In der Frankfurter Rundschau habe ich heute folgenden Artikel zu diesem Thema gefunden:
Klarglas-Scheinwerfer
Probleme mit der Feuchtigkeit
Von Richard Haimann
Bei Automobildesignern liegen sie derzeit hoch im Trend: Klarglasscheinwerfer sollen den modisch gewollten Durchblick auf die Lampentechnik bieten, die Reflektoren und Glühbirnen dem Auge des Betrachters offen legen. Doch was in Katalogen und in den Schauräumen der Autohäuser potenziellen Kunden optischen Genuss bereitet, wird für viele Käufer dieser Wagen bald zum Ärgernis. Das klare Glas der Scheinwerfer legt nicht nur deren Innenleben offen, sondern neigt auch zum Beschlagen. Feuchtigkeitstropfen perlen an den Innenseiten der Glasflächen und sorgen zuweilen für geharnischte Beschwerdebriefe unzufriedener Fahrer an die Hersteller.
Die Produzenten bemühen sich inzwischen zwar nach Kräften, das Problem zu lösen. Allein der Erfolg ist ihnen bisher versagt geblieben. Ursache seien die
kleinen Druckausgleichlöcher in den Scheinwerfern, erklärt Audi-Sprecher Udo Rügheimer. Dadurch werde verhindert, dass das Glas berste, wenn sich die Luft im
Inneren durch die Lampen zu sehr erhitze. "Leider kann durch diese Löcher nicht nur heiße Luft entweichen, sondern auch Feuchtigkeit in die Scheinwerfer eindringen", sagt Rügheimer. Selbst Versuche von Audi-Ingenieuren, mit Hilfe von Goretex-Membranen die Entlüftungsöffnungen gegen Niederschlag abzudichten, hätten nicht gefruchtet.
Der Ingolstädter Hersteller sucht nach Angaben Rügheimers besonders intensiv nach einer Lösung, weil die Scheinwerfer der TT-Modelle überdurchschnittlich häufig betroffen seien. "Der TT hat mit die größte Scheinwerferpartie." Wegen der
ungewöhnlich großen Glasfläche sei der Beschlag besonders deutlich zu sehen.
Die Leuchtkraft der Scheinwerfer sei durch die Feuchtigkeit nicht gemindert. Auch Korrosionsschäden seien nicht zu befürchten, da das Innenleben der Scheinwerfer überwiegend aus Kunststoff gefertigt sei, sagt der Unternehmenssprecher. "Auch die früheren Streuscheiben waren von innen mit Feuchtigkeit beschlagen." Doch da deren Glas nicht durchsichtig war, konnte dies nicht gesehen werden.
Ob das Problem jemals gelöst werde, sei noch offen, sagt Rügheimer. Derzeit werde an einer optimierten Gestaltung der Druckausgleichsöffnungen gearbeitet.
So könnte ein größerer Durchmesser dafür sorgen, dass eingedrungene Feuchtigkeit auch schneller wieder entweichen könne, vor allem, wenn das
Abblendlicht eingeschaltet ist und die Wärme der Scheinwerfer die Tropfen verdunsten lässt. Allerdings könnten größere Öffnungen auch zu neuen Problemen führen, warnt der Unternehmenssprecher. "Wenn dadurch Schmutz in die Scheinwerfer eindringt, könnte die Leuchtkraft erheblich reduziert und die Lampen beschädigt werden."
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