Irgendwie schein hier einiges drüber und drunter zu gehen. Also mal von vorne die Laufzeitkorrektur erklärt.
Das wichtigste für Lautzeitkorrektur ist, daß man ein vollaktives System hat. Sprich jeder Lautsprecher muss einen eignen Kanal besitzen. Es dürfen keine Weichen mehr im System verbaut sein. Alles wird über das Radio geregelt. Da die meisten Radios nur Laufzeitkorrektur für 3-Wege anbieten, muss man bei Verwendung der hinteren Boxen noch einen Prozessor dazu kaufen. Somit benutzt man die Ausgänge am Radio für das übliche 2-Wege Frontsystem mit Subwoofer wie folgt. Die Endstufen mit allen Chinchausgängen verbinden. Dann aber halt die Boxen direkt an die Endstufen hängen. An den vorderen Kanal zum Beispiel die Tieftöner, an den hinteren Kanal die Höchtöner und an den Subkanal den Sub. Somit gehört zu jeder Box ein Chinchkabel und ein eigenener Kanal einer Endstufe und man kann den Lautsprecher akitv ansteuern.
Jetzt kann man die Trennung der Boxen vornehmen. Dazu bietet das Radio verschiedene Filter an. Low-Pass oder Sub-Sonic für den Bass. Den auf einen Bereich um die 30 bis 100 setzen. Dann einen Bandpass für die TMT wählen. Die so einstellen, daß sie bei der oberen Grenzfrequenz des Subwoofer anfangen zu spielen und bei der unteren Grenzfrequenz des Hochtöners aufhöhren. Den Hochtöner anschließend mit einem Hochpass versehn. Dabei kann auch immer die Flankensteilheit der Filter bestimmt werden. Diese bestimmt wie schnell nach dem Erreichen der eingestellten Grenzfrequenz der Filter die Musik "ausblendet". Gute Radios bieten bis 24db/Oct, eine Weiche im Auto hat meistens einen Wert von 6 oder 12 db pro Octave.
Jetzt kann man mit der Laufzeitkorrektur anfangen. Da im Auto die Boxen ja nicht alle gleich weit von unserem Kopf entfernt sind,benötigt der Schall auch unterschiedlich Lange um unser Ohr zu erreichen. Eigentlich sollen aber alle Schallwellen der einzelnen Boxen gleichzeitig ankommen, damit wir eine perfekte Bühne haben. Erschwerend kommt hinzu, daß auf die Frequenz des Schalls bestimmt mit welcher Phasenlage die Schallwelle bei uns ankommt. Also geht man nun hin und misst die Distanz aller Boxen im Auto zu seinem Kopf und stellt für jede der einzelenen Boxen den Wert ein. Den Rest errechnet sich das Radio von selber. Mit ein wenig experimentieren kann man dann noch die Bühne besser vor sich fokusieren. Hier geht nicht nur die Laufzeit der einzelnen Boxen mit ein, sondern auch die Trennfrequenzen der Boxen. Da ist ausprobieren angesagt, bis man die Bühne richtig eingestellt hat.
Alles in allem ist ein vollaktives System lohnenswert. Es klingt einfach viel schöner. Dafür ist halt auch mehr Aufwand zu treiben. Jeder Lautsprecher braucht einen eigenen Kanal, bei einem 2-Wege Frontsystem mit Subwoofer sind das schon 5 Kanäle, bei einem 3-Wege System ohne Subwoofer sind es 6. Das schaffen die meisten Radios noch anzusteuern. 3-Wege mit Subwoofer braucht 7 Kanäle und will man auch noch die Boxen hinten im Wagen als Rearfill nutzten werden es noch mehr. Da helfen dann nur noch zusätzliche Prozessoren und die Einstellorgie wird noch komplizierter.
Was nicht geht, ist das Frontsystem und das Hecksystem mit passiven Filtern zu trennen und dann die Laufzeit zu korregieren. Eine passive Weiche macht von sich aus immer eine kleine Laufzeitverschiebung der Signale. Diese kann man nicht korregieren, indem man nur der Weiche sagt, sie solle jetzt mal 3ms später spielen. Auch kann man der Weiche nicht beibringen wie groß der Abstand der Boxen, die an ihr hängen, zu eurem Kopf ist.
Grüße Deadeye