ bin: Schaltfaules Fahren mit ordentlich Druck bei 1.500 - 2.500 Umdrehungen.
Zum Getriebe sei gesagt, dass ich anfangs ein sehr großer DSG Fan war. Doch einiger Zeit fing es mich doch iregendwie an zu langweilen und teilweise zu nerven. Man hat einfach nichts mehr zu tun - logisch bei einem Automatikgetrieb - aber es langweilte mich trotzdem. Ich spielte sogar mit dem Gedanken, meinen GTI zu verkaufen und einen anderen GTI mit Handschaltung zu kaufen. Es ist zwar wahnsinnig entspannend in der Stadt und beim Rangieren, doch nervte es manchmal auch mit einer doch eigenartigen Schaltcharakteristik. Man will z.B. bergauf beschleunigen, man gibt etwas zögerlich Gas und das Getriebe schaltet schon bei 2.000 Umdrehungen in den nächsten Gang, sodass der arme Turbo sich fast totdrehen muss um genügend Ladedruck bei den niedriegen Drehzahlen aufzubauen. Der Momentanverbrauch schnellt dabei auf Werte von 40-45 Liter. "Handgeschaltet" per Lenkradwippen habe ich im Schnitt einen halben Liter weniger verbraucht. Der "S"-Modus war für mich völlig unbrauchbar, zwar schön sportlich, aber es macht einfach keinen Spass mit 5.000 Umdrehungen im 2. Gang hinter einem LKW herzufahren und auf eine Lücke zum Überholen zu warten. Außerdem waren mir die Gangwechsel über die Wippen am Lenkrad zu langsam (Wippendruck - dann dauerte es 2 oder 3 Wimperschläge und dann kam erst der Wechsel - in der Zeit schalte ich auch bei einem manuellen Getriebe...)
Das 6-Gang Getriebe des Leon ist präzise und recht knackig zu führen. Einzig die gewöhnungsbedürftige Form des Schaltknaufs fiel mir auf. Recht klobig, obwohl mit dem richtigen Griff liegt er sehr gut in der Hand!
Licht & Sicht
Da ein Vergleich mit den Halogenscheinwerfern des GTI nicht fair wäre, lass ich den Vergleich mal weg. Doch auch die Scheinwerfer des GTI haben mich nie enttäuscht, doch kommen sie prinzipbedingt nicht an die Xenonscheinwerfer des FR heran. In Verbindung mit dem Kurvenlicht kommen einem die konventionellen Lichtsysteme wie bessere Kerzen vor. Das beste Licht was ich bis jetzt hatte. Auch der Faktor des "gesehen werdens" gerade auf der AB ist nicht zu unterschätzen und man bekommt sehr viel öfter und früher Platz gemacht (was nicht heißen soll, dass ich ein Drängler oder Raser bin!).
Fazit
Anfangs habe ich meinen GTI sehr schwerenherzens abgegeben und bin davon ausgegangen, dass ich ihm noch eine gehörige Weile nachtrauern werde, doch davon merke ich nichts! Die Begeisterung über den Leon wiegt dies mehr als doppelt auf!!!
Kleine Anmerkung: Dieser "Testbericht" soll nicht darlegen, dass der GTI ein schlechteres Auto ist, doch passt der Leon mit seinen Fahreigenschaften deutlich besser zu mir und so mancher eingefleischter TFSI- und im allgemeinen Benzinfahrer sollten mal eine Probefahrt eines 170 PS TDI ausmachen und sich selber von den Qualitäten überzeugen! Mich hat es mehr als überzeugt - ich bin begeistert!!!