Die kleine Konvoilehre für den fortgeschrittenen Nutzer !

Diskutiere Die kleine Konvoilehre für den fortgeschrittenen Nutzer ! im Sternfahrten Forum im Bereich 2007 - Speyer; Da ich bereits von mehreren Leuten zum Thema Konvoi angesprochen wurde, will ich hier nochmal die Alternative zum üblichen Schlangenkonvoi...
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Da ich bereits von mehreren Leuten zum Thema Konvoi angesprochen wurde, will ich hier nochmal die Alternative zum üblichen Schlangenkonvoi erläutern.

Vorab: Eine Diskussion über Legalität erübrigt sich m.E., da bereits jeder nicht angemeldete Konvoi streng genommen illegal ist. Insoweit erübrigt sich auch die Diskussion, ob die hier vorgestellte Leiter insgesamt oder in Teilen illegal ist.

Aber zum Thema !

Grundsätzliches zur Konvoifahrt:

Zur besseren Verständigung untereinander sind PMR-Funkgeräte sehr zu empfehlen, parallel dazu auch der Austausch der Handy-Nrn.

Jeder Teilnehmer sollte sich über den Zustand seines Fahrzeuges im Klaren sein, sprich das Fahrzeug muß in der Lage sein, die Distanz zu schaffen + die Geschwindigkeit der Gruppe zu fahren.

Als kleine Eselsbrücke lernt man als Berufskraftfahrer den Begriff WOLKE im Rahmen der täglichen Abfahrtskontrolle.

W asser
O el
L uft
K raftstoff
E lektrizität

Im Konvoi selbst sollten alle Fahrzeuge mit Licht und Nebelscheinwerfern (auch Christbaum genannt) fahren, da sonst ein erkennen der Fahrzeuge von vorne nach hinten fast unmöglich ist. Ganz speziell, wenn ein Konvoi sich mal über mehr als 1 km hinzieht und vielleicht auch noch alle oder viele Fahrzeuge schwarz und/oder silbern lackiert sind. Da erkennt der Konvoileader nämlich keinen mehr im Rückspiegel !
Dies führt fast automatisch dazu, daß man aus optischen Gründen auffällige Fahrzeuge für vorne und hinten wählt, z.B. gelb hinten und vorne rot. So kann man aus jeder Konvoiposition sehr schnell erkennen, wie weit entfernt vorne + hinten ist, geschweige denn, ob es den Konvoi bereits zerrissen hat !


Startaufstellung:
Wie gesagt, vorne optisch sehr auffällige Fahrzeuge, die leistungsmäßig/optisch nicht die schwächsten sein sollten, dahinter an den Positionen ab 3 eben die leistungsschwächeren Fahrzeuge, zum
Ende hin die PS-Boliden und dann eben am Schluß wieder 2 optisch auffallende Autos.


Allgemein ist ein Konvoi als Schlange bekannt. Die Schlange hat jedoch den Nachteil, daß der Konvoi sich sehr in die Länge zieht (manchmal mehrere km !) und dadurch oft von fremden Fahrzeugen zerrissen wird. Dies führt letztlich dazu, daß bereits ab etwa Position 5-6 ein stetiger Kampf entsteht, dranbleiben zu müssen, während an der vorderen Position der Konvoileader immer langsamer wird, um den Konvoi zusammen zu halten.
Resultat für alle Konvoifahrer in der Schlange: Viel Streß durch dauerndes Überholen, aber kaum eine vernünftige Durchschnittsgeschwindigkeit !
Dies ist auch einer der Gründe, warum bei der Bundeswehr Konvois auch auf der AB nur mit Geschwindigkeiten von 60 – 70 km/h gefahren werden. Da hält sich dann der übrige Verkehr raus (weil es zu langsam ist !), so daß der Konvoi recht ungestört fahren kann.


Daraus hat sich in den 90er Jahren dann die Leiter als Konvoiform entwickelt. Die Leiter ist eigentlich nur eine doppelte Schlange, mit den ungeraden Positionsnummern (1-3-5-7, etc.) rechts, die geraden (2-4-6-8, etc.) auf der linken Spur. Scherzhaft wurde die Leiter auch mal als choreografierter Geschwader- oder Formationsflug bezeichnet !

Allgemeine Regeln zur Fahrt in der Leiter:

Fühlt sich jemand in der Gruppe durch den Konvoiblock unwohl, Bescheid geben und hinten anschließen. Einfach mal sich das Spiel von hinten anschauen und dabei die Optik genießen !

