AW: Schleichender TDI Tod nach chippen?????
das immer häufiger werdende "Extrem"-Chippen mit 30% Leistungszuwachs und mehr.
Sehr sehr viele Leute machen da meiner Meinung immer wieder Denkfehler. Wie haltbar ein Chiptuning ist und wie stark Kupplung und Getriebe belastet werden hängt nicht (nur) vom reinen prozentualen Leistungszuwachs ab, sondern ob das Tuning fachgerecht durchgeführt wurde. Wenn die Kennfelder optimal angepasst sind und alle Parameter optimal eingestellt sind, dann sind auch hohe Leistungssteigerungen bis 35% standfest machbar.
Auf der anderen Seite schädigt eine Powerbox, die pauschal die Einspritzmenge erhöht, oder ein unsachgemäßes Tuning, das vielleicht die Leistung "nur" um 20% Prozent erhöht, aber von jemand gemacht wurde der die Materie nicht verstanden hat, den Motor erheblich mehr.
Ein gutes Beispuel für Motorschäden bei Billigtuneren ist zum Beispiel eine inkorrekte Abstimmung von Einspritzpunkt und Einsspritzdauer. Wird die Einspritzmenge/-dauer hoch gesetzt aber ab einem gewissen Punkt der Einspritzpunkt nicht nach vorne gesetzt, so können durch "größere" Mengen brennenden Diesels die auf die Kolbenoberfläche gelangen Schäden am Kolben entstehen, die Einspritz- und Verbrennungsphase reicht bis in die Komprimierungsphase (Starke Mehrbelastung für Pleul und Kurbelwelle) und es wird brennendes Abgas Diesel-Gemisch in den Abgastrakt entlassen (Schäden an Turboolader/AGR/KAT).
Die meisten Kupplungs- und Getriebeschäden werden ebenfalls von Tunern verursacht die Ihr Geschäft nur mangelhaft beherrschen. Dampfhammerentwicklung der Leistung nach dem chippen mag sich zwar für den Fahrer "geil" anfühlen. Kupplung und Getriebe finden die spontane Belastungsspitze aber weniger toll und strecken dann halt mal alle Viere von sich... Werden die Kennfelder hingegen entsprechend optimiert, so daß die Maximalleistung "relativ weich" errreicht wird, so können Getriebe und Kupplung auch mit Leistungssteigerungen von ca. 35% zurechtkommen, da zwar die "Dauerbelastung" erhöht wird, aber geringere "Spitzenbelastungen" als beim Pfuschertuning auftreten.
Zur Verdeutlichung vielleicht ein kleines Beispiel: Ein 2-3cm dickes Brett liegt auf zwei Backsteinen. Wenn ich mich langsam draufstelle trägt es mein Gewicht (weiche Krafteinwirkung). Trete ich aber mit aller Kraft mit einem Fuß darauf, so kann ich es durchbrechen, da ich für das Versagen ja nur eine "Spitzenbelastung" benötige die auch das leichte Bein hinbekommt...
Meine Erfahrungen (>250.000km) mit Chiptuning sind trotz hoher prozentualer Steigerungen gänzlichst positiv. Es gibt allerdings nur sehr wenige Tuner denen ich mein Auto anvertrauen würde und die sind alle schon seit mindestens 15 Jahren im Geschäft und konnten sich dort nur halten, weil Sie qualitativ hochwertige Arbeit abliefern. Da kostet es zwar auch überall etwas mehr, aber 500 Euro Ersparnis bei einen Pfuscher können schnell Mehrausgaben von mehereren Tausend Euro verursachen, mal abgesehen von den Scherereien (kein Auto etc.)
Fazit: Nicht so sehr auf die prozentuale Steigerung achten (die darf ruhig auch höher sein) sondern volles Augenmerk auf die Auswahl eines seriösen und fachlich kompetenten Tuners legen....