Sporta, ich kann es zwar nicht empfehlen, weil ich damit bislang noch keine Erfahrung habe, und weil es so neu am Markt ist, dass es bislang auch sonst noch kaum jemand fährt, aber erwähnen will ich es dennoch:
Bilstein ist gerade dabei, seine DCC-kompatiblen Fahrwerke und (einzeln erhältlichen) Dämpfer einzuführen. Konkret sind dies das B16 Damptronic, das als Gewindefahrwerk direkt auf das KW DDC zielt, und das nicht höheneinstellbare fixe Sportfahrwerk B12 Pro Damptronic (Eibach Pro-Federn + B8 Damptronic DCC-Dämpfer) bzw. die separat zu erwerbenden B8 Damptronic, die wahlweise mit Serienfedern oder beliebigen Tieferlegungsfedern kombiniert werden können.
Mit diesen Bilstein B8 Damptronic bzw. B12 Pro Damptronic steht somit erstmals eine preiswerte und dennoch das DCC erhaltende Alternative zur Verfügung. Und wer schon Federn hat, aber unzufrieden ist, weil die Seriendämpfer das doch nicht oder nicht mehr so gut mitmachen wie erhofft, der braucht nur die Damptronic-Dämpfer. Deren Verwendung ist übrigens eintragungsfrei.
Sorry fürs OT.
Würdest du auch bei zB den R3H1 in 8x18 ET35 von abraten ? Oder nur bei der genannten 19Zoll Größe.
Wenn ja, warum ?
Ja, ich würde immer zu ET45 bis ET50 raten, egal bei welchem Felgendurchmesser.
Damit hat man selten Probleme. Mit ET35 besteht so gut wie immer vorne ein Problem mit Radabdeckung (vor allem ohne Tieferlegung) und Freigängigkeit (vor allem mit Tieferlegung). Viele merken es nicht, solange es der Sachverständige mit etwas Glück trotzdem abgenickt hat, weil sie selten Landstraßen mit ausgeprägten Bodenwellen in etwas flotterem Tempo fahren, aber bei vollem Einfedern wird es mit ET35 zu Berührungen an Radhausschale und sogar Radlauf kommen, selbst wenn die Schraube entfernt und die Lasche umgebogen ist. Etwas, das eigentlich nicht sein darf, und das auch zum Verweigern eines OKs bei der Abnahme führen müsste. Man denke auch mal an Rost am Kotflügel.
Wer Nordschleife fährt, die ja auch nichts ist als eine mittelprächtige Landstraße durch die Berge, die man übwl. mit höherem Tempo als anderswo fährt, wird mit ET35 auf jeden Fall hören, wie es schleift, sofern er nicht ein paar umfangreichere Änderungen an den Kotflügel vorgenommen hat.
Hinzu kommt, der Störkrafthebel hängt direkt mit der ET zusammen. Mit kleinerer ET wächst er an, und auch der negative Lenkrollradius ist nicht mehr vorhanden. Dadurch schlagen nicht nur Schlaglöcher stärker in die Lenkung durch und sämtliche Teile der Aufhängung werden stärker belastet, sondern das Auto läuft auch Spurrinnen (nicht -rillen) erheblich stärker nach, vor allem beim Beschleunigen und beim Bremsen. Das kann auf ausgelutschen Landstraßen richtig "lustig" werden, auch beim Überholen und Wiedereinscheren. Auch die Stabilität bei µ-split-Bremsungen leidet (Bsp.: Fahrbahn links trocken und griffig, rechts nass und glatt).
Und letztlich führen Räder mit ET35 auch zum beschrieben Problemchen mit dem "SUV-Look". Mehr Dreck an den Karosserieflanken (vor allem an den Türen unten) und ein höheres Risiko von Steinschlägen hat man mit kleineren ETs übrigens auch. Selbst schon mit ET45 hatte ich doppelt so oft das Bedürfnis, Waschanlagen ansteuern zu müssen als mit den Serienrädern.
Noch ein Tipp für alle, die einen Leon mit Vierlenkerachse besitzen, den sie haben tieferlegen lassen, und die der Ansicht sind, die hinteren Räder stehen nun zu tief im Radhaus:
Lasst den Sturz an der Hinterachse auf einen möglichst niedrigen Wert stellen. Die Vorgaben von Seat erlauben einen großen Toleranzbereich, und viele Werkstätten ersparen sich die Mühe des Sturzeinstellens, wenn der Wert (gerade noch so) am oberen erlaubten Rand liegt (i.d.R. gut 2° negativ nach einer Tieferlegung). Dann hat man aber nicht nur unnötigen Innenkantenverschleiß an seinen Reifen, sondern das Rad steht auch weiter drin als nötig. Stellt man den Sturz auf einen niedrigen Wert (unter -1°30' d.h. unter eineinhalb Grad), dann kommen die Räder oben ein gutes Stück weiter raus. Nagelt mich nicht auf die Zahl fest, aber es können an die 10 mm sein, und das ist schon deutlich sichtbar. Damit werden nicht nur Distanzscheiben überflüssig, sondern man reduziert auch den Reifenverschleiß. Und das ohne nennenswerten Mehraufwand, lediglich mit einer anständig gemachten Vermessung. Leider ist genau das nicht selbstverständlich.