Der Konvoileader klappt beim Überholen jeweils die Leiter vorne ein + aus. Wenn der Konvoi überholt wird, kommt das Kommando vom letzten Fahrzeug auf der linken Spur zum ein- + ausklappen. Entweder mit Lichthupe oder Funk.

Die Positionen bleiben innerhalb des Konvois fix, bei Bedarf können allerdings Fahrzeuge untereinander allerdings die Positionen wechseln, ohne den Konvoi zu stören.

Zum Überholen wird dann die rechte Spur „eingeklappt“, sprich die „ungeraden“ Fahrzeuge wechseln wie bei einer LaOla-Welle die Spur nach links, um dann so bald als möglich wieder nach rechts auszuscheren.
Analog hierzu werden überholende Fremdfahrzeuge durchgeschleust, indem man die linke Spur von hinten ein- + wieder ausklappt. Wobei auch eine gewisse Blockade von überholenden Fahrzeugen möglich wäre ! Aber meist nicht notwendig ist, wenn man schnell genug ist.

Die kurzfristige Unterschreitung des Sicherheitsabstandes beim einklappen sorgt dann auch weiter dafür, daß fremde Fahrzeuge sich nicht in den Konvoi drängen können ! Der Sicherheitsabstand lt. StVO beträgt üblicherweise den halben Tachowert in Metern, bei 140 km/h also 70 m, welcher sich dann beim kurzen ein- + ausklappen auf etwa 35 m reduziert.
Durch die Blockbildung entsteht bei konvoifremden Fahrzeugen ein gewisser psychologischer Effekt, sich eben nicht da rein drängen zu wollen, sei es Fahrzeuge, die wir überholen, denn hier sind dann 35 m meist zu wenig als Abstand.
Oder aber Fahrzeuge, die überholen wollen. Denn sie sehen nur den kompletten Block. Speziell überholende Fahrzeug schauen selten 1-2 km nach vorne, sondern erkennen nur den „Stau“ vor sich und „stellen“ sich sozusagen hinten an !

Interessantester Effekt bei der Leiter ist, daß sie umso besser funktioniert, umso schneller der ganze Konvoi unterwegs ist ! Das soll hier aber nicht als Aufforderung zum rasen mißverstanden werden ! Dennoch ist es von Vorteil, wenn man etwa 10 bis 20 kmh über dem Limit liegt, da man dadurch automatisch zu den Schnelleren gehört und sich allein dadurch die Anzahl der störenden Fahrzeuge deutlich reduziert.


Vorteile der Leiter:
1) Durch die Benutzung von 2 Spuren rückt der Konvoi näher zusammen
2) Leichteres Überholen
3) Höhere Sicherheit für alle, da immer eine Ausweichspur vorhanden ist
4) Optische Blockbildung, die konvoifremde Fahrzeuge eher fernhält
5) Höheres Durchschnittsstempo möglich
6) Und natürlich auch mehr Spaß !

Kleine Ergänzung zu Baustellenfahrten !

Auch in Baustellen sollte zweispurig weitergefahren werden, da der Konvoiblock dadurch besser erhalten bleibt. Wer Probleme mit der schmalen linken Spur hat, dies vorher sagen + von vorne herein rechts fahren (ungerade Nr) oder aber mit dem Konvoipartner (3-4, 5-6, etc)absprechen + dann entsprechend tauschen.
Am Ende der Baustelle kommt das Kommando vom letzten Fahrzeug, damit vorne wieder beschleunigt werden kann.

Kleine Ergänzung zu Blitzern !

Optische Geräte, dazu zählen Fotoblitzer + dieses Hirschgeweih mit den Lichtschranken sind anfällig für 2 Fahrzeuge auf einem Foto ! Bedeutet letztendlich, daß sobald 2 Fahrzeuge nebeneinander auf dem Foto sind, die Messung ungültig ist ! Mehr sag ich dazu nicht, den Rest müßt Ihr Euch schon denken. ;)


Erstmalig sind wir diese Variation 2007 nach Speyer gefahren. Dort klappte es mit 12 Fahrzeugen recht gut. Trotz eines Umweges fuhren wir damals bis Lorsch einen Schnitt von deutlich über 120 km/h !
2008 lief es anfangs eigentlich auch ganz gut, nur waren eben nicht alle Teilnehmer über die Regeln informiert, so daß einer der später dazu stoßenden sich den Spaß machte + ZickZack durch die Kolonne fuhr, was dann zu erheblichen Störungen führte. Derartige Störer dann einfach ignorieren und bezogen auf die Kolonne als nicht existent ansehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
25.08.2009
